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Großweitzschen trauert um Friedensrichter

Der langjährige Amtsinhaber Manfred Nestler aus Gadewitz starb am Sonnabend im Alter von 71 Jahren. Er kämpfte lange gegen eine Krebserkrankung.

Manfred Nestler war mehr als 30 Jahre Friedensrichter in Großweitzschen. Am Sonnabend ist er verstorben.
Manfred Nestler war mehr als 30 Jahre Friedensrichter in Großweitzschen. Am Sonnabend ist er verstorben. © Archiv/Dietmar Thomas

Großweitzschen. Mehr als 30 Jahre war Manfred Nestler als Friedensrichter im Amt. Kurz nach der erfolgreichen Wahl zur siebten Amtszeit ist das ehemalige Gemeinderatsmitglied im Alter von 71 verstorben. Das bestätigt die sächsische Linken-Landtagsabgeordnete Marika Tändler-Walenta auf Anfrage von Sächsische.de. Der Gadewitzer kämpfte bereits lange Zeit gegen eine Krebserkrankung. Am Sonnabend sei er letztlich verstorben.

Direkt nach der Wende hatte Manfred Nestler die ehrenamtliche Aufgabe des Friedensrichters in der Gemeinde Großweitzschen übernommen. Sechs Amtszeiten sind seitdem vergangen.

Manfred Nestler hat es sich immer wieder zur Aufgabe gemacht, anstehende Probleme erst einmal vor Ort anzusehen und dann zu entscheiden, ob es eine Verhandlung gibt. Entweder vor Ort, in der Gemeindeverwaltung oder in Räumen der Mockritzer Agrarland GmbH.

Gadewitzer langjähriges Parteimitglied bei den Linken

Die Gründe, warum sich Menschen streiten, beschrieb Nestler im Jahr 2017 so: „Oftmals geht es um die Einhaltung von Grundstücksgrenzen oder darum, dass eine Hecke zu hochgewachsen ist oder Bäume auf das Grundstück des Nachbarn ragen.“

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Insgesamt habe er bereits über 500 Fälle bearbeitet. Das Amt als Friedensrichter hat er nach Aussagen von vielen Bürgern mit großer Leidenschaft und zuverlässig wahrgenommen.

Aktiv war der bekannte Gadewitzer auch in der Kommunalpolitik. Wie Marika Tändler-Walenta erzählt, war Nestler mehrere Jahre Vorsitzender des Linken-Ortsverbands Döbeln-Großweitzschen.

„Er war ein sehr engagiertes Parteimitglied“, so die Landtagsabgeordnete. Bis 2019 war er auch Gemeinderatsmitglied in Großweitzschen, bis er aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Als ältestes Mitglied des Gremiums durfte er unter anderem den Bürgermeister der Gemeinde vereidigen.

Der Letzte, bei dem das geschah, war Jörg Burkert (parteilos), das jetzige Gemeindeoberhaupt. Wie er auf Anfrage mitteilt, bedauere er den Tod des „langjährigen engagierten Bürgers der Gemeinde“ sehr. „Vor kurzem stand er noch im Gemeinderat und wurde in seinem Posten wiedergewählt und nun kommt diese traurige Nachricht“, so Burkert.

Friedensrichter-Stellvertreter rücken nach

Nun soll der 50-jährige Stellvertreter Thomas Malkowski aus Strocken den Posten des Friedensrichters in Großweitzschen übernehmen. René Schlosser (41) aus Zschepplitz wird dann an seine Stelle auf Platz zwei rücken. So zumindest sind die Pläne der Stadtverwaltung, wie Bürgermeister Burkert mitteilt.

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Beide stellten sich bereits in einer der vergangenen Sitzungen vor und wurden beide durch den Gemeinderat als Stellvertreter bestätigt. Malkowski war bereits zuvor an zweiter Stelle im Amt.

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