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Stadt Döbeln will Händler unterstützen

Ein 40-Euro-Gutschein des Stadtwerberings soll nur 30 Euro kosten. Den Rest will die Kommune zuschießen.

Vor einem Knappen Jahr hat der Döbelner Stadtwerbering Gutscheine für die Geschäfte seiner Mitglieder herausgebracht.
Vor einem Knappen Jahr hat der Döbelner Stadtwerbering Gutscheine für die Geschäfte seiner Mitglieder herausgebracht. © Jens Hoyer

Döbeln. Die Stadt Döbeln will die Döbelner Händler in der Corona-Krise fördern. In der kommenden Sitzung liegt dem Stadtrat ein Vorschlag auf dem Tisch, mit dem die Händlerschaft schnell und zielgerichtet unterstützt werden soll. Dabei will die Stadt schon vorhandene Strukturen nutzen. Seit fast einem Jahr gibt es ein Gutscheinsystem des Stadtwerberings. Die Stadt will diese Gutscheine bezuschussen, um den Umsatz anzukurbeln.

Konkret heißt das: 1.000 Gutscheine im Wert von jeweils 40 Euro sollen gefördert werden, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). Bei einem Gesamtumsatz von 40.000 Euro würde die Stadt 10.000 Euro übernehmen. „Ein 40-Euro-Gutschein kostet also nur 30 Euro“, sagte Liebhauser.

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Solange der Vorrat reicht

Verkaufsstart soll sein, wenn die Geschäfte nach dem Lockdown wieder öffnen dürfen. Die Gutscheine gibt es, so lange der Vorrat reicht, aber höchstens bis Ende des Jahres. „Ich gehe davon aus, dass sie schnell verkauft sind“, sagte Liebhauser.

Die Anzahl pro Person soll begrenzt werden, damit viele Menschen in den Genuss des Rabatts kommen. Die Gutscheine sollen auch nur an Privatpersonen, nicht an Unternehmen abgegeben werden. Der Hauptausschuss hatte mehrheitlich dem Vorschlag zugestimmt, die letzte Entscheidung liege nun beim Stadtrat.

Gutscheine für 90.000 Euro verkauft

Im April vergangenen Jahres im ersten Lockdown hatte der Stadtwerbering die Gutscheine eingeführt, um den Umsatz in der schweren Zeit anzukurbeln. Die Döbelner Händlervereinigung arbeitet dabei mit der DDV Döbeln GmbH zusammen, die Herausgeber des Döbelner Anzeigers ist und über die notwendige Infrastruktur und Erfahrungen verfügt.

Die Gutscheine haben sich als großer Wurf erwiesen, sagte Geschäftsführer Matthias Poch, der auch Mitglied im Vorstand des Stadtwerberings ist. In knapp einem Jahr waren Gutscheine im Wert von mehr als 90.000 Euro verkauft worden, die meisten davon an Firmen für deren Mitarbeiter und Kunden. Etwa die Hälfte sei bisher abgerechnet worden. „Der Wert wäre sicher höher, wenn die Geschäfte öffnen dürften.“

46 Akzeptanzstellen

Einzulösen sind die Gutscheine in Geschäften von Mitgliedern des Stadtwerberings. Am Anfang waren es 35 Partner. Mittlerweile gibt es 46 Akzeptanzstellen. „Wir haben weitere Partner gefunden. Darunter die RHG mit ihren Baumärkten, Zoo & Co., mehrere Autohäuser und der Supermarkt Edeka Bühler. Sogar die Malerin Olga Scheck ist jetzt dabei. „Wir können jederzeit weitere Partner aufnehmen, wenn sie Mitglieder des Stadtwerberings werden“, sagte Matthias Poch. Nur große Handelsketten seien davon ausgenommen.

Für die Aktion mit der Stadt werden extra Gutscheine gedruckt, sagte Poch. Zu kaufen gibt es diese dann mit großer Wahrscheinlichkeit im Treffpunkt des Döbelner Anzeigers auf dem Niedermarkt.

Kostenlose Sondernutzung

Für ein paar weitere Erleichterungen, die die Stadt den Händlern einräumt, braucht es keinen Stadtratsbeschluss. So verlängert die Stadtverwaltung bis Ende des Jahres die kostenlose Nutzung von städtischen Straßen und Plätzen durch Gaststätten.

Geschäfte, die im Lockdown schließen mussten, können bis Ende des Jahres kostenlos Aufsteller vor ihren Läden platzieren. „Wichtig ist nur: Nicht einfach hinstellen, sondern einen Antrag stellen, den wir prüfen“, sagte Liebhauser. Das sei wichtig, um Rettungswege offen zu halten.

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Michael Pietsch, Uhren- und Schmuckhändler und Mitglied des Stadtwerberings, begrüßt die Initiative der Stadt. Aber ihm geht diese Unterstützung nicht weit genug. „Wenn die Geschäfte wieder aufmachen können, sollte man darüber nachdenken, in der Innenstadt an mehr Stellen das Parken zu erlauben. Und wenn es nur als Ausnahme gilt. Viele drehen hier auf dem Niedermarkt eine Runde, finden keinen Parkplatz, und sind weg“, sagte er. „Außerdem kassiert auch in diesen schwierigen Zeiten das Ordnungsamt sofort ab, wenn mal einer ein paar Minuten länger vor dem Geschäft steht. Da sollte die Stadt ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl beweisen.“

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