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Was wird in Döbeln mit Parkplätzen und Unkraut?

Der Stadtwerbering hatte bei der Döbelner Stadtverwaltung einige Probleme angesprochen. Die Antwort wird die Händler nicht immer zufriedenstellen.

Von Jens Hoyer
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Nach einem feuchten Sommer wuchert an manchen Stellen in der Innenstadt das Unkraut – wie hier an einem Fahrradständer. Den Händlern ist das ein Dorn im Auge. Sie fordern außerdem mehr Kurzzeitparkplätze für ihre Kunden.
Nach einem feuchten Sommer wuchert an manchen Stellen in der Innenstadt das Unkraut – wie hier an einem Fahrradständer. Den Händlern ist das ein Dorn im Auge. Sie fordern außerdem mehr Kurzzeitparkplätze für ihre Kunden. © Jens Hoyer

Döbeln. Was kann man am Wochenmarkt verbessern, bei Ordnung, Sauberkeit und Parkplätzen? Um diese Fragen ging es bei einem Rundgang von Vertretern des Stadtwerberings mit der Stadtverwaltung im August. „Bisher hat die Stadtverwaltung nicht reagiert“, sagte Grit Neumann, Vorsitzende der Händlervereinigung bei der vergangenen Mitgliederversammlung. „Wir bleiben aber am Ball.“

Worum geht es? Zum Beispiel um das Unkraut, das an einigen Stellen im Stadtzentrum sprießt. Es geht auch um Kurzzeitparkplätze, etwa vor dem Biergarten auf dem Obermarkt und in der Stadthausstraße, die von den Händlern gewünscht werden. Zumindest aus Letzteren wird wohl nichts werden.

„Die bestehende Parkordnung an Obermarkt und Niedermarkt sowie angrenzenden Bereichen soll so bestehen bleiben“, sagte Döbelns Stadtsprecher Thomas Mettcher auf Anfrage des Döbelner Anzeigers.

Keine Kurzzeitparkplätze am Biergarten

Eine Ausweitung von Kurzzeitparkplätzen beispielsweise am Biergarten Ratskeller sei nicht vorgesehen. Mettcher nannte auch die Gründe. „Die Stadt ist weiterhin bemüht, den Ratskeller wiederzubeleben und Gastronomen für eine Betreibung zu finden, dabei ist auch ein attraktiver Biergarten wichtig.“

Innenstadtrelevante Parkplätze seien in erheblicher Zahl vorhanden. Dazu gehörten auch die schon bestehenden Kurzzeitparkplätze an Obermarkt und Niedermarkt. „Die Stadt wird die Parkplatzsituation weiterhin ständig beobachten, immer wieder neu bewerten und, wenn Veränderungen geboten erscheinen, Veränderungen vornehmen!“, so Mettcher. Es werde auch künftig Geld investiert, um zentrumsnah Parkplätze zu bauen.

Technische Lösung gegen Unkraut

Das Unkraut in der Innenstadt ist ein Ärgernis. Aufgrund der feuchten Witterung ist es in diesem Jahr besonders gut gewachsen. Es gedeiht vor allem dort, wo sich wenig Füße bewegen. Unter Bänken, Radständern, um Laternen. Das Unkraut ist ein Problem, mit dem man sich auch beschäftigt habe, sagt Jürgen Aurich, Chef des Baubetriebsamtes. Es händisch zu entfernen, das sei mit der Anzahl der Mitarbeiter nicht zu leisten.

Der Einsatz von Chemie sei nur im Ausnahmefall möglich. Eine Möglichkeit sei das Abtöten durch Heißwasser. „Aber so ein Fahrzeugaufbau kostet 40.000 Euro“, sagte er. Auch mit speziellen Kehrbürsten habe man sich beschäftigt. „Aber die Unkrautbürsten kann man nichts fürs normale Kehren verwenden, die Maschinen müssten immer umgebaut werden.“ Außerdem würden die harten Bürsten Fugen ausräumen und könnten Oberflächen beschädigen.

Wie Stadtsprecher Thomas Mettcher sagt, wird eine andere Strategie verfolgt. „Die Stadt plant, in den kommenden vier Jahren schrittweise in einzelnen Bereichen, beispielsweise unter Bänken, Pflasterfugen zu versiegeln. Damit soll der aufwendigen Entfernung von Unkraut vorgebeugt werden.“

Keine Händler auf dem Obermarkt

Bei den Wochenmärkten hatte der Stadtwerbering Veränderungen vorgeschlagen. Die Händler fanden es gut, dass in der Hoch-Zeit der Pandemie ein Teil der Händler – zum Beispiel Käse-Maik – vom Niedermarkt auf dem Obermarkt umgesiedelt wurden. Dieser Bereich der Stadt war dadurch belebt worden. Auf Dauer sieht die Stadtverwaltung das aber nicht als sinnvoll an. „Die Wochenmarkthändler waren mit der Resonanz auf dem Obermarkt nicht zufrieden“, sagte Mettcher.

Ein anderer Vorschlag des Stadtwerberings war, die Stände beim Wochenmarkt anders aufzustellen, nämlich Rücken an Rücken, um den Blick und Zugang auf die Geschäfte zu ermöglichen. Zum Aufstellen der Stände soll es mit den Markthändlern noch Gespräche geben, so Mettcher.