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Roßweiner Feuerwehr hat ein Personalproblem

Zu wenig Nachwuchs und viele ältere Kameraden. Die Personalsituation spitzt sich zu. Das ist das Hauptproblem des neuen Gemeindewehrleiters.

Bürgermeister Veit Lindner (rechts) beglückwünscht die neue Gemeindewehrleitung: Gemeindewehrleiter Udo Hoffmann und die Stellvertreter Martin Mende, René Bernhard und Matthias Funke (von links).
Bürgermeister Veit Lindner (rechts) beglückwünscht die neue Gemeindewehrleitung: Gemeindewehrleiter Udo Hoffmann und die Stellvertreter Martin Mende, René Bernhard und Matthias Funke (von links). © privat

Roßwein. Die Arbeit des Gemeindewehrleiters hat Udo Hoffmann aus Gleisberg schon lange erledigt. Nun ist er es seit wenigen Tagen auch offiziell.

Nach mehrmaliger Verschiebung, unter anderem auch wegen der Corona-Pandemie, ist im Rathaus die neue Leitung der Gemeindefeuerwehr Roßwein gewählt worden. „Als Wolfram Schirmer im Jahr 2019 das Amt aufgegeben hat, habe ich es kommissarisch übernommen“, sagt Udo Hoffmann.

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Gewählt worden sind auch seine drei Stellvertreter: Martin Mende, René Bernhard und Matthias Funke. Zur Gemeindewehr gehören die sieben Ortswehren Roßwein, Niederstriegis, Seifersdorf, Gleisberg, Haßlau, Otzdorf und Littdorf mit insgesamt 142 Kameraden.

Altersdurchschnitt bei Mitte 40

Das Hauptproblem, das Udo Hoffmann für die Feuerwehr Roßwein auf sich zukommen sieht, ist ein personelles. „Der Altersdurchschnitt unserer Kameraden liegt schätzungsweise bei Mitte 40. Wir brauchen dringend junge, gesunde Leute, die in der Feuerwehr mitarbeiten“, sagt er.

Damit meint er Feuerwehrkameraden, die beispielsweise auch als Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden können. „Wir haben derzeit nicht einmal die Hälfte der dafür erforderlichen Leute, die vom Arzt eine Zulassung für diese anstrengenden Einsätze haben“, so Hoffmann.

Andere Prioritäten in der Freizeitgestaltung

Er führt diese Situation einerseits auf den demografischen Wandel zurück. Andererseits sieht er aber auch, dass junge Leute heute bei ihrer Freizeitgestaltung andere Prioritäten setzen, als das noch vor Jahren der Fall war. Sie gingen lieber in einen Sportverein, als sich bei der Feuerwehr zu engagieren.

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„Wenn die Entwicklung so fortschreitet, gehen in einigen Ortsfeuerwehren bald die Lichter aus“, sagt Hoffmann gerade heraus und verweist gleichzeitig auf die Notwendigkeit dieses Ehrenamtes. „Es geht hier um die Sicherheit der Bevölkerung. Da sollte jeder einmal persönlich hinterfragen, wie er sich einbringen kann.“ Ob Feuerwehr, Rettungsdienst oder Technisches Hilfswerk (THW) – überall stelle sich das Problem ähnlich dar.

Um den Nachwuchs zu fördern, verfügt die Gemeindewehr Roßwein über vier Jugendfeuerwehren mit insgesamt 37 Mitgliedern und die Kinderfeuerwehr Gleisberg, in der acht Mädchen und Jungen organisiert sind. Ein Problem sei allerdings in diesem Bereich die hohe Fluktuation, so der Gemeindewehrleiter.

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