merken
PLUS Döbeln

Medienprofil bringt Geld für Gymnasium Döbeln

Die Schule hat sich an der Ferry Porsche Challenge beteiligt. Die erste Hürde des Wettbewerbs ist gemeistert.

Das Gymnasium Döbeln beteiligt sich mit seinem Medienprojekt an der Ferry Porsche Challenge. Schulleiter Michael Höhme (rechts) und Tommy Greim freuen sich über den Einzug in die Finalrunde.
Das Gymnasium Döbeln beteiligt sich mit seinem Medienprojekt an der Ferry Porsche Challenge. Schulleiter Michael Höhme (rechts) und Tommy Greim freuen sich über den Einzug in die Finalrunde. © Dietmar Thomas

Döbeln. Wie kann Bildung innovativ und kreativ digital gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Kollegium am Lessing-Gymnasium in Döbeln schon seit einigen Jahren.

Nun hat sich die Schule mit ihrem Projekt „Digital – Medial – Genial? – Das medienwissenschaftliche Profil am LGD“ bei der Ferry Porsche Challenge 2021 beworben. Dieser Wettbewerb unter dem Motto „Schule digital gestalten“ ist für Schulen in Sachsen und Baden-Württemberg ins Leben gerufen worden.

Anzeige
Große Schlagerparty in Döbeln!
Große Schlagerparty in Döbeln!

Endlich können die Fans von Schlager, Rock und Show wieder tolle Livekonzerte erleben. Der Bürgergarten hat am 26. Juni gleich zwei tolle Show-Acts!

„Von knapp 300 Teilnehmern gehören wir zu den 29 Finalisten, die schon mal eine Fördersumme von jeweils 5.000 Euro sicher haben“, sagte Tommy Greim, der am Döbelner Gymnasium verantwortlich für den fächerverbindenden Unterricht ist. Insgesamt werden Fördergelder in Höhe von bis zu einer Million Euro vergeben.

Digitalisierung in Schulen vorantreiben

„Mit der Ferry Porsche Challenge 2021 möchten wir die Digitalisierung in unseren Schulen vorantreiben. Lehrkräfte und Schüler haben zahlreiche starke Ideen eingereicht, wie Bildung innovativ und kreativ gestaltet werden kann. Mit den besten Bewerbungen gehen wir nun auf die Zielgerade“, sagt Dr. Sebastian Rudolph, Vorstandsvorsitzender der Ferry-Porsche-Stiftung.

Diese 2018 gegründete Stiftung fördert und initiiert gemeinnützige Projekte in den Bereichen Soziales, Umwelt, Bildung und Wissenschaft, Kultur und Sport.

Bei einer Online-Präsentation kann das Lessing-Gymnasium sein Projekt am 21. Mai einer hochkarätig besetzten Jury vorstellen. Dieser gehören neben den Kuratoriumsmitgliedern der Ferry-Porsche-Stiftung die Oberbürgermeister von Stuttgart und Leipzig sowie die Chefredakteure der Medienpartner Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung und Leipziger Volkszeitung an. „Wir haben bei dieser Online-Schaltung fünf Minuten Zeit, unser Projekt zu präsentieren“, so Tommy Greim. Hinzukommen fünf Minuten, um Fragen der Jury zu beantworten.

Medienprofil bei Schülern beliebt

Danach entscheidet sich, ob die Döbelner zu den Preisträgern gehören. Die Stiftung vergibt drei erste Plätze, die jeweils mit 100.000 Euro dotiert sind, sechs zweite Plätze mit je 50.000 Euro und acht dritte Plätze mit je 25.000 Euro.

Alle für das Finale nominierten Teams haben darüber hinaus die Chance auf zwei mit 75.000 Euro dotierte Sonderpreise. Diese gehen an außergewöhnliche Schulprojekte, die von der Jury als einzigartig bewertet werden. Die übrigen zehn Finalisten erhalten ein Fördergeld in Höhe von jeweils 5.000 Euro.

Mit den Titeln „Digitale Schule“ und „Smart-School“ habe das Lessing-Gymnasium Döbeln unter Beweis gestellt, dass sich Engagement für digitale Bildung lohne, sagt Schulleiter Michael Höhme. Auch bei den Schülern sei das Thema sehr beliebt. Für den Wahlpflichtbereich werde Unterricht in drei Richtungen angeboten: naturwissenschaftliches, sprachliches und medienwissenschaftliches Profil. „Etwa die Hälfte der Schüler eines jeden Jahrgangs entscheiden sich für das Medienprofil“, so Höhme.

Medienscouts geben Wissen weiter

Auch wenn heute sehr viele Schüler ein Smartphone haben, sei das Wissen über digitale Medien nur schwach ausgeprägt. „Die Vermittlung dieser Kenntnisse haben wir uns auf die Fahne geschrieben“, sagt der Schulleiter. Dabei werden die Schüler auch animiert, dieses Wissen weiterzugeben.

So werden die Schüler der 8. und 9. Klassen zu Medienscouts ausgebildet. Diese geben ihr Wissen sowohl an jüngere Schüler als auch im Rahmen eines Projektes mit der Volkssolidarität an Senioren weiter. Auch wenn dieses Projekt durch die Corona-Pandemie etwas ausgebremst worden ist, soll es doch so schnell wie möglich wieder belebt werden.

Aus Sicht von Michael Höhme müsste sich die Digitalisierung in allen Schulfächern widerspiegeln. Das sei aber noch nicht der Fall. „Schauen wir zu oder setzen wir als Schule selbst Akzente?, haben wir uns vor ein paar Jahren gefragt“, berichtet Michael Höhme.

Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz

Entstanden ist das medienwissenschaftliche Profil, mit dem sich die Schule bei der Ferry Porsche Challenge beworben hat. Dabei gehe es einerseits um kritische Reflexion, zum Beispiel um Fake-News im Netz zu erkennen. „Andererseits wollen wir aber auch das kreative Potenzial fördern“, so Höhme. Als Beispiel nennt er die Erstellung von Fotobüchern, wie sie im Projekt mit den Senioren umgesetzt wird.

In den 10. Klassen sollen sich die Schüler, die das Medienprofil gewählt haben, unter anderem mit dem Thema künstliche Intelligenz und Robotik auseinandersetzen. Zum Beispiel sollen Miniroboter programmiert oder Erklärfilme zu medienwissenschaftlichen Themen hergestellt werden.

Michael Höhme sieht für das Projekt des Lessing-Gymnasiums gut Chancen bei der Ferry Porsche Challenge. „Es ist keine Geschichte, die mal eben nachmittags drangehängt wird, sondern Bestandteil des Unterrichts. Das macht es möglich, auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Vielleicht überzeugt das die Jury“, hofft der Schulleiter.

Lehrer besuchen Weiterbildungen

Doch auch mit 5.000 Euro lasse sich einiges anfangen. „Wir wollen Miniroboter-Bausätze anschaffen“, so Tommy Greim. Zudem sei es erforderlich, dass sich die Lehrer zu diesem Thema weiterbilden. „Das ist ein teures Pflaster, aber es führt kein Weg daran vorbei“, so Höhme, der die Aufgeschlossenheit seines Kollegiums gegenüber diesem Thema lobt.

Das Engagement der Schule hält Höhme für selbstverständlich. „Wir sind sicher auf das Land Sachsen angewiesen, wollen aber auch Eigeninitiative entwickeln“, sagt er. So seien Preisgelder aus früheren Wettbewerben für die Ausstattung der Schule genutzt worden.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln