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Werden die Weihnachtsbäume teurer?

Der Bundesverband kündigt höhere Preise an. Die haben auch etwas mit der Corona-Pandemie zu tun. Wer selber sägt, könnte aber Geld sparen.

Im vergangenen Jahr konnten im Waldstück des Staatsbetriebes Sachsenforst in der Fröhne bei Hartha Weihnachtsbäume selbst gefällt werden. Ob diese Möglichkeit auch in diesem Jahr besteht, bleibt abzuwarten.
Im vergangenen Jahr konnten im Waldstück des Staatsbetriebes Sachsenforst in der Fröhne bei Hartha Weihnachtsbäume selbst gefällt werden. Ob diese Möglichkeit auch in diesem Jahr besteht, bleibt abzuwarten. © Erik-Holm Langhof

Region Döbeln. Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr wahrscheinlich teurer. Grund sind nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger höhere Kosten wegen der Corona-Pandemie.

Für die beliebten Nordmanntannen dürften bei bester Qualität zwischen 20 und 27 Euro fällig werden, sagte Geschäftsführer Martin Rometsch der Nachrichtenagentur dpa. Im vergangenen Jahr hatte die Preisspanne 18 bis 23 Euro pro Meter betragen. In diesem Jahr müssten die Händler Hygienekonzepte erstellen, mehr Platz vorhalten und möglicherweise mehr Personal einsetzen, was sich dann auf den Preis auswirke.

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Erste Weihnachtsbäume schon reserviert

In großen Städten seien die Preise in der Regel höher als auf dem Land. Für Blautannen rechnet Rometsch mit 12 bis 16 Euro und für Fichten mit 9 und 12 Euro je Meter. Der Marktanteil der Nordmanntanne, die wegen ihrer weichen und festsitzenden Nadeln bevorzugt wird, beträgt 75 bis 80 Prozent. Das Angebot sei groß genug.

Der Geschäftsführer hofft auf einen stabilen Absatz von 20 bis 22 Millionen Weihnachtsbäumen in diesem Jahr in Deutschland. Die Branche sei aber verunsichert. Es sei damit zu rechnen, dass Dekobäume zum Beispiel wegen abgesagter Weihnachtsmärkte weniger nachgefragt würden. 

„Die Befürchtung ist, dass im gewerblichen Bereich und im öffentlichen Raum weniger stattfindet.“ Die Hoffnung sei dagegen, dass die Menschen es sich in der Krise zu Hause besonders gemütlich machen wollten – und daher eher als sonst einen Baum kauften. „Die Angst, dass alles noch stärker eskaliert, ist da“, sagte Rometsch.

Für viele Menschen ist es wichtig, sich ihren Weihnachtsbaum selbst herauszusuchen und ihn auch selbst zu schlagen. Möglich ist dies zum Beispiel beim Staatsbetrieb Sachsenforst oder bei privaten Anbietern. „Bei uns haben sich schon einige Leute ihren Baum für dieses Weihnachten reserviert“, sagte Rolf Winkler vom gleichnamigen Weihnachtsbaumhandel in Erlau. Er verkaufe die Bäume zum selben Preis wie im Vorjahr. „Bei der Nordmanntanne sind das 17 Euro pro Meter“, so Winkler.

Trockenheit macht den Nadelbäumen zu schaffen

Der Staatsbetrieb Sachsenforst bietet jährlich etwa 20.000 Weihnachtsbäume zum Kauf an, fertig zum Transport oder zum Selberschlagen. Bei Interesse können auch höher gewachsene Bäume erworben werden. Bäume aus dem Staatswald für die weihnachtliche Wohnstube kosten je nach Baumart und Größe überwiegend zwischen 15 und 35 Euro. Blaufichten rangieren im unteren Preisbereich, Nordmanntannen im oberen. „Bisher sind seitens Sachsenforst keine Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr abzusehen“, sagte Pressesprecher Renke Coordes.

Die heißen, trockenen Sommer der letzten drei Jahre sind an den Weihnachtsbäumen nicht spurlos vorübergegangen. Insbesondere frisch gepflanzte Bäume sind häufig vertrocknet (teilweise 50 Prozent oder mehr der Kulturen). Ältere, bereits angewachsene Bäume haben die Dürre besser überstanden, konnten aber gegebenenfalls nicht die gesamte Nadelpracht entfalten oder zeigen teils Verfärbungen. „Borkenkäfer sind für Weihnachtsbäume in der Regel keine Gefahr. Schäden an Weihnachtsbäumen können aber diverse andere Insektenarten verursachen“, so Coordes.

Die Forstbezirke und Schutzgebietsverwaltungen von Sachsenforst sind bemüht, den Weihnachtsbaumverkauf aus dem Staatswald auch unter den notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie aufrecht zu erhalten. Aufgrund der aktuell großen Dynamik ist aber noch nicht absehbar, ob die Verkaufsaktionen, die überwiegend zum Selberschlagen einladen, durchgeführt werden können.

Aufgrund der teils abweichenden Bestimmungen in den Landkreisen und kreisfreien Städten und der verfügbaren Arbeitskapazitäten kann es regional zu Unterschieden kommen. Die Termine zum Verkauf und Einschlag sind sehr beliebt, in der Vergangenheit kamen oft zahlreiche Teilnehmer. „Die Verkaufsaktionen können nur durchgeführt werden, wenn die notwendigen Hygienemaßnahmen auch gewährleistet werden können; der Infektionsschutz hat absolute Priorität“, sagte Renke Coordes.

So bleibt der Weihnachtsbaum länger schön

Der Weihnachtsbaum sollte nach dem Kauf im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in einer kühlen Garage aufbewahrt werden.

So bleibt der Weihnachtsbaum länger schön

Um das Austrocknen des Baumes zu verhindern, ist es vorteilhaft, ihn in einen Eimer Wasser zu stellen. 

So bleibt der Weihnachtsbaum länger schön

Am Besten ist es, den Baum einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen. Er braucht diese Zeit um die Äste wieder in die richtige Position zu bringen. Erst dann sollte man ihn schmücken. 

So bleibt der Weihnachtsbaum länger schön

Den Baum mit Netz in den Weihnachtsbaumständer stellen und dann das Netz von unten nach oben aufschneiden und abnehmen. (Quelle: Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger)

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