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Für Leisniger: Babyglück nach kurzem Schreck

Seit 19. Dezember ist die Entbindungsstation in Leisnig geschlossen. Zwei Tage später jedoch wollte Ida auf die Welt

Papa Markus Hammer hat das erste Foto von seiner Frau Christin Hustig und ihrer gemeinsamen Tochter Ida „geschossen“. Er durfte bei der Geburt in Mittweida sogar dabei sein. Die Kleine sollte eigentlich in Leisnig zur Welt kommen.
Papa Markus Hammer hat das erste Foto von seiner Frau Christin Hustig und ihrer gemeinsamen Tochter Ida „geschossen“. Er durfte bei der Geburt in Mittweida sogar dabei sein. Die Kleine sollte eigentlich in Leisnig zur Welt kommen. © privat

Leisnig. Bis zum eigentlichen Entbindungstermin am 30. Dezember wollte die Tochter von Christin Hustig und Markus Hammer aus Bockelwitz nicht warten. Sie entschloss sich, schon neun Tage früher auf die Welt zu kommen.

Diese Tatsache an sich stellte ihre Eltern weniger vor ein Problem. Dass die sozusagen vor der Haustür liegende ausgesuchte Geburtsklinik in Leisnig zu diesem Zeitpunkt geschlossen hat, dagegen schon.

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„Es war erst einmal ein kurzer Schreck, als wir von der Schließung erfahren haben“, gibt Christin Hustig zu. Wegen der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen hatten sich Christin Hustig und ihr Mann die zunächst ausgewählte Leisniger Geburtsklinik zwar nur per Video-Chat anschauen können. Trotzdem seien sie nach der Absage enttäuscht gewesen, dass die bisherigen Vorbereitungen umsonst waren.

Klinik bewusst nach dem Spektrum ausgewählt

Doch die Bockelwitzerin habe sich dann relativ rasch informiert, nach einer Alternative gesucht und die im Krankenhaus in Mittweida gefunden. „Wichtig war mir, dass es eine angeschlossene Kinderklinik gibt, falls sich doch Komplikationen einstellen“, sagt die 30-Jährige.

Das ist glücklicherweise nicht passiert. Doch darauf habe sie Wert gelegt. Deshalb seien andere Klinken für sie nicht infrage gekommen, obwohl sie von der Entfernung her vielleicht näher gewesen wären.

Nett, aber mit sprachlichen Hürden

Zum Krankenhaus nach Mittweida sind Christin Hustig und ihr Mann schließlich selbst gefahren, als sich die Wehen einstellten. Dass er bei der Geburt dabei sein durfte, das habe ihr gutgetan, gibt die junge Mutter zu. Denn die Geburt habe sich dann doch noch ganz schön in die Länge gezogen.

In der Kürze der Zeit seien zwar auch in Mittweida keine großen Vorinformationen oder -gespräche möglich gewesen. Aber Christin Hustig habe sich trotzdem willkommen und gut aufgehoben gefühlt. „Das Team war sehr nett“, sagt sie. Als schade empfand die Bockelwitzerin, dass es bei einer der Mitarbeiterinnen das eine oder andere sprachliche Verständigungsproblem gab.

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus in Mittweida hatte sich nach der Ankündigung von Helios, die Geburtsklinik in Leisnig zwischen dem 19. Dezember und 4. Januar unter anderem aus personellen Gründen zu schließen, als Alternative angeboten.

Leisnig bietet Hilfe am Telefon

Wie Sprecherin Ines Schreiber sagte, hätten sich daraufhin mehrere schwangere Frauen mit dem Haus in Verbindung gesetzt. Außer für Geburten gibt es Chefarzt Gunnar Fischer zufolge in Mittweida auch die Kapazität, gynäkologische Notfälle zu behandeln.

Leisnigs Helios-Klinik bietet den Patientinnen während der Schließung der Geburtshilfe telefonische gynäkologische Akutsprechstunden, an bestimmten Tagen eine Hebammensprechstunde und eine 24-Stunden-Hotline an.

Christin Hustig darf mit Ida an diesem Donnerstag das Krankenhaus in Mittweida verlassen. Damit kann die kleine Familie das Fest zuhause verbringen. „Das schönste Weihnachtsgeschenk haben wir uns in diesem Jahr selbst gemacht“, sagt die 30-Jährige glücklich.

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