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Döbeln

Leisniger Stadtführerin wird 75

Sie hat eine Schule und einen Verein geleitet, führt Gäste durch Leisnig und durchs Kloster Buch. An diesem Dienstag wird Renate Simon 75 Jahre alt.

Zuhause in Leisnig - an dieser Broschüre hat Renate Simon mitgearbeitet. An diesem Dienstag wird die ehemalige Schulleiterin und Chefin des Heimatvereins 75 Jahre alt.
Zuhause in Leisnig - an dieser Broschüre hat Renate Simon mitgearbeitet. An diesem Dienstag wird die ehemalige Schulleiterin und Chefin des Heimatvereins 75 Jahre alt. © Archiv: Dietmar Thomas

Leisnig. Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es! – Diese Worte des Schriftstellers Erich Kästner scheinen das Lebensmotto von Renate Simon zu sein. Denn das Letzte, woran sie bei ihrer Tages- oder Wochenplanung wohl denkt, ist, die Hände in den Schoß zu legen und zu warten, was passiert.

Bloß gut, sagt Rica Zirnsack. Denn wenn sich so viele Besucher zu Führungen durch die Anlage des Klosters Buch anmelden, dass die Förderer den Ansturm nicht selbst bewältigen können, dann rufen sie Renate Simon an. „Sie und ihr Mann haben uns noch nie im Stich gelassen“, sagt Rica Zirnsack.

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Sie schätzt die hilfsbereite und wenn nötig zupackende Art von Renate Simon. Ohne sie und den Einsatz anderer Heimatfreunde wäre die Zukunft des Klosters nach der Wende möglicherweise ungewiss gewesen.

Ganz oder gar nicht

Als Kloster- und auch als Leisniger Stadtführerin gibt Renate Simon ihr Geschichtswissen „im Großen und Ganzen“ und auf Leisnig bezogen weiter. Wer mit ihr durch die Altstadt läuft, erfährt garantiert etwas Neues, selbst wenn er dort schon lange lebt. Das unterhaltsam zu verpacken, das fällt den Simons nicht schwer. Immerhin haben beide ihr Berufsleben als Lehrer in Schulen verbracht.

Renate Simon ist mit Leib und Seele Lehrerin gewesen. Das ist das Erste, was Ursel Hänsel, einer langjährigen Kollegin von Renate Simon, einfällt. Aber auch sonst erinnert sie sich daran, dass ihre frühere Chefin der Typ „ganz oder gar nicht“ war. „Halbe Sachen hat es bei ihr nicht gegeben. Wenn sie etwas übernommen oder angepackt hat, dann, weil sie dahinterstand, es gern und mit Herzblut gemacht hat.“

Die Geschichte hat kein letztes Wort

Viel Energie steckte Renate Simon zum Beispiel in eine Broschüre. In dieser stellte der Leisniger Geschichts- und Heimatverein, den sie über mehrere Jahre leitete, die nach der Eingemeindung von Bockelwitz neuen Leisniger Ortsteile vor. Viele davon hat sie mit ihrem Mann besucht, sich die Geschichten der Leute angehört und dann aufgeschrieben.

Dafür hatte sie, nachdem sie als Leiterin der Grundschule Sitten in Rente gegangen war, mehr Zeit. „Die Geschichte kennt kein letztes Wort“, sagte sie am Ende ihrer Festrede zum 20-jährigen Bestehen des Leisniger Heimatvereins. Deshalb gibt es in diesem Verein oder bei den Förderern der Grundschule Sitten noch einiges für Renate Simon zu tun.

Dass sie Gesellschaft mag, etwas für ihre Nachbarn übrig hat, das zeigte die Leisnigerin über Jahre, als sie zu den Organisatoren des Saumarktfestes gehörte. Auch die Städtepartnerschaften unterstützt Renate Simon. Wenn es darum geht, im ostwestfälischen Bünde die Stadt Leisnig zu vertreten, ist sie dabei.

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