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Karls Erlebnis-Dorf: Gut für Sachsens Tourismus?

Zwischen dem geplanten Erlebnis-Park in Döbeln und dem Sonnenlandpark Lichtenau liegen nur 34 Kilometer. Werden sie Konkurrenten?

Der Rutschenturm ist die größte Attraktion im Sonnenlandpark Lichtenau. Gebaut hat ihn die Döbelner Firma Atlantics. Auch für das in Döbeln geplante Karls Erlebnis-Dorf soll das Unternehmen eine Rutsche konzipieren.
Der Rutschenturm ist die größte Attraktion im Sonnenlandpark Lichtenau. Gebaut hat ihn die Döbelner Firma Atlantics. Auch für das in Döbeln geplante Karls Erlebnis-Dorf soll das Unternehmen eine Rutsche konzipieren. © Sonnenlandpark

Region Döbeln. Die Geschäftsführung und Mitarbeiter des Sonnenlandparks Lichtenau waren ebenso überrascht, wie die Döbelner. Dass an der Schnittstelle von A14 und B169 Karls Erlebnis-Dorf gebaut werden soll, hat eingeschlagen wie eine Bombe.

Dass Robert Dahl, Geschäftsführer der Karls-Erlebnis-Parks, nach einem geeigneten Grundstück in Sachsen gesucht hat, „wissen wir schon lange“, sagt Anita Müller, im Sonnenlandpark für das Marketing zuständig. Erst sei es Leipzig gewesen, dann Bannewitz. Aber mit Döbeln habe niemand gerechnet.

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Im Moment sei die Devise des Sonnenlandparks erst einmal abzuwarten, wie sich das Projekt tatsächlich entwickle. Und grundsätzlich sehe die Geschäftsführung das Vorhaben sogar positiv. „Für Sachsen als Urlaubsland ist das schön und für den Tourismus eine Bereicherung“, so Anita Müller. Der Sonnenlandpark arbeite schon seit Jahren gut mit den Freizeitparks Belantis und Plohn zusammen. Und das erhoffen sich die Lichtenauer auch mit Karls Erlebnis-Dorf.

Zwei verschiedene Konzepte

Den sehe der Sonnenlandpark nicht als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung des Freizeitangebotes in Sachsen. „Das Konzept von Karls ist ganz anders als das des Sonnelandparks“, meint die Pressesprecherin. 

Die Erlebnis-Dörfer setzen auf die Herstellung und den Verkauf von Lebensmitteln in Verbindung mit verschiedenen Attraktionen. Dabei gewinnen die Manufakturen, in denen Karls Marmeladen, Eis, Bonbons, Seife und Popcorn herstellt sowie Brot und Kuchen gebacken und Café geröstet werden, immer mehr an Bedeutung.

Der Sonnenlandpark ist ausschließlich auf Spiel, Spaß und Bewegung ausgerichtet. Im Außengelände des Freizeitparks gibt es mehr als 40 Attraktionen. „Dazu gehören riesige Hüpfberge, Tretautos, Kinder-Quads, Minidampfer, Bagger, Kletter- und Schlauchrutschparadies, Waldlabyrinth, Überschlagschaukeln, Kettenkarussell, Parkbahn, Riesenrad und natürlich Deutschlands höchstem Rutschenturm, zählt Anita Müller auf.

Zu den mehr als 40 Angeboten im Sonnenlandpark gehören die Parkbahn und das Riesenrad.
Zu den mehr als 40 Angeboten im Sonnenlandpark gehören die Parkbahn und das Riesenrad. © Sonnenlandpark

Riesenrutsche von Altlantics

Den hatte die Döbelner Firma Atlantics erst in diesem Jahr im Sonnenlandpark gebaut. Rutschen sind auch das Wahrzeichen der Karls Erlebnis-Dörfer. Natürlich soll auch das Döbelner eine solche bekommen und von Atlantics gebaut werden. 

Den Auftrag sozusagen vor der eigenen Haustür bezeichnet René Clausnitzer, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, als besonderen Ansporn. „Wir werden uns etwas einfallen lassen, das es so noch nicht gegeben hat, um für unsere Heimatstadt etwas Besonderes zu schaffen“, sagt er.

Eintrittspreise leicht unterschiedlich

Die Rutschen seien dann eine Gemeinsamkeit der beiden Freizeiteinrichtungen, meint Anita Müller. Unterschiede gebe es dagegen in der Größe. Karls plane mit einer Fläche von 17 Hektar, der Sonnenlandpark sei 30 Hektar groß. Dort gebe es ein Drei-in-eins-Angebot. Im Wildpark leben mehr als 200 Tiere von neun Arten.

 An Schlechtwettertagen könne der Indoorspielplatz genutzt werden, ansonsten alle Angebote im Außengelände. „Attraktionstechnisch haben wir mehr zu bieten“, ist die Pressesprecherin überzeugt.

Den Eintrittspreis sieht sie nicht als Entscheidungsgrund von Familien für das eine oder andere Angebot. Am Stammsitz von Karls in Rövershagen kostet das Tagesticket 12 Euro. Damit rechnet Anita Müller auch in Döbeln. Der Sonnenlandpark verlangt 15 Euro.

Beide Parks planen Hotels

Neben der Riesenrutsche wird es in beiden Parks noch eine Gemeinsamkeit geben. „Das Projekt planen wir schon lange“, so die Sprecherin. Die Gemeinde Lichtenau habe dem Vorhaben bereits zugestimmt. Noch in diesem Jahr soll der Spatenstich erfolgen. Neben dem Eingangsbereich des Sonnenlandparks soll ein Hotel mit 100 Betten gebaut werden. Bei Karls in Döbeln sind Übernachtungsmöglichkeiten mit 200 Betten geplant.

Dies könne für beide Seiten nutzbringend sein. Denn nicht jeder Tourist unternehme jeden Tag dasselbe. Wer bei Karls übernachtet habe es nicht weit bis zum Sonnenlandpark und umgekehrt, meint Anita Müller.

Sie betont wiederholt, dass die Ansiedlung von Karls Erlebnis-Dorf in Döbeln nicht nur positiv für das Image der Stadt, sondern von ganz Sachsen sei. „Es ist gut, dass wieder mal jemand etwas anpackt.“

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