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Döbeln

Roboter entlastet Gerüstbauer

Ein Unternehmen aus München stellt seine Entwicklung in Roßwein vor. Davon sind nicht nur die Chefs begeistert.

Alexandra Weiß belädt den Liftbot. Durch den Roboter verringert sich der Arbeitsaufwand enorm.
Alexandra Weiß belädt den Liftbot. Durch den Roboter verringert sich der Arbeitsaufwand enorm. © Dietmar Thomas

Roßwein. Alexandra Weiß macht die Ausbildung zur Gerüstbauerin Spaß. Sie lernt bei der Firma Gemeinhardt Service GmbH in Roßwein und ist im ersten Lehrjahr. Am Dienstag durfte sie gemeinsam mit anderen Lehrlingen ein neues Gerät testen.

Dabei handelt es sich um den sogenannten Liftbot – einen Roboter, der den Materialtransport im Gerüstbau beschleunigen soll. Das Gerät ist in der Firma Kewazo aus Garching bei München entwickelt worden. Das Start-up-Unternehmen wurde 2018 von einigen Absolventen der Technischen Universität München gegründet. „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, ein Robotik-System für den Gerüstbau zu entwickeln“, erklärte Mitbegründer Sebastian Weitzel.

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Bisher sind fünf dieser Gerüstbau-Roboter gebaut worden. „Wir wollen das Gerät in verschiedenen Firmen testen lassen. Auch, um eventuell weitere Verbesserungen anbringen zu können“, so Weitzel.Bei Walter Stuber und Dirk Eckart, den Geschäftsführern der Firma Gemeinhardt, stießen die Bayern mit ihrer Anfrage auf offene Ohren. „Im Gerüstbau gehen bis zu 80 Prozent der Zeit für den Transport drauf, davon wiederum die Hälfte für den Höhentransport am Gerüst“, sagte Dirk Eckart. Die Roßweiner Gerüstbaufirma investiere viel Geld in die Technik, um die Arbeit für die Mitarbeiter zu erleichtern.

„Wir sind mit unserem Unternehmen ein Magnet für junge Leute. Deshalb sollen unsere Auszubildenden auch den Liftbot ausprobieren“, so Eckart. Derzeit lernen neun Azubis das Handwerk des Gerüstbauers in Roßwein. Bei denen kommt das neue Gerät offenbar gut an. „Es erleichtert die Arbeit. Man muss nicht so viel schleppen“, hat Alexandra Weiß festgestellt.

Doch was macht den Liftbot besser als herkömmliche Aufzugstechnik? „Der Aufbau des Liftbot an der Baustelle lässt sich in 30 Minuten bewerkstelligen. Das Gerät funktioniert mit einem Akku, der mühelos zwölf Stunden hält“, sagte Sebastian Weitzel. Der Liftbot arbeitet mit einer Geschwindigkeit von 42 Metern pro Minute, fast doppelt so schnell wie herkömmliche Lastenaufzüge. „Am Liftbot lässt sich das Ziel an der Fernbedienung einstellen. Das heißt, es muss nicht die ganze Zeit jemand dastehen und den Aufzugsprozess beobachten.“

Eine Förderhöhe von 50 Metern sei mit dem Liftbot mühelos zu meistern. „Soll es höher hinaus gehen, muss eine Statik erstellt werden“, so Weitzel. Durch die automatisierte Montage könne mindestens ein Drittel der Arbeitskosten eingespart werden. „Große Gerüste können von nur zwei Arbeitern zusammengebaut werden“, so Weitzel.

Zudem trägt der Liftbot dazu bei, die Arbeitssicherheit zu verbessern. „Im Gerüstbau muss viel Material mit den Händen bewegt werden, zwischen drei und fünf Tonnen am Tag“, so Weitzel. Die Mitarbeiter werden durch die Nutzung des Roboters entlastet. Zudem liefert das Gerät Echtzeitdaten zum Montageprozess an den Bauleiter, sodass während des Aufbaus Optimierungen vorgenommen werden können.

Auf die Frage von Walter Stuber, was der Liftbot denn kostet, konnte Sebastian Weitzel keine erschöpfende Antwort geben. „Wir sind noch in der Ermittlungsphase“, sagte er. Walter Stuber hatte damit kein Problem. „Lasst ihn einfach da – als Spende.“

Der Liftbot befördert Gerüstbaumaterial wesentlich schneller nach oben, als es mit menschenhand möglich ist.
Der Liftbot befördert Gerüstbaumaterial wesentlich schneller nach oben, als es mit menschenhand möglich ist. © Dietmar Thomas

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