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Wenig Resonanz auf Ausschreibungen in Roßwein

Die Stadt Roßwein will bauen, hat bei der Auftragsvergabe aber kaum die Auswahl. Die Stadträte wundert das.

Mit Trockenlegung, Fenstererneuerung und Renovierungen geht es jetzt mit der Modernisierung der Bibliothek in Roßwein weiter. Auf die Ausschreibungen hatten sich insgesamt nur wenige Firmen gemeldet.
Mit Trockenlegung, Fenstererneuerung und Renovierungen geht es jetzt mit der Modernisierung der Bibliothek in Roßwein weiter. Auf die Ausschreibungen hatten sich insgesamt nur wenige Firmen gemeldet. © Elke Braun

Roßwein. Der Anfang an der Bibliothek an der Roßweiner Poststraße ist gemacht. Nachdem das Dach in Ordnung gebracht und der barrierefreie Zugang erneuert worden sind, soll es nun mit weiteren Arbeiten im Innen- und Außenbereich weitergehen.

Die Aufträge dafür haben die Stadträte in der vergangenen Woche vergeben. In dem ein oder anderen Fall brachten sie allerdings ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass sich an den Ausschreibungen insgesamt nur wenige Firmen beteiligt haben und noch weniger Handwerksbetriebe aus der Region kommen.

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Bauamtsleiter weist zusätzlich auf Ausschreibung hin

„Sollten wir nicht gerade in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation – wenn es uns möglich ist – die regionale Wirtschaft stärken?“, war eine der Fragen aus den Reihen der Stadträte.

Bauamtsleiter Dirk Mehler antwortete daraufhin, dass die Aufträge allesamt im elektronischen Vergabeportal „eVergabe“ veröffentlicht worden sind. Somit habe jeder Baubetrieb auch die Möglichkeit gehabt, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen.

Darüber hinaus habe die Kommune die Möglichkeit genutzt und Firmen aus der Umgebung angerufen und auf die Veröffentlichung hingewiesen. Viel gebracht hat das allerdings nicht, wie die Stadträte nun feststellen mussten.

Ein Auftrag geht an eine Roßweiner Firma

So hat nur ein Betrieb daran Interesse gezeigt, fünf neue Fenster zu bauen. Damit erhielt die Rüdiger Fensterbau GmbH für knapp 4.000 Euro diesen Auftrag. Dass es mit dem Gleisberger Handwerksbetrieb ein Unternehmen aus Roßwein ist, freute die Stadträte.

Dagegen kommen andere Fachkräfte ein Stück weiter her, aus Zwickau, um genau zu sein. Die Firma Planitzer Holz- und Bautenschutz GmbH hat sich gegen drei weitere Mitbewerber durchgesetzt. Für knapp 23.000 Euro wird sie in die Innen- und Außenwände des Bibliotheksgebäudes Injektionen einbringen.

Dieses Verfahren der Trockenlegung bietet nach Wissen des Bauamtsleiters keine Firma in der näheren Umgebung an, sagte Mehler auf Nachfrage von Peter Krause (Die Linke).

Nur wenig über dem Gesamtbudget

Nur ein Angebot lag für Arbeiten im Bereich Sonnen-, Blend- und Insektenschutz vor. Das hatte die gleichnamige Firma von Alexander Blank aus Chemnitz abgegeben. Sie wird für etwas weniger als 9.000 Euro drei Außenraffstore mit Elektromotor, eine Steuerung und einen Wind-Regen-Sensor anbringen.

Letztlich sollen noch Malerarbeiten erledigt werden. Dafür gab es Rückfragen von acht Firmen bei der Kommune, vier haben letztlich ein Angebot abgegeben – mit Differenzen von bis zu 1.000 Euro. „Das lässt bei manchen Angeboten vermuten, dass es sich nur um ein Verlegenheitsangebot handelt“, sagte Vize-Bürgermeister Hubert Paßehr (CDU).

Die Malerarbeiten wird jetzt die Firma Wulf Mothes aus Dohna erledigen – für knapp 27.000 Euro. Damit blieb sie ein wenig unter der Kostenschätzung des Planungsbüros Bauer, das alle Angebote geprüft hatte.

Insgesamt eine Ersparnis gegenüber den Kostenschätzungen zu erreichen, ist zwar nicht gelungen. „Letztlich liegen wir aber nur geringfügig über dem Budget“, so der Bauamtsleiter.

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