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Streit um Wasserschaden nimmt kein Ende

Jens Hoffmann aus Hartha musste Anfang 2021 seine Wohnung überraschend verlassen. Nun hat er Ersatz, aber keinen Schadensersatz.

Jens Hoffmann in seiner neuen Wohnung auf der Pestalozzistraße in Hartha. Er musste nach einem Wasserschaden aus seiner alten Wohnung ausziehen und wartet immer noch auf den Schadensersatz durch seinen ehemaligen Vermieter.
Jens Hoffmann in seiner neuen Wohnung auf der Pestalozzistraße in Hartha. Er musste nach einem Wasserschaden aus seiner alten Wohnung ausziehen und wartet immer noch auf den Schadensersatz durch seinen ehemaligen Vermieter. © Erik-Holm Langhof

Hartha. Er kann wieder ordentlich wohnen und hat trockene vier Wände um sich herum. Jens Hoffmann aus Hartha ist froh, eine neue Wohnung an der Straße der Jugend zu haben.

Knapp vier Monate nach dem überstürzten Auszug aus seiner damaligen Wohnung in einem Haus an der Pestalozzistraße kann er nun wieder etwas entspannen. Doch ganz vorbei ist der Ärger rund um einen riesigen Wasserschaden noch nicht.

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Rückblick: Am 16. Februar wachte der 60-Jährige gegen 7 Uhr morgens auf, weil er ein Tropfen im Badezimmer hörte. „Und das wurde immer mehr. Irgendwann fing Wasser an, sich zu verbreiten. Erst in der Küche, dann das Wohnzimmer und letztlich auch im Flur und im Schlafzimmer“, erzählte Hoffmann.

Der Keller zum Haupt-Wasserhahn war abgeschlossen und der Mieter hatte keinen Schlüssel für die Tür. Auch zur oberen, leerstehenden Wohnung, in der das Wasser ausbrach, habe er keinen Zugang gehabt, so der 60-Jährige im Februar. Letztendlich rief er die Stadtverwaltung an, die anschließend durch die Veolia das Wasser und später auch den Strom abstellen ließ.

Mehrere tausend Euro Wasserschaden

Hoffmann musste von einem auf den anderen Tag aus seiner Wohnung ausziehen. Ein Großteil seiner Möbel war kaputt, unbrauchbar. Über 23 Jahre lebte der 60-Jährige in der Pestalozzistraße und im Februar 2021 war alles vorbei.

Nach der Übernahme des Hauses durch einen neuen Eigentümer vor fünf Jahren fingen die Probleme an. „Das Dach war kaputt, es regnete rein und so weiter“, sagt Jens Hoffmann. Und dennoch bezahlte der Harthaer monatlich Miete und 50 Euro Nebenkosten.

Das Wasser lief in der ehemaligen Wohnung in Hartha durch die Decke und verursachte Schimmel. Die Wohneinheit war nicht mehr bewohnbar.
Das Wasser lief in der ehemaligen Wohnung in Hartha durch die Decke und verursachte Schimmel. Die Wohneinheit war nicht mehr bewohnbar. © Archiv/Erik-Holm Langhof

Vergeblich warte er bis heute auf eine Nebenkostenabrechnung und die Erstattung der überfälligen Restsumme. „Mehrfach habe ich dem Vermieter geschrieben und die Rückzahlung gefordert, auch nach dem Auszug. Keine Antwort“, erzählt der 60-Jährige.

Insgesamt fehlen ihm knapp 2.000 Euro plus der Schaden an Möbeln und Geräten, die durch den Wasserschaden im Februar kaputtgegangen waren. Bis auf wenige Dinge, die Hoffmann mitnahm, blieben sie in der Wohnung zurück.

Eine Erstattung des Schadens durch eine Versicherung des Vermieters gab es nicht. Im Gegenteil: „Meine Hausratsversicherung half mir mit 5.500 Euro. Als sie das Geld vom Vermieter zurückforderte, konnte sie ihn nicht erreichen.“

Für Rechtsanwalt fehlt dem Harthaer das Geld

Schon Anfang des Jahres war der Hauseigentümer nicht zu erreichen, auch für die Harthaer Stadtverwaltung nicht, wie Bürgermeister Ronald Kunze im Februar sagte. Im Erdgeschoss des Hauses an der Pestalozzistraße sucht die Firma „Domizil UG“, der das Haus augenscheinlich gehört, auch weiterhin einen Mieter für ein Büro.

Geschäftsführer des Unternehmens ist laut Handelsregister Harms Bird Sören Eggers. Auf telefonische Anfrage von Sächsische.de zum Wasserrohrbruch und den Sachschäden in der Wohnung von Jens Hoffmann lehnte Eggers eine Stellungnahme ab.

Unter der gleichen Telefonnummer ist auf einen erneuten Anrufversuch nur noch eine Mailbox zu erreichen. Auch auf Kontaktversuche von Jens Hoffmann reagiert der ehemalige Vermieter nicht. „Nur die Schlüssel wollte er haben, auf alles andere reagierte er nicht“, sagt der Harthaer.

Da er sich selbst einen Rechtsbeistand nicht leisten kann, will er nun die Sache vergessen. „Strafanzeige bei der Polizei bringt nichts, nur eine Zivilklage wäre sinnvoll“, sagt Hoffmann. Bis auf eine Küche hat er sich mittlerweile neu eingerichtet. Nach und nach lebe er sich ein, sagt der 60-Jährige. Letztlich zog er wieder in die Nähe, wo er schon einmal von 1984 bis 1995 in Hartha lebte.

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