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Leuchtende Erinnerung an Roßweins Bergbau

Die Stadt ist um ein großes Adventsschmuckstück reicher. Das hat mit der Historie genauso viel zu tun wie mit der Zukunft.

Sponsor Steffen Stecher, Wanderwegewart Jens Pikorsch, Bürgermeister Veit Lindner und Bergbaufan Albrecht Zieger (von links) an dem neuen Blickfang für Roßwein.
Sponsor Steffen Stecher, Wanderwegewart Jens Pikorsch, Bürgermeister Veit Lindner und Bergbaufan Albrecht Zieger (von links) an dem neuen Blickfang für Roßwein. © Dietmar Thomas

Roßwein. Wer am Wochenende in den Abendstunden durch die Stadt geschlendert ist, der hat ihn am Rande der „Gärten der Welt“ bestimmt entdeckt: einen großen Schwibbogen aus Metall, der Roßwein noch ein wenig mehr Adventsflair verschafft.

Dass in den Metallbogen Bergbaumotive eingearbeitet sind, kommt nicht von ungefähr. Der Bogen steht am Anfang des künftigen Bergbau-Lehrpfades. Dessen Eröffnung musste Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) jetzt zum zweiten Mal verschieben – aus ein und demselben Grund: der Corona-Pandemie. Weil aller guten Dinge drei sind, hofft er, den Lehrpfad beim dritten Termin Anfang März nächsten Jahres für eine Nutzung freigeben zu können.

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Aus Bergwerk wurden Kupfererze gefördert

Dann auch erst den Schwibbogen zu übergeben, davon wollte Lindner nichts wissen. Der Bogen sei ein typisches Schmuckelement der Advents- und Weihnachtszeit. Daher sollten sich die Roßweiner und Besucher auch jetzt schon daran erfreuen. Steffen Stecher wird das mit Sicherheit auch tun. Er hat den Schwibbogen aus Metall finanziert. Stecher sei oft mit dem Rad in der Stadt unterwegs. Gewiss komme er nun etwas häufiger an dieser Stelle vorbei.

„Am Stollen“ heißt dieses Areal nicht ohne Grund, wie Albrecht Zieger vom Bergbauverein Gottes Segen Erbstolln aus Gersdorf erzählte. In Bergmannstracht und mit brennender Grubenlampe hatte er sich eingefunden, als Bürgermeister, Sponsor und Roßweins Wanderwegewart Jens Pigorsch das weiße Tuch wegzogen, mit dem der Bogen nach dem Aufbau bedeckt worden war.

Zieger erzählte, dass in Roßwein nicht nur viele Bergleute aus dem benachbarten Gersdorf gewohnt, sondern zeitweise auch Kumpel gearbeitet haben. „Schon vor dem 30-jährigen Krieg gab es hier ein Erzbergwerk“, so Albrecht Zieger. Aus dem seien dann zwischen 1707 und 1735 nochmals Kupfererze gefördert worden.

Weihnachtsbaum erstmals mit Stern

Viele solcher Details sollen die künftigen Nutzer des Bergbaulehrpfades einmal auf ihren Touren erfahren. Mit Wissenswertem über den Bergbau in Roßwein und Gersdorf, zusammengetragen von Ulrich Bänsch aus Etzdorf, hat der Roßweiner Bürgermeister insgesamt 20 Informationstafeln bedrucken lassen. „Die werden wir dann noch rechtzeitig vor der offiziellen Eröffnung im März anbringen“, versicherte Pikorsch, der beim Baubetriebshof der Stadt Roßwein tätig ist.

Das Team des Bauhofes hat für den Schwibbogen „Am Stollen“ ein entsprechendes Fundament hergestellt. Am Freitag ist der Bogen dort montiert und dafür gesorgt worden, dass der „neue Blickfang für Roßwein“, wie der Rathauschef findet, in den Abendstunden auch leuchtet.

Darüber hinaus gibt es noch einen neuen Blickfang auf dem Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz. „Der trägt in diesem Jahr erstmals einen Stern“, so Bauhofchefin Monika Weigel. Des Weiteren hat das Bauhofteam wieder die leuchtenden Straßenüberspanner montiert und an drei Stellen im Stadtgebiet Bäume aufgestellt und entsprechend geschmückt. Für den Advent 2021 kündigte Monika Weigel die nächste Erweiterung des Roßweiner Adventsschmucks an. Was das sein wird, das verrät sie noch nicht.

Steffen Bemmann und Jens Pigorsch (von links) vom Roßweiner Bauhof haben den Schwibbogen aufgestellt.
Steffen Bemmann und Jens Pigorsch (von links) vom Roßweiner Bauhof haben den Schwibbogen aufgestellt. © Dietmar Thomas

Zwei Routen mit zig Informationen

Jens Pikorsch macht dagegen kein Geheimnis daraus, wo der Bergbaulehrpfad ab März entlangführt. Es gibt zwei Touren, eine knapp zehn Kilometer lange und eine kürzere, nur etwa fünf Kilometer lang. Ausgangspunkt ist jeweils der Platz „Am Stollen“. Dann geht es durch den östlichen Teil Roßweins, unter anderem an der Wunderburg vorbei, in Richtung Wolfstal, über die 100 Stufen in Richtung Kamelienhaus, nach einer Umrundung des Freibades und über den Parkplatz „Silberwäsche“ nach Gersdorf.

Dort können sich Neugierige ansehen, was an Gebäuden noch vom alten Bergbau übrig geblieben ist. Aber auch ein Naturdenkmal will Jens Pikorsch den Wanderern zeigen, wenn er zur Eröffnung des Weges gemeinsam mit den Bergbaufreunden eine Führung gestaltet. In Gersdorf wandeln die Wanderer dann auf wirklich geschichtsträchtigen Pfaden. An die Zeiten unter Tage in dem kleinen, damals aber nicht unbedeutenden Gersdorf erinnert heute neben dem Huthaus unter anderem auch noch der Erzweg. Über den Hartenberg geht es bei der großen Runde dann zurück nach Roßwein.

Auf kurzer Strecke erleben die Wanderlustigen den Bergbau zu einem Teil entlang der Mulde. Auf dieser Tour wird außerdem noch Wissen über geologische Besonderheiten vermittelt. Außer den 20 Informationstafeln wird es auf dem Bergbaulehrpfad an verschiedenen markanten Punkten noch kleine Wegweiser geben. Die hat der Wanderwegewart bereits angebracht.

Die Heilige Barbara

Der 4. Dezember ist der Namenstag der Heiligen Barbara, einer der populärsten Heiligen. Weil sie unter anderem als Schutzpatronin der Bergleute gilt, haben die Roßweiner ihren Schwibbogen mit Bergbaumotiven an diesem Tag eingeweiht.

Der Legende nach soll Barbara die Tochter eines reichen Kaufmannes in Nikomedia, dem heutigen Izmit in der Türkei gewesen sein. Im Jahr 306 starb sie den Märtyrertod.

Der Barbaratag ist vielerorts mit besonderen Bräuchen verbunden, in Europa etwa seit dem 17. Jahrhundert. Einer der bekanntesten ist, dass an diesem Tag im Garten geschnittene Weiden-, Kirschbaum- oder Forsythienzweig zu Weihnachten im Wohnzimmer blühen und damit neues Leben symbolisieren. Quelle: katholisch.de

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