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Döbeln

Dank Leisniger Ärzten kann Louis durchs Leben gehen

Danach sah es gar nicht aus. Für die Amputation seines Beines war schon ein OP-Termin vereinbart. Doch es kam anders.

Dr. Reinhard Junghans und Dr. Ulla Lieser freuen sich mit dem 13-jährigen Louis aus Ruanda, dass er sein Bein behalten und sogar wieder ohne Unterarmstützen laufen kann.
Dr. Reinhard Junghans und Dr. Ulla Lieser freuen sich mit dem 13-jährigen Louis aus Ruanda, dass er sein Bein behalten und sogar wieder ohne Unterarmstützen laufen kann. © Dietmar Thomas

Leisnig. Es war wie Heimkommen, als Louis aus Ruanda (Angola) vor knapp einem Jahr an die Helios-Klinik nach Leisnig zurückgekehrt ist. Sowohl Mediziner als auch Schwestern konnten sich noch gut an den freundlichen Jungen erinnern, der schon mehrfach in Leisnig behandelt worden ist. Und auch der inzwischen 13-Jährige fühlte sich sofort wieder wohl in der ihm bekannten Umgebung.

Louis ist ein sogenanntes Friedensdorfkind. „Friedensdorf International“ ist eine Hilfsorganisation. Sie kümmert sich unter anderem um verletzte und kranke Kinder, deren Eltern sich eine medizinische Behandlung nicht leisten können. Deshalb kommen etwa 1.500 Kinder im Jahr in ein sogenanntes Friedensdorf in Deutschland. Dort leben sie, wenn sie sich nicht gerade in medizinischer Behandlung befinden.

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Louis war bereits 2015 und 2016 in der Helios-Klinik in Leisnig sowie der Bavaria-Klinik in Kreischa. Die Mediziner und Therapeuten dort hatten den damals Neunjährigen bei einer Reha im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Füße gestellt. Schon zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass Louis mit Zwölf noch einmal zur Weiterbehandlung nach Deutschland kommen muss.

Zunächst schlechte Aussichten für Jungen aus Ruanda

Ursprünglich lag bei dem Jungen eine schwere Knocheninfektion des rechten Schienbeines mit Verlust desselben und des Kniegelenkes vor. Solche Art Diagnosen müssen die Ärzte in Deutschland eher selten stellen. Um dem Kind zu helfen, nahmen Reinhard Junghans, Leiter der Orthopädie und Unfallchirurgie, sowie das Team der Kinderklinik am Leisniger Helios-Krankenhaus die Herausforderung an.

„Während des ersten Aufenthaltes bei uns konnte die Infektion beherrscht und durch Versetzung des Wadenbeins eine Heilung erreicht werden“, erinnert Kliniksprecherin Juliane Dylus. Das ungleiche Wachstum beider Beine sowie eine ausgeprägte O-Bein-Stellung erforderten weitere operative Korrekturen. „Dabei konnte die Achse des Beines gerichtet werden“, berichtet Juliane Dylus weiter. „Es erfolgte eine Verlängerung des neuen Schienbeinknochens um insgesamt elf Zentimeter, während das Wachstum der gesunden Gegenseite gebremst wurde.“

Nach beinahe einem Jahr ist die Behandlung von Louis nun abgeschlossen. Der Junge wird in Kürze in das Friedensdorf und von dort aus in sein Heimatland zurückkehren. Das Bein ist jetzt immer noch vier Zentimeter kürzer, was aber durch eine entsprechende Schuherhöhung ausgeglichen werden kann. „Louis kann somit nach mehr als sieben Jahren, in denen er auf Unterarmstützen beim Gehen angewiesen war, wieder ohne Hilfsmittel laufen“, fasst Juliane Dylus den Erfolg für den jungen Patienten wie auch für das beteiligte medizinische Team zusammen. (DA/sig)

https://friedensdorf.de

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