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Hier zieht das Döbelner Polizeirevier ein

Bis Mitte nächsten Jahres sollen die Bauarbeiten am neuen Polizeirevier abgeschlossen sein. Was beim Bau besonders beachtet werden muss.

Architekt Christian Mertens (links), Astrin Rose, Sachgebietsleiterin Hochbau 1 im SIB der Niederlassung Chemnitz und Alwin-Rainer Zipfl, Pressesprecher des Staatsbetriebes für Immobilien und Baumanagement des Freistaates Sachsen (SIB).
Architekt Christian Mertens (links), Astrin Rose, Sachgebietsleiterin Hochbau 1 im SIB der Niederlassung Chemnitz und Alwin-Rainer Zipfl, Pressesprecher des Staatsbetriebes für Immobilien und Baumanagement des Freistaates Sachsen (SIB). © Dietmar Thomas

Döbeln. Sicher, transparent, hell und freundlich soll es werden, das neue Polizeirevier an der Leisniger Straße. Hier entsteht ein funktionaler Bau für 100 Mitarbeiter. Das sind etwa 20 mehr als bisher.

„Wir wollen so bauen, dass das Gebäude auch zukunftsfähig ist“, sagte Alwin-Rainer Zipfl, Pressesprecher des Staatsbetriebes für Immobilien und Baumanagement des Freistaates Sachsen (SIB).Der Rohbau ist fertig, der Innenausbau läuft. In Kürze sollen die Alufenster eingesetzt werden. Die baut die Döbelner Firma Syfatek GmbH.

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Auch mit der technischen Installation wurde begonnen. „Wir liegen im Zeitplan, auch wenn es zu Beginn der Arbeiten einige Verzögerungen gab. Das heißt, die Bauarbeiten sollen Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden. Dann fehlt nur noch die Einrichtung“, so Zipfl (DA berichtete).

Neues Döbelner Polizeirevier soll Nachhaltig sein

Das künftige Polizeirevier ist ein in sich abgeschlossener Komplex. Die acht Garagen für die Einsatzfahrzeuge, eine Mauer und das Hauptgebäude bilden einen Sicherheitsgürtel um den Innenhof. Der soll in der Mitte begrünt werden.

Überhaupt wurde bei der Planung des neuen Reviers viel Wert auf den Einsatz von regenerativen Energien und Nachhaltigkeit gelegt. So kommt ein Teil des benötigten Stroms von der Solaranlage, die auf dem Dach installiert wird.

Bei der Planung des neuen Reviers viel Wert auf den Einsatz von regenerativen Energien und Nachhaltigkeit gelegt. Zurzeit erfolgen die Bohrungen für die Erdwärme.
Bei der Planung des neuen Reviers viel Wert auf den Einsatz von regenerativen Energien und Nachhaltigkeit gelegt. Zurzeit erfolgen die Bohrungen für die Erdwärme. © Dietmar Thomas

„Damit kann ein zusätzlicher Energiebedarf gedeckt werden. Da das Polizeirevier ständig besetzt ist, wird entsprechend viel Strom benötigt“, so Astrin Rose, Sachgebietsleiterin Hochbau 1 im SIB der Niederlassung Chemnitz. Es wird auch eine Ladestation für Elektrofahrzeuge geben, die in Zukunft zum Einsatz kommen könnte.

Eingang zum Revier über Ecke Leisniger-/Eichbergstraße

„Bei der Planung des Gebäudes haben wir die Baufluchten und Gebäudehöhen beachtet, sodass sich das Polizeirevier städtebaulich gut integriert“, erklärte Architekt Christian Mertens. Das Gebäude ist 49 Meter lang und 17,5 Meter breit. Es hat keinen Keller und drei Stockwerke.

Damit die Sicherheit gewährleistet wird, wurde Stahlbeton verarbeitet, der an manchen Stellen auch als Sichtbeton zu sehen sein wird. Der öffentliche Eingang zum Revier befindet sich an der Ecke Leisniger Straße/Eichbergstraße. „Hier können sich die Bürger, die zum Beispiel etwas zur Anzeige bringen wollen, bei der Wache melden und im Besucherraum auf die Mitarbeiter warten“, erklärte Astrin Rose.

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Im Erdgeschoss befinden sich außerdem Umkleidekabinen und die Sanitärbereiche, getrennt für Männer und Frauen. Außerdem gibt es vier Gewahrzellen und zwei Verwahrzellen, in denen landen unter anderem Personen in hilfloser Lage, die nur kurzzeitig weggeschlossen werden müssen.

"Sicherheit spielt bei diesem Gebäude eine große Rolle"

Die untere und die beiden oberen Etagen trennt optisch ein sogenanntes Lichtband aus länglichen Fenstern. Diese befinden sich so hoch, dass sie kaum erreicht werden können, um unter anderem Vandalismus vorzubeugen.

„Die Sicherheit spielt bei diesem Gebäude eine große Rolle. Es war eine Herausforderung, dass diese gewährleistet wird, gleichzeitig aber auch die Transparenz und Bürgernähe zum Ausdruck kommt“, sagte der Architekt. Wer sich davon überzeugen will, kann sich das Polizeirevier sehr wahrscheinlich im nächsten Jahr zum Tag der Architektur anschauen. Dann werden vor dem Einzug noch einmal alle Türen geöffnet sein.

Auf dem Areal an der Leisniger Straße entsteht neben einem Bürohaus auch in Garagenkomplex für die Einsatzfahrzeuge.
Auf dem Areal an der Leisniger Straße entsteht neben einem Bürohaus auch in Garagenkomplex für die Einsatzfahrzeuge. © Dietmar Thomas
Zurzeit läuft im neuen Polizeigebäude der Innenausbau. Dazu gehört auch der Einbau der Installationstechnik.
Zurzeit läuft im neuen Polizeigebäude der Innenausbau. Dazu gehört auch der Einbau der Installationstechnik. © Dietmar Thomas

In der zweiten und dritten Etage sind die Büroräume angeordnet. Auch einen Sportraum gibt es. Alle Zimmer haben große Fenster, damit das Tageslicht genutzt werden kann. Das wird zum Teil auch für helle Flure sorgen, da über den Türen Oberlichter eingebaut werden. Es gibt zwei Treppenhäuser und einen Aufzug. Alles ist barrierefrei. Auch die Technik ist entsprechend untergebracht.

„Bei der Planung haben wir eng mit den künftigen Nutzern der Polizeidirektion Chemnitz, zusammengearbeitet. Es gab ein Raumprogramm, das punktgenau umgesetzt werden muss. Alles ist funktional, sodass keine langen Wege zurückgelegt werden müssen“, sagte Christian Mertens. Er habe sich in Chemnitz ein funktionierendes Polizeirevier angesehen und seine Kenntnisse in die Planung einfließen lassen.

8,5 Millionen Euro für Polizei-Neubau geplant

Auch wenn das Hauptaugenmerk bei der Sicherheit und Funktionalität liegt, so spielt der Planer auch mit verschiedenen Materialien, um das Gebäude attraktiv zu gestalten. Das soll auch mit der Umsetzung eines Kunstprojektes gewährleistet werden.

„Wir haben einen Wettbewerb ausgelobt. Eine Jury hat acht Künstler ausgewählt, die nun einen Vorschlag erarbeiten , wie das Mauerwerk oder der Fußbodenbereich beziehungsweise der Eingang gestaltet werden können“, sagte Astrin Rose.

„Etwa 90 Prozent der Bauleistungen sind ausgeschrieben beziehungsweise vergeben“, sagte die Sachgebietsleiterin. Bisher ist sie mit der Arbeit der Firmen zufrieden. Zu ihnen gehört auch HTB aus Rochlitz.

Zurzeit gebe es noch keine Verzögerungen wegen fehlendem Material. „Wir liegen auch noch im Kostenplan“, so Rose. Für den Neubau sind 8,5 Millionen Euro geplant.

Notwendig wurde dieser, weil das Polizeirevier an der Burgstraße sowohl im Jahr 2002 als 2013 vom Hochwasser betroffen und damit eingeschränkt arbeitsfähig war. „Das darf nicht wieder passieren. In Gefahrensituationen muss die Einsatzfähigkeit der Polizei gewährleistet bleiben“, ergänzte die Sachgebietsleiterin des SIB. Im Jahr 2022 soll der Neubau abgeschlossen sein.

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