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Döbeln: Ex-AfD-Fraktion rutscht nach hinten

Die Gruppe hat sich einen neuen Namen gegeben. Auch die Sitzordnung hat sich geändert.

Im großen Saal des Rathauses muss die Ex-AfD-Fraktion nach hinten. Foto: André Braun/Döbelner Anzeiger
Im großen Saal des Rathauses muss die Ex-AfD-Fraktion nach hinten. Foto: André Braun/Döbelner Anzeiger © André Braun/Döbelner Anzeiger

Döbeln. Die ehemalige Fraktion der AfD im Döbelner Stadtrat ist in der Sitzordnung nach hinten gerutscht. Die noch vier Stadträte machten Platz für die Fraktion SPD/Linke/Grüne, die jetzt mit der CDU ganz vorn im Saal platziert ist.

Wie Fraktionschef Axel Buschmann (SPD) sagte, habe er den Wechsel vorgeschlagen. Im Stadtrat ist es üblich, dass die stärkeren Fraktionen vor den kleineren sitzen.

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Neuer Name sorgt für Unmut

Die AfD stellte mit fünf Stadträten nach der CDU einmal die stärkste Fraktion. Das jetzt einzige AfD-Mitglied im Döbelner Stadtrat – Heiko Damme – war aber ziemlich schnell aus der Fraktion ausgetreten, nachdem er sich mit deren Chef Dirk Munzig überworfen hatte.

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Munzig selbst war im vergangenen Monat aus der AfD ausgetreten. Er kam damit einem möglichen Rauswurf zuvor (DA berichtete).

Weil alle anderen Stadträte der Fraktion parteilos sind, hat diese sich in „Jetzt – für unser Döbeln“ umbenannt. Eigentlich ist es schon die zweite Änderung. Ursprünglich hatte sich die Gruppe den Namen „Jetzt für Döbeln“ gegeben, damit aber wegen der Verwechslungsgefahr den Unmut der Fraktion „Wir für Döbeln“ erregt.

Bizarrer Auftritt bei Kundgebung

Munzig war wegen eines bizarren halbmilitärischen Auftritts bei einer Kundgebung von Kritikern der Corona-Maßnahmen, der für Hohn und Spott in den sozialen Medien sorgte, vom AfD-Kreisverband scharf kritisiert worden.

In der vorigen Stadtratssitzung hatte sich auch der CDU-Fraktionschef Rudolf Lehle dazu geäußert. Er bezeichnete den Auftritt als „realitätsfremden Unfug“ , der nicht nur Munzigs eigener Partei schade. Er, Munzig, habe schließlich einmal Döbelner Bürgermeister werden wollen und sei Vorsitzender seiner Fraktion.

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Die Äußerung hatte am Donnerstag eine Nachwirkung. Stadtrat Holger Pietzsch (Jetzt – für unser Döbeln) stellte den Antrag, dass der Abschnitt mit der „ehrabschneidenden“ Äußerung Lehles aus dem Protokoll gestrichen wird.

Wie Oberbürgermeister Sven Liebhauser sagte, sei das aber nicht möglich, weil der Erklärung Lehles Bestandteil der Sitzung war. Künftig würden aber unter „Sonstiges“ keine Erklärungen, sondern nur noch Fragen von Stadträten zugelassen.

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