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Roßweiner Arzt plötzlich gestorben

Der Allgemeinmediziner Clemens Otto hat rund 2.000 Patienten betreut. Am Dienstag ist er überraschend verstorben. Die Erschütterung in Roßwein ist groß.

Der erst 48-jährige Roßweiner Arzt ist am Dienstagnachmittag verstorben.
Der erst 48-jährige Roßweiner Arzt ist am Dienstagnachmittag verstorben. © Archiv/Thomas Kube

Roßwein. Die Nachricht hat sich in Windeseile in Roßwein verbreitet. Clemens Otto, Facharzt für Allgemeinmedizin, ist am Dienstag verstorben.

Ursache sollen starke gesundheitliche Probleme gewesen sein, die beim Freizeitsport aufgetreten waren.

Der Mediziner war in Roßwein sehr beliebt und hat rund 2.000 Patienten betreut. Für die kommenden Tage bestellte Patienten wurden im Verlauf des Mittwochs über den Todesfall informiert. Vorerst wurden alle Termine in der Praxis abgesagt. Das Praxisteam hofft, in zwei bis drei Wochen eine Lösung zu finden, wie es weitergehen kann.

Ein fröhlicher engagierter Mensch

Zu dem Team gehören sechs Schwestern, eine in Ausbildung und Christoph Schneider, Arzt in Weiterbildung.  "Es ist auch menschlich ein riesiger Verlust", so Schneider. "Clemens Otto  war ein fröhlicher Mensch. Das hat sich auch positiv auf die Patienten ausgewirkt." Auch die Atmosphäre im Team sei immer super gewesen. 

Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) findet kaum Worte. "Das ist ganz, ganz schlimm", sagt er. Auch Gabi Zemmrich vom Waldheimer Immobilienservice ist geschockt. 

Sie hat mit Clemens Otto beim Ausbau der alten Post in Roßwein zu einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) eng zusammengearbeitet. Der Arzt war einer der Initiatoren des MVZ und hatte dort vor reichlich zwei Jahren eine Praxis eröffnet. Zuvor hatte er die Patienten in Räumen auf dem  Werder betreut.

Seit reichlich zwei Jahren hat der Arzt in der alten Post in Roßwein praktiziert.
Seit reichlich zwei Jahren hat der Arzt in der alten Post in Roßwein praktiziert. © Lars Halbauer

Der 48-Jährige hinterlässt Frau und Sohn

Als sehr engagiert beschreibt der Roßweiner Wehrleiter René Bernhard den Arzt. Zwei- bis dreimal pro Monat habe er ihn getroffen. Clemens Otto gehörte zu den Ärzten, die einmal im Monat gemeinsam mit den Feuerwehrleuten Bereitschaftsdienst fuhren. „Wir haben uns gemeinsam für den Kauf des Ford Ranger eingesetzt“, erzählt Bernhard. 

Das Fahrzeug wird gleichermaßen für die Ärztefahrten und von der Roßweiner Wehr genutzt. Die Ärzte hatten sich mit ihrer Fahrpauschale auch an der Finanzierung beteiligt.

Außerdem war Clemens Otto einer der Ärzte, die die Erste-Hilfe-Ausbildung der Feuerwehr durchführten. Diese sei für die Begleiter der Ärzte auch schon mal umfangreicher ausgefallen. „Auch, wenn wir in der normalen Ausbildung ärztliche Unterstützung benötigt haben, hat sich Clemens Otto immer Zeit genommen“, so Bernhard.

In seiner knapp bemessenen Freizeit hat der Arzt Fußball gespielt. Früher in Altenhof und Leisnig, seit 2007 bei der Freizeitmannschaft des DSC. Dort war er die gute Seele und der Mannschaftsarzt.

Clemens Otto ist 48 Jahre alt geworden. Er hinterlässt eine Frau und einen minderjährigen Sohn.

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