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Doch keine Brandstiftung in Westewitz?

Die Polizei geht nach dem Kellerbrand von einer mutwilligen Tat aus. Daran hegt ein Gemeinderat Zweifel. Für eine Anwohnerin gibt es Lob.

Nach dem Kellerbrand vergangene Woche in einem Westewitzer Wohnhaus gibt es Zweifel an einer mutwilligen Tat.
Nach dem Kellerbrand vergangene Woche in einem Westewitzer Wohnhaus gibt es Zweifel an einer mutwilligen Tat. © Archiv/privat

Großweitzschen. Der Brand im Keller eines Wohnblocks in Westewitz am Mittwoch vor einer Woche hat die Großweitzschener Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung beschäftigt.

Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos) bestätigte, dass die Polizei von Brandstiftung ausgeht. „Der Brand ist ziemlich zentral im Keller entstanden“, sagte er. Gemeinderat Sven Krawczyk (CDU), der selbst Mitglied der Westewitzer Feuerwehr ist, hat jedoch hinsichtlich der Brandursache Bedenken. 

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„Der Kellergang war vor einigen Wochen nach einem Starkregen geflutet. Es war viel Müll drin. Der Brand könnte durchaus durch die Selbstentzündung einer Batterie entstanden sein“, so Krawczyk. Sein Anliegen sei es, dass die Brandursachenermittler zumindest von dem Wasserschaden erfahren und ihn in ihre Betrachtungen einbeziehen können.

Feuerwehren aus acht Orten in Westewitz im Einsatz

Bei dem Brand am 9. September in dem Großweitzschener Ortsteil waren die Feuerwehren aus Westewitz, Großweitzschen, Gallschütz, Mockritz, Döbeln, Hartha, Wendishain und Gersdorf vor Ort. Ein Feuerwehrmann sei während des Einsatzes durch einen Stromschlag verletzt worden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, konnte dieses aber am Tag danach wieder verlassen.

Die Mieter in den Eingängen 83 a und b können bis auf absehbare Zeit nicht in ihre Wohnungen zurückziehen. Ihnen sei die Möglichkeit eingeräumt worden, sich leerstehende Wohnungen in den Häusern Am Waldrand anzusehen. „Davon haben auch alle Gebrauch gemacht“, sagte Burkert. 

Diese Wohnungen werden nun so schnell wie möglich bezugsfertig gemacht. Zudem richtete der Bürgermeister seinen Dank an Hauptamtsleiterin Denise Lange, die in der Brandnacht die Unterbringung und Versorgung der Mieter koordiniert hatte.

Anwohnerin schenkt bei Feuerwehreinsatz Tee aus

Sven Krawczyk erweiterte die Dankesworte noch. So hätten sich die Mieter in der Brandnacht vorbildlich verhalten. Außerdem lobte er den Einsatz von Denise Lange, Andrea Schneider und Elke Görs aus der Verwaltung. 

„Denise Lange stand zusammen mit Andrea Schneider bis zum Einsatzende neben uns. So konnten schnelle Entscheidungen getroffen werden, die wir als Feuerwehr kaum verantworten können“, sagte Krawczyk.

Julia Gallschütz hat Anwohner und Einsatzkräfte in der Brandnacht mit Tee versorgt.
Julia Gallschütz hat Anwohner und Einsatzkräfte in der Brandnacht mit Tee versorgt. © Frank Korn

Auch vom Einsatz einer Bewohnerin aus dem Nachbarblock zeigte sich Sven Krawczyk beeindruckt. „Die Frau hat Rettungskräfte und Anwohner mit Tee versorgt“, so der Gemeinderat. Julia Gallschütz, so heißt die Frau, sieht ihr Engagement als selbstverständlich an. 

„Die Leute sollten wenigstens etwas Warmes zu trinken haben“, sagte sie. Sie hofft, dass so etwas nicht noch einmal passiert. „Ich bin da auch ein wenig in Sorge, denn ich finde, dass man hier gut wohnen kann.“

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