merken
PLUS Döbeln

Das Fräulein zum Reinbeißen

Wenn sich an diesem Montag alles um den Apfel dreht, dann hat das einen guten Grund. Der ist für Obstland Anlass, den Anbau einer neuen Apfelsorte anzukündigen.

Sie sehen zum Reinbeißen aus und sollen ein Geschmackserlebnis sein: die Äpfel der neuen Sorte „Fräulein“. Sie haben für Präsentationen zum Tag des Deutschen Apfels Modell gestanden. Ab 2022 werden solche Früchte auch in Leisnig und Ablaß reife
Sie sehen zum Reinbeißen aus und sollen ein Geschmackserlebnis sein: die Äpfel der neuen Sorte „Fräulein“. Sie haben für Präsentationen zum Tag des Deutschen Apfels Modell gestanden. Ab 2022 werden solche Früchte auch in Leisnig und Ablaß reife © Deutsches Obstsorten Konsortium

Leisnig. Dank eines großen schwedischen Möbelhauses, das auch hierzulande Millionen Anhänger hat, weiß nahezu jedes Kind: Am 13. Januar ist St.-Knut-Tag, da fliegen in Skandinavien Weihnachtsbäume hochkant aus dem Fenster.

Doch auch der heutige Tag ist ein besonderer, vor allem für jene, die sich professionell mit dem Obstanbau und der -vermarktung beschäftigen. Zum elften Mal gibt es am 11. Januar Aktionen aus Anlass des Tags des Deutschen Apfels. Wegen der Corona-Pandemie müssen die ein wenig anders aussehen als in den Vorjahren.

Anzeige
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA

Ab dem 18. Januar gibt es bei NORMA wieder zahlreiche Rabattaktionen. Hier finden Sie die besten Angebote und Aktionsprodukte aus dem aktuellen Prospekt.

Die Bundesorganisation der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse und deren Partner hatten bei den zurückliegenden „Apfel-Gedenktagen“ frische Früchte verschiedener Sorten an Kinder und Erwachsene verteilt. „Auch wenn wir darauf in diesem Jahr verzichten müssen, wollen wir den Apfel gebührend würdigen“, so der Geschäftsführer der Erzeugerorganisationen Christian Weseloh.

Für ihn liegen die Gründe auf der Hand: Äpfel werden in vielen Regionen Deutschlands angebaut und sind damit schnell und frisch auf dem Tisch und im Mund. Das kommt dem Verbraucher und der Umwelt gleichermaßen zu gute.

Um den Apfel ins Blickfeld der Menschen zu rücken, wurde die Kampagne „Deutschland – Mein Garten“ ins Leben gerufen. Es wurde Planen von sechs Trucks mit Äpfeln bedruckt. Wer die Laster sieht, soll Appetit und Lust auf die heimischen Früchte bekommen.

Neue Sorte in Leisnig und Ablaß

Dass auf den Planen die neue deutsche Apfelsorte „Fräulein“ zu sehen sein wird, das spielt den Obstbauern der Obstland Dürrweitzschen AG in die Karten. „Auch Sachsenobst wird in den Territorien Leisnig und Ablaß im Herbst diesen Jahres eine Neupflanzung dieser Sorte vornehmen“, kündigt Unternehmenssprecherin Sandy Ronniger an.

„Auf zwölf Hektar Flächen werden dann etwa 40.000 Bäume stehen, die 2022 die ersten Früchte tragen.“ Damit kommt zu den bisher 20 Hauptapfelsorten, die in den Obstland-Plantagen wachsen, möglicherweise eine neue dazu.

Bisher wachsen in Deutschland rund eine Million „Fräulein“-Bäume. Einen Teil des Ertrages von 2020 – 180 Tonnen – wurde im Spätherbst bei einer deutschlandweiten Premiere den Verbrauchern präsentiert und als Kostproben angeboten.

Wie die Konsumenten auf die neue Sorte reagieren, haben auch die Entscheidungsträger bei der Obstland Dürrweitzschen AG verfolgt. Denn für sie war und ist wichtig, dass die neue Apfelsorte nicht nur der Fachwelt schmeckt, sondern auch denen, die „Fräulein“ künftig in die Einkaufskörbe legen sollen.

Apfel mit knackig-krispem Biss

„Fräulein“ soll ein besonders saftiger Apfel mit knackig-krispem Biss sein, ausgewogen süß-säuerlich, mit verführerisch roter Färbung und, was für die Produzenten wichtig ist, mit angeblich hervorragenden Lagereigenschaften.

Und: Er ist kein Labor-Apfel, sondern ein Zufallssämling, entdeckt von Obstbauer Gerd Sundermeyer in der Hildesheimer Börde. Der schwärmt regelrecht: „Das Fruchtfleisch ist beim ersten Biss förmlich in meinem Mund explodiert“, sagt er und spricht von einem ganz neuen Geschmackserlebnis.

Wer heute am Tag des Deutschen Apfels ein wenig über den Tellerrand hinausschauen möchte, der kann sich bedanken: Es ist auch internationaler Dankeschön-Tag. Und die US-Amerikaner begehen heute den Tag der Milch und witzigerweise auch noch den Tag des Pfützenspringens oder den Räum-Deinen-Schreibtisch-auf-Tag.

Äpfel werden in Deutschland auf 34.000 Hektar angebaut – das entspricht fast der Fläche von Mallorca.

Statistisch gesehen verbraucht jeder Haushalt 18,4 Kilogramm Äpfel pro Jahr – das sind 122 Äpfel pro Haushalt und 61 pro Person.

Im Ranking der heimischen Apfelsorten liegt der Elstar (17 Prozent Absatzmenge) vorn, gefolgt vom Braeburn (12,5 Prozent) und Jonagold/Jonared (12 Prozent), Gala (8,3 Prozent) und Golden Delicious (2,3 Prozent).

Auf dieses Sextett entfällt dementsprechend auch gut die Hälfte der deutschen Produktion.

Die wichtigsten Apfelanbauregionen liegen an der Niederelbe, am Bodensee, im Rheinland und in Sachsen.

Die Früchtchen enthalten die Vitamine C, E, A, B 1, B 2 und B 6 sowie alle wichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente.

Die Vitamin-Power stärkt die Abwehrkräfte, unterstützt die Verdauung und fördert die Zahn-Gesundheit.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Äpfel einen positiven Beitrag zur Vorbeugung von Herzinfarkt beziehungsweise Arterienverkalkung leisten können.

Quelle: Agrarmarkt Informations-Gesellschaft & GfK Haushaltspanels

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln