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Lebensretter für Luke gesucht

Die Mitarbeiter der Partzsch Unternehmensgruppe wollen helfen. Der Sohn eines Mitarbeiters braucht eine Stammzellspende.

Die Mitarbeiter der Partzsch Unternehmensgruppe wollen ihrem Kollegen aus Bitterfeld helfen. Dessen Sohn Luke ist sehr krank und benötigt eine Stammzellspende.
Die Mitarbeiter der Partzsch Unternehmensgruppe wollen ihrem Kollegen aus Bitterfeld helfen. Dessen Sohn Luke ist sehr krank und benötigt eine Stammzellspende. © Lutz Weidler

Döbeln. Luke ist eineinhalb Jahre alt. Er war nach der Eingewöhnung nur einen Tag in der Kita. Dann ging es ihm schlecht. Im Januar wurde bei ihm die seltene Langerhans-Zell-Histiozytose diagnostiziert. Diese Krankheit greift das Blut, die Haut und die Leber an.

„Jeder kann sich vorstellen, wie es den Eltern nach dieser Diagnose gegangen ist. Es muss furchtbar sein“, sagte Madlen Gabsch, Assistentin der Geschäftsleitung der Partzsch Unternehmensgruppe.Sie wurde von ihrer Kollegin Daniela Baryga von der Pamo Reparaturwerk GmbH in Bitterfeld angesprochen, ob sich auch die Döbelner Kollegen an einer Stammzellspendenaktion beteiligen würden. „Die Pamo gehört zur Partzsch Unternehmensgruppe“, erklärt Gabsch.

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Auch wenn Bitterfeld ein Stück entfernt liege, seien die Döbelner Kollegen vom Schicksal des kleinen Jungen und dessen Eltern sehr betroffen. „Unsere Mitarbeiter sind sehr sozial eingestellt und helfen auch gern. Deshalb habe ich sofort zugesagt, dass wir Döbelner natürlich dabei sind“, sagte Madlen Gabsch.

Chemotherapie schlägt nicht an

Luke hat in den letzten Monaten eine Chemotherapie bekommen. Die hat allerdings nicht so gewirkt, wie es sich alle erhofft hatten. Eine Stammzellenspende scheint nun die einzige Chance für die Heilung von Luke zu sein. Einen passenden Spender gibt es jedoch noch nicht. „Deshalb wollen wir helfen, diesen zu finden“, sagte Madlen Gabsch.

Am liebsten hätte die Unternehmensgruppe eine Typisierungsaktion im Werk gestartet. „Immerhin sind wir mehr als 500 Mitarbeiter. 150 kommen noch einmal bei der Pamo dazu. Bei knapp 700 Mitarbeitern ist das Netzwerk groß, welches man zu solch einer Aktion aktivieren kann“, sagte die Assistentin der Geschäftsleitung.

Wegen der noch immer geltenden Corona-Vorschriften sei das aber zurzeit leider nicht möglich. Deshalb nutzt Madlen Gabsch alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um auf die Stammzellenspendenaktion hinzuweisen. Dazu zählen interne Aushänge in den Firmen der Unternehmensgruppe und die sozialen Medien. Unterstützung bekommt sie auch von der Geschäftsleitung.

Vorbild für die Kollegen

„Die Aktion ist gerade erst angelaufen, deshalb habe ich noch keine Rückinformation von den Kollegen. Fest steht aber, dass ich mich typisieren lasse“, so Madlen Gabsch. Sie habe schon oft von solchen Aktionen gehört. Doch nun habe sie einen wichtigen Grund, um sich registrieren zu lassen.

Sie hofft, dass viele Kollegen ihrem Vorbild folgen. Es gehe nicht nur um Luke, sondern auch um andere Menschen, die auf solch eine Stammzellenspende angewiesen sind.

„Wenn sich die Corona-Lage entspannt, könnten wir vielleicht noch eine Typisierungsaktion anschieben“, meint die Assistentin der Geschäftsleitung. Auf jeden Fall drücken auch die Döbelner Kollegen dem kleinen Luke die Daumen, dass zeitnah ein Spender gefunden wird.

Registrieren geht einfach

Zunächst müssen sich diejenigen, die sich an der Aktion beteiligen, bei der DKMS registrieren lassen. „Das geht ganz einfach mit dem Computer oder Smartphone“, sagte Julia Ducavdus von der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS).

Dann wird ihnen eine Einverständniserklärung und ein Registrierungsset zugeschickt. Dieses beinhaltet drei medizinische Wattestäbchen. Mit diesen wird ein Abstrich der Mundschleimhaut gemacht und das Set wieder zurückgesendet. Ein frankierter Briefumschlag liegt dem Registrierungsset bei.

Die Probe wird in einem Labor in Dresden analysiert und nach etwa vier Wochen die entsprechenden Daten in die Kartei, auf die weltweit zugegriffen werden kann, aufgenommen.

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