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In Leisnig: Pflegeheim am Freizeitzentrum?

Die Meinungen der Stadträte zu diesem Projekt sind geteilt. Eine Absage erteilen sie ihm trotzdem nicht. Aber es gibt Bedingungen.

Im Schützenhaus selbst soll auch beim Umbau der Saal erhalten bleiben. Eingerichtet werden dort Gemeinschafts- und Personalräume. Die Pflegebedürftigen bekommen einen Anbau.
Im Schützenhaus selbst soll auch beim Umbau der Saal erhalten bleiben. Eingerichtet werden dort Gemeinschafts- und Personalräume. Die Pflegebedürftigen bekommen einen Anbau. © Lutz Weidler

Leisnig. Schon vor Jahren hat sich Schützenhaus-Besitzer und Betreiber Peter Rehe einmal auf den bürokratischen Weg gemacht und das Projekt für ein Pflegeheim am Stadtrand eingereicht. Nun gibt es dieses Ansinnen erneut, und die Mitglieder des Technischen Ausschusses haben sich damit am Donnerstagabend beschäftigt.

Bauamtsleiter Thomas Schröder erklärte, dass Rehe vorhat, nördlich vom jetzigen Schützenhausgebäude ein neues, dreigeschossiges Gebäude mit innenliegendem Hofbereich zu errichten. Damit wird die jetzige Freifläche zwischen Chemnitzer Straße, Parkplatz und der Mehrzweck- sowie Kegelhalle beansprucht.

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Große Abstandsflächen gebe es nicht mehr. Aus diesem Grund weise die Kommune in ihrer Stellungnahme auf eine Lärmbelästigung hin, die die Bewohner des Heimes mit 76 Plätzen durchaus stören könnte.

Es darf keine Einschränkungen fürs Umfeld geben

Schröder erinnerte an Faschingsfeiern in der Halle, die für gewöhnlich nicht zur Nachtruhezeit um 22 Uhr enden. Außerdem gebe es das Alternative Jugendzentrum sowie nebenan das Freibad, wo es ebenfalls lauter zugehen kann.

Dagegen könnten Vorkehrungen getroffen werden. Als Beispiel nannte er den Einbau entsprechender Fenster und dass die Bewohner ihre Schlaf- und Pflegezimmer dort bekommen, wo es am ruhigsten ist.

Doch diese Empfehlungen sind das eine. Ob diese eingehalten werden und es dann dennoch zu Beschwerden kommt, das andere. Die Kommune möchte sichergehen – und darin sind sich die Stadträte einig –, dass die bestehenden Einrichtungen ringsum weiter betrieben werden dürfen wie bisher. Also wünscht sie sich vom Bauherren, dass dieser eine Schallemissionsprognose erstellen lässt.

So sieht der geplante Anbau an das Schützenhaus Leisnig aus. Die Stadträte haben sich am 26. November mit den Entwürfen beschäftigt.
So sieht der geplante Anbau an das Schützenhaus Leisnig aus. Die Stadträte haben sich am 26. November mit den Entwürfen beschäftigt. © Entwurf: Haase Architekten Berlin

Außerdem sollte im Vorfeld geklärt werden, wo Heimpersonal und Besucher künftig parken können. Auf dem eigenen Grundstück könnte der Investor die nötigen Stellflächen möglicherweise schwer nachweisen.

Deshalb bietet die Kommune an, mitzuüberlegen, ob es auf städtischen Flächen Möglichkeiten gibt. Einige Stadträte wiesen darauf hin, in diesem Zusammenhang an Sportveranstaltungen sowie den Bedarf der Freibadbesucher zu denken.

Stadträte haben nur begrenzt Mitbestimmungsrecht

Nicht allen gefiel der geplante „große Klotz“. Mario Böhme (SPD) fand die Lage am Stadtrand ungünstig. Thomas Richter (WG) gab zu bedenken, dass es gerade einen Bauboom an Heimen gebe und der Kampf um Personal immer erbitterter wird. Die Pflege in Heimen sei nicht die Zukunft, weil sie weder von den Betroffenen noch von den Kassen finanziell leistbar sein wird, prognostizierte Richter, der als Chef der Diakonie Döbeln auch für ein Pflegeheim in Roßwein verantwortlich ist.

Mathias Voigtländer (CDU) sieht regional schon einen Bedarf an Pflegeplätzen. Die Leiterin der örtlichen Einrichtung habe ihm bestätigt, dass es nach wie vor eine Warteliste gibt.

Dennoch, räumte der Bauamtsleiter ein, sei es nicht an den Stadträten, darüber zu befinden, ob ein weiteres Heim gebaut wird oder nicht. Die Kommune könne lediglich mitreden, wenn es ums Stadtbild geht.

Dass der Saal im Schützenhaus verloren geht, müssen die Räte nicht befürchten. „Er soll erhalten bleiben“, so Schröder. Geplant sei, in dieser Bestandsimmobilie zudem Gemeinschaftsräume für die Bewohner und Aufenthaltsräume fürs Personal einzurichten.

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