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Döbeln kauft Flächen mit Potenzial

Die Kommune bekommt in der Zwangsversteigerung den Zuschlag für die Grundstücke an der Oschatzer und Ziegelstraße. Aber was hat sie damit vor?

Die Stadt hat interessante Grundstücke an der Oschatzer und an der Ziegelstraße erworben. Diese hätten Potenzial für die Stadtentwicklung, so Döbelns Oberbürgermeister. Konkrete Pläne für die Flächen gibt es derzeit noch nicht.
Die Stadt hat interessante Grundstücke an der Oschatzer und an der Ziegelstraße erworben. Diese hätten Potenzial für die Stadtentwicklung, so Döbelns Oberbürgermeister. Konkrete Pläne für die Flächen gibt es derzeit noch nicht. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Stadt Döbeln hat sich mehrere Grundstücke gesichert, die für künftige Entwicklungen wichtig werden könnten. In der vorvergangenen Woche waren im Amtsgericht Chemnitz diese Grundstücke an der Oschatzer und Ziegelstraße zwangsversteigert worden (DA berichtete). Diese sind seit Jahrzehnten im Besitz der Erbengemeinschaft Eulitz gewesen.

Auf dem Gelände befanden sich früher eine Ziegelei und ein Sägewerk, später ein Bauhof. Seit mehr als 20 Jahren liegen die Grundstücke brach. Zur Versteigerung kam auch eine landwirtschaftliche Fläche von rund 4,7 Hektar Größe.

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Mit Vollmacht zur Versteigerung

Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) hatte sich vom Stadtrat die Vollmacht geholt, bei der Zwangsversteigerung mitzubieten. Er war mit Jürgen Aurich vom Liegenschaftsamt selbst in Chemnitz. Zwei der Flächen befinden sich jetzt schon fest im Besitz der Stadt, sagte Liebhauser. Dabei handelt es sich um eine Fläche mit Zufahrt von der Oschatzer Straße, rund 6.500 Quadratmeter groß. Die zweite Fläche liegt an der Ziegelstraße und ist mehr als 18.000 Quadratmeter groß.

Beide Flächen werden als Bauerwartungsland beziehungsweise Rohbauland bezeichnet. Sie sind weitgehend unbebaut, allerdings kauft die Stadt auch das mit, was sich unter der Erdoberfläche befindet. Das können Fundamentreste, abgelagerter Bauschutt und alte Wege sein. Auf dem größeren der beiden Areale stehen auch noch zwei baufällige Gebäude – eine Leichtbauhalle und ein ehemaliges Lagergebäude. Ein altes Garagengebäude war erst vor einigen Wochen von Unbekannten angezündet worden und völlig niedergebrannt.

Kaufpreis höher als Verkehrswert

Neben der Stadt hatten am Chemnitzer Amtsgericht noch andere Kaufinteressierte mitgeboten. Der Preis landete schließlich deutlich über dem, was als Verkehrswert für die Versteigerung angesetzt wurde. Für die große Fläche mit rund 18.000 Quadratmetern an der Ziegelstraße muss die Kommune 202.000 Euro geben. Geschätzt wurde sie zuvor auf reichlich 80.000 Euro. Die kleinere Fläche an der Oschatzer Straße, wo sich vor vielen Jahren die Verwaltung der Konsumgenossenschaft befand, hat der Erbengemeinschaft rund 111.000 Euro eingebracht. Geschätzt wurde zuvor auf rund 86.000 Euro.

Das meiste Geld hat allerdings ein rund 4,7 Hektar großes Stück Feld oberhalb der ehemaligen Lehmgrube gekostet. Den Zuschlag gab es bei einer Summe von 211.000 Euro. Geschätzt war die an einen Landwirt verpachtete Fläche auf rund 88.000 Euro. Hier hatte die Stadt gemeinsam mit dem Landwirt das beste Gebot abgegeben. Allerdings gebe es für die Fläche noch ein Vorkaufsrecht eines Dritten, sagte Liebhauser. Sobald auch dieser Grundstückskauf in trockenen Tüchern ist, will das Döbelner Stadtoberhaupt das Ergebnis öffentlich im Stadtrat bekannt geben.

Langfristiges Entwicklungspotenzial

Zu den Plänen der Stadt mit den Grundstücken will Liebhauser noch nicht viel sagen. „Das ist ein eine interessante Lage. Die Flächen haben Entwicklungspotenzial für verschiedene Zwecke. Das sieht auch der Stadtrat so. Dieses Entwicklungspotenzial kann auch ein langfristiges sein“, sagte Liebhauser.

Gleich neben den neuerworbenen Flächen besitzt die Stadt bereits ein Grundstück am unteren Teil der Oschatzer Straße. Das wird derzeit als Parkfläche durch die Anwohner genutzt.

Teilfläche war schon verkauft

Die Zwangsversteigerung in Chemnitz war zur Auflösung der Gemeinschaft erfolgt, was nicht so häufig ist. Die vielköpfige Erbengemeinschaft hatte sich im Laufe vom mehr als 20 Jahren immer mehr verzweigt. Bis zur Wende hatte sich auf der Fläche der Bauhof des Kreisbaubetriebs befunden und war danach noch einige Jahre von einer Firma genutzt worden. Die Erben ließen sich die Grundstücke rückübertragen.

Später hatten die Eigentümer schon einen Teil der Flächen an den Tischlermeister Ekkehard Landgraf verkauft, der dort vor einigen Jahren eine Fertigungshalle für seinen Betrieb errichtet hatte.

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