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Das Geheimnis der Polsterspezialisten

Vepo Polster hat im Lockdown sogar Kunden gewonnen. Deren Einkaufsverhalten ändert sich, sagt Vepo-Chef Klaus Vester.

Klaus Vester, Inhaber der Vepo-Polster Möbelhandelsgesellschaft mbH in Ostrau, bekam jetzt von der IHK eine Ehrenurkunde.
Klaus Vester, Inhaber der Vepo-Polster Möbelhandelsgesellschaft mbH in Ostrau, bekam jetzt von der IHK eine Ehrenurkunde. © Thomas Kube

Döbeln/Ostrau. Während der Corona-Pandemie habe bei den Menschen ein Umdenken stattgefunden. Sie würden statt in den großen Märkten jetzt eher bei den kleineren Händlern einkaufen. Das ist der Eindruck von Klaus Vester, Inhaber von Vepo Polster in Ostrau.

Die Schließzeit während des Lockdowns habe das Unternehmen recht gut überstanden. Nur die Verkäufer seien in Kurzarbeit gewesen. „Das Kurzarbeitergeld haben wir auf hundert Prozent aufgestockt“, erklärt Vester. Auch während kein Kunde das Geschäft betreten durfte, habe es viele Anrufe gegeben. Die Anfragen zu den Polstermöbeln würden einen kleinen Aktenordner füllen.

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30 Jahre am Markt behauptet

„Wir freuen uns, dass Sie noch da sind und durchhalten“, sagt Cindy Krause, Geschäftsführerin der Regionalkammer Mittelsachsen der IHK Chemnitz, als sie Ute und Klaus Vester anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Unternehmens eine Ehrenurkunde der IHK überreicht. Es sei eine Leistung, sich so lange am Markt zu behaupten und ständig auf neue Trends einzustellen.

Das sei weniger kompliziert, als bei den sich permanent ändernden Corona-Regeln den Überblick zu behalten. „Ich wünsche mir eine klare Linie, die für alle gilt“, meint Vester. Und nachvollziehbare Entscheidungen wären wichtig. „Im Pennymarkt gegenüber haben sich die Menschen gedrängt, aber wir durften unseren Laden mit 2.000 Quadratmetern Fläche und einzelnen Kunden nicht öffnen“, sagt er.

Kunden auch aus Dresden und Leipzig

Aber als Vepo Polster wieder geöffnet hatte, waren auch die Kunden wieder da. Es sei zu spüren, dass die Menschen nicht im Urlaub waren und auch anderweitig Geld gespart haben, dass sie jetzt für höherwertige Produkte ausgeben. Der größte Teil der Hersteller der Polstermöbel sind in Deutschland ansässig.

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Allerdings hätten einige zunehmend Probleme, weil zum Beispiel Federkerne und Polsterungen, die aus China kommen, nicht geliefert werden. Der Radius, aus dem die Kunden nach Ostrau kommen, hat sich stark vergrößert. Begonnen habe es mit Döbeln, Riesa und Oschatz, inzwischen suchen sich auch Freiberger, Seiffener, Oederaner, Dresdner und Leipziger ihre Couch unter den knapp 200 Polstermöbeln bei Vepo Polster aus. Neuerdings schauen sich auch Chemnitzer in dem Laden um.

Jahrelang habe er vergeblich versucht, dort den sprichwörtlichen Fuß in die Tür zu bekommen. Nach dem Wunsch der Kunden werden auch Veränderungen an den Polstergarnituren vorgenommen. „Dafür haben wir inzwischen zwei Polstereien“, so Vester. Bei der Anlieferung werde die alte Garnitur selbstverständlich mitgenommen. Ist die noch in Ordnung, „stiften wir sie Flüchtlingsfamilien.“

"So lange es Spaß macht, sind wir dabei"

Bei Vepo Polster gibt es acht Mitarbeiter. „Aber ohne die starke Frau an meiner Seite wäre es nicht zu schaffen“, meint Klaus Vester, der seine Prinzipien hat. Er gibt nur Geld aus, das er auch hat. „Ich mache nichts mit Finanzierung.“ Deshalb seien er und seine Frau zehn Jahre lang nicht in den Urlaub gefahren und Modernisierungen im Geschäft erfolgen Stück für Stück.

Zum Jahresende feiert Klaus Vester einen runden Geburtstag und hofft, dass Sohn Christian das Geschäft einmal übernimmt. „Solange es Spaß macht, sind wir noch dabei. Aber, wir wollen uns etwas zurücknehmen“, sagt er.

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