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Darum war in Döbeln keine Sirene zu hören

Um 11 Uhr sollte bundesweit ein Signalton zu hören sein. Doch in der Muldestadt blieb es still.

Symbolbild: Im Umland von Döbeln gibt es elf Sirenen-Standorte.
Symbolbild: Im Umland von Döbeln gibt es elf Sirenen-Standorte. © dpa-Zentralbild

Döbeln. Zahlreich ist im Vorfeld auf den bundesweiten Warntag am Donnerstag hingewiesen worden. Pünktlich um 11 Uhr sollten im ganzen Land die Sirenen heulen. Allein in Mittelsachsen waren 414 Anlagen zu aktivieren. Doch in der Stadt Döbeln war nichts zu hören.

Das sorgte bei den Anwohnern sofort für Unruhe, wie dem sozialen Netzwerk Facebook kurz nach 11 Uhr zu entnehmen war. Die Erklärung für die Stille in der Stadt Döbeln ist einfach: Im Stadtgebiet gibt es keine Sirenen, die hätten ertönen können. Betrieben werden von der Kommune elf Anlagen, die sich alle in der Umgebung befinden. 

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So sind Sirenen unter anderem in Ebersbach, Neudorf, Stockhausen, Technitz, Töpeln oder Mochau zu finden. „Dazu kommen noch zwei mobile Geräte, die wir für lokale Alarmierungen nutzen“, erklärte Stadtsprecher Thomas Mettcher. 

Zum Einsatz gekommen sind diese allerdings am Donnerstag nicht. Das würden sie jedoch, wenn es lokale Ereignisse, wie zum Beispiel Hochwasser gäbe, bei denen eine Warnung der Bevölkerung notwendig wäre. 

„Der Landkreis hat die Kommunen nicht aufgefordert, eigene Warnmittel einzusetzen. Die Sirenen wurden vom Landkreis ausgelöst“, äußerte sich Kreissprecher André Kaiser.

Sirenen sollen umgesetzt werden

Die Installation von Sirenen im Bereich der Stadt Döbeln ist nach Auskunft von Mettcher auch nicht vorgesehen. Obwohl viele Anwohner dies am Donnerstag kritisiert haben. Mettchers Begründung: „Die Feuerwehr Döbeln rückt pro Jahr rund 300 mal aus. Dann würde auch so oft die Sirene in der Stadt gehen.“ 

Die Alarmierung der Döbelner Kameraden erfolge jedoch über die Meldeempfänger. Diese Methode sei ebenso zuverlässig. Sirenen seien daher in der Stadt nicht erforderlich. 

Änderungen soll es perspektivisch lediglich bei den Anlagen aus dem Umland geben. „Einige der Sirenen befinden sich noch auf privaten Grundstücken, diese sollen nach Möglichkeit künftig auf öffentliche Grundstücke umgesetzt werden“, informierte der Stadtsprecher.

In der Stadt Waldheim war die Sirene zu hören, wie eine Reporterin von Sächsische.de vor Ort berichtet. „Am heutigen Tag funktionieren alle Sirenen einwandfrei“, bestätigte auch Christin Rost, Sachgebietsleiterin Ordnung und Sicherheit, Brand- und Katastrophenschutz bei der Stadtverwaltung Waldheim. 

Die Kommune verfüge über elf Anlagen. In der Stadt selbst befindet sich die Sirene auf dem Rathaus. Zudem gebe es Sirenen in Meinsberg sowie Gebersbach an den Gerätehäusern der Feuerwehr. „In Meinsberg und Rudelsdorf sind die Sirenen auf zwei privaten Bauwerken installiert“, sagte Rost. Eine Erneuerung der Anlage habe es in letzter Zeit nicht gegeben, jedoch würden die Sirenen einmal pro Jahr gewartet.

Flächendeckende Beschallung wichtig

Laut und deutlich sei das Alarmsignal auch im Bereich der Gemeinde Großweitzschen zu vernehmen gewesen, schrieben Facebook-Nutzer aus Westewitz und Gallschütz. Auch hier bestätigte die Kommune am Donnerstag, dass alle fünf Sirenen der Gemeinde funktioniert hätten. 

Installiert sind die Anlagen auf Dächern. Sie befänden sich an einem jeweils zentralen Punkt des Ortes und in ausreichender Entfernung zu anderen Funkanlagen, um eventuelle Störungen zu verhindern, sagte Annett Gruhl von der Gemeindeverwaltung.

Über ebenfalls fünf Sirenen im Gemeindegebiet verfügt Ostrau. Angebracht sind diese auf den Dächern von Kita, Rathaus, der ehemaligen Schule in Schrebitz, dem ehemaligen Gerätehaus der Feuerwehr Noschkowitz sowie dem Gerätehaus der Feuerwehr Rittmitz. 

„Wichtig für die Standortwahl sind eine flächendeckende Beschallung, Stromversorgung sowie der jederzeitige Zugang zur Anlage und die Zustimmung des Grundstücks- beziehungsweise Gebäudeeigentümers“, informierte Antje Zornik.

Zuletzt sind die Anlagen laut Amtsleiterin auf Digitalfunk umgerüstet worden. Neue Anlagen seien derzeit nicht geplant, denn in der Gemeinde werde von einer ausreichenden, flächendeckenden Beschallung ausgegangen. Auch in Ostrau hätten alle fünf Sirenen sowohl bei der Alarmierung als auch bei der Entwarnung angeschlagen, teilte Zornik mit. 

Das haben auch die Tiere im Ostrauer Tierheim „Am Wiesengrund“ mitbekommen. „Einige haben gejault, aber es ist im Rahmen geblieben“, äußerte sich Carmen Posner vom Tierschutzverein.

Roßwein plant Sirene in der Stadt

In der Region Roßwein sei das Signal ebenfalls zu vernehmen gewesen. Jedoch nach Hinweisen von mehreren Anwohnern nur sehr leise und sehr kurz. „Nur mit Fenster auf war was zu hören“, hieß es in einem Kommentar. Grund hierfür ist, dass es auch in der Stadt Roßwein keine Sirene mehr gibt. 

Im Stadtgebiet müssen die Anwohner im Katastrophenfall aufmerksam sein und auf Durchsagen der vorbeifahrenden Feuerwehr achten, heißt es dazu in einem früheren Bericht von Sächsische.de

„Im Hochwasserfall werden außerdem ab Warnstufe 2 die gefährdeten Unternehmen von der Stadtverwaltung persönlich angerufen und vorgewarnt“, erläuterte damals Wehrleiter René Bernhard. 

Darüber hinaus seien alle Bürger dazu aufgerufen, bei besonderen Wetter- oder Gefahrenlagen aufmerksam zu sein und sich bestmöglich zu informieren. Auf dem Dach der Feuerwache solle es aber künftig wieder eine Sirene und dazu zusätzlich einen Lautsprecher für Durchsagen im Notfall geben. 

„Bei der Sanierung des Gebäudes wurde das bereits vorgesehen und eine entsprechende Stromversorgung vorbereitet“, so Bernhardt. Umgesetzt wurde dieses Vorhaben bisher nicht.

In Hartha sei ebenfalls nichts zu hören gewesen, so ein Nutzer im sozialen Netzwerke Facebook. In Leisnig wiederum waren Signaltöne zu hören. Im Stadtgebiet sowie der Umgebung stehen 15 Anlagen, so Wehrleiter Bernd Starke. 

Neue Sirenen sind auch in Leisnig derzeit nicht geplant. Ob alle 15 am Donnerstag geheult habe, dazu lagen am Donnerstag noch keine Informationen vor.

Kreis Mittelsachsen zieht positive Bilanz

Der Landkreis zog am Donnerstag zunächst eine positive Bilanz zum Warntag: „Nach unseren Stand sind die Sirenen gelaufen, sowohl zur Warnung als auch die Entwarnung“, fasste der zuständige Abteilungsleiter Steffen Kräher zusammen. Ob flächendeckend alles funktioniert habe, werde derzeit durch eine Abfrage bei den Kommunen noch ermittelt.

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Was nicht funktioniert hatte, war die Warnung über die Apps fürs Smartphone. „Positiv ist aber, dass durch die breite mediale Begleitung, das Thema Warnung der Bevölkerung näher gebracht wird. Eine solche Warnung könnte jederzeit möglich sein“, sagte Steffen Kräher. 

Dieser Artikel wurde um 16 Uhr aktualisiert. 

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