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Drängt es die Märkte auch in Hartha an den Stadtrand?

Bis Sommer soll feststehen, wo sich noch Einzelhandel etablieren kann. Die Überarbeitung des Konzeptes beginnt jetzt.

Möglicherweise könnte sich an der Dresdener Straße in Hartha noch weiterer Einzelhandel ansiedeln. Das Konzept dafür wird gerade überarbeitet.
Möglicherweise könnte sich an der Dresdener Straße in Hartha noch weiterer Einzelhandel ansiedeln. Das Konzept dafür wird gerade überarbeitet. © Dietmar Thomas

Hartha. Der Auftrag dafür ist in dieser Woche bei der Dr. Lademann & Partner, Gesellschaft für Unternehmens- und Kommunalberatung mbH, eingegangen. Das sagt Prokurist Boris Böhm im Gespräch mit Sächsische.de.

Sein Unternehmen hatte vor ein paar Monaten erst ein neu erstelltes Konzept für Hartha vorgelegt. Dass ein Nachjustieren daran schon so schnell notwendig wird, das bezeichnet er selbst als ungewöhnlich.

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Die Entwicklung hat die Planungen und die bisherigen Vorstellungen von Hartha überholt. In der Nachbarstadt Leisnig wird sozusagen in diesem Moment mit dem Bau eines neuen Discounters begonnen – allerdings nicht im Zentrum, sondern am Rande der Stadt, an einer viel befahrenen Staatsstraße.

Landesplanungen sehen anders aus

„Dabei ist es die raumordnerische Leitplanung von Sachsen, die Ortskerne zu stärken“, sagt Boris Böhm. Genau darauf sei auch das bisherige Einzelhandelskonzept von Hartha ausgerichtet gewesen, wobei es einen belebten Ortskern mit Einzelhandel vom Grunde her gar nicht gibt. Diese Funktion hätten in den vergangenen Jahren die Märkte an der Nordstraße übernommen.

Genau deshalb hatten die Stadträte geplant, dass weitere Investitionen im Bereich Einzelhandel dort und in der näheren Umgebung erfolgen sollen. Dieser Beschluss ist in der März-Sitzung der Stadträte aufgehoben worden.

Wo jetzt an anderer Stelle Einzelhandel etabliert werden könnte, das sollen nun die Planer untersuchen. „Neue Befragungen wie bei der Erstellung des Konzeptes im vergangenen Jahr werden wir nicht noch einmal durchführen“, so Boris Böhm.

Er könne sich nicht vorstellen, dass sich die Bedürfnisse der Harthaer in so kurzer Zeit geändert hätten. Er erinnert daran, dass es Wunsch der von seinem Unternehmen per Telefon kontaktierten Einwohner gewesen sei, noch einen Lebensmittelmarkt vor Ort zu haben und einen Drogeriemarkt.

Waldheim gelingt beides

Für beides kann das Einzelhandelskonzept natürlich keine Investoren liefern. Aber Standorte ausweisen, die strategisch gut gelegen sind und Märkten wie Kunden die Erreichbarkeit erleichtern. „Die Märkte müssen im Wettbewerb bestehen können“, so der Prokurist.

„Wahrscheinlich werden wir empfehlen, noch Flächen an der Dresdener Straße für den Einzelhandel zuzulassen und auszuweisen.“ Dafür gibt es zum Beispiel noch freie Grundstücke zwischen der Bahnhofstraße, dem Netto-Markt und dem Gelände der Firma Estler Straßenbau.

Aber auch eine andere Empfehlung zieht er zu Beginn der Arbeit in Betracht: das bisherige Zentrum an der Nordstraße nicht aufzugeben. Dass es möglich ist, Handel in der Innenstadt und am Stadtrand zu platzieren, das zeigt die Nachbarstadt Waldheim. Dort ist in Zentrumsnähe der Cap-Markt zu finden, während Kunden zu Kaufland und Penny eher an den Stadtrand fahren. Dieses schon breite Angebot im Umfeld macht es Hartha nicht gerade leicht, für Ansiedlungen zu werben.

Noch einmal neu diskutieren

Böhm geht davon aus, dass das überarbeitete Einzelhandelskonzept im Mai in die Ausschüsse geht und noch im ersten Halbjahr Diskussionsgrundlage im Stadtrat sein kann. „Ich denke, die Stadträte sind für vieles offen“, hatte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) nach der Auftragsvergabe in Aussicht gestellt.

Die Planer wüssten besser als jeder Laie, welches Umfeld Handelsunternehmen brauchen, um erfolgreich tätig zu werden und sich für einen Standort zu entscheiden. „Wir können das nicht einschätzen“, so Kunze. Günstigstenfalls sollten die Harthaer – gleich, welchen Alters – vor Ort alles einkaufen können, was sie im Alltag benötigen.

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