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Würgemale oder Neurodermitis?

Ein Mann aus Döbeln soll seine Ex-Freundin gewürgt haben. Sein Anwalt vermutet aber einen anderen Grund für ihre Verletzungen.

Das Amtsgericht Döbeln vertagte jetzt eine Verhandlung, bei der es um eine Halskette und ein Kondom ging.
Das Amtsgericht Döbeln vertagte jetzt eine Verhandlung, bei der es um eine Halskette und ein Kondom ging. © David-Wolfgang Ebener/dpa (Symbolbild)

Döbeln. Ein Paar hat sich getrennt, muss aber noch klären, was mit der gemeinsamen Wohnung passiert. Das Mietverhältnis soll aufgelöst werden. An einem Abend treffen sich der Mann und die Frau in der Wohnung. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, in deren Folge er sich nun vor dem Amtsgericht Döbeln verantworten muss. Der Vorwurf: schwere Körperverletzung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung.

Das, was der Angeklagte erzählt, hört sich jedoch überhaupt nicht so an. An dem bewussten Tag hätten sie sich in der Wohnung getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Im Müllbeutel habe er ein Kondom gefunden. „Wir hatten aber vereinbart, dass keiner von uns einen neuen Partner mit in die Wohnung bringt“, sagt der 34-Jährige.

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Es sei zu einer Auseinandersetzung gekommen. Seine Ex-Freundin habe den Müllbeutel durch den Flur geworfen und um Hilfe geschrien, obwohl er ihr nichts getan habe. „Ich rief die Polizei, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste“, sagt der Döbelner. Die Beamten hätten aber keinen Grund zum Eingreifen gesehen.

Die Ex-Freundin, eine 21-jährige Studentin, stellt den Verlauf des Abends anders dar. Sie sei auf die Bitte des Angeklagten nach der Arbeit in die Wohnung gefahren. „Er fragte mich, ob ich ihm etwas zu sagen hätte. Ich wusste nicht, was er meint. Als er von dem Kondom im Müll sprach, habe ich mich dagegen verwahrt“, sagt die Frau.

Er sei es gewesen, der den Müllbeutel in den Flur geschmissen habe. Anschließend habe sie die Wohnung verlassen wollen, sei aber von ihm daran gehindert worden. Er habe sie am Hals und am Mund gepackt und nach hinten gezogen. Dabei sei auch ihre Halskette kaputtgegangen.

Flucht in den Hausflur

Schließlich sei es ihr gelungen, um Hilfe zu rufen und ins Haus zu gelangen. Sie sei eine halbe Treppe nach oben gegangen. Dort habe sie zwei Nachbarn getroffen. Einer von ihnen sei dann mit ihr nach unten vors Haus gegangen. Später habe sie noch eine Weile bei einer Nachbarin gewartet, bis sie ein Bekannter abholte. Mit ihm sei sie zur Polizei gefahren, um den Vorfall anzuzeigen.

Der Verteidiger fragt, ob es richtig sei, dass sie an Neurodermitis leide. Das bestätigt die Frau. Der Anwalt stellt einen Beweisantrag. Ein Gutachter soll klären, ob die Verletzungen der Frau auch von ihrer Neurodermitis herrühren könnten. Richter Marcel Reuter stimmt dem zu.

„Es ist wesentlich, zu klären, ob eine Körperverletzung vorliegt. Deshalb soll sich ein Fachmann die Bilder anschauen“, so der Richter. Die Verhandlung wird vertagt und soll mit der Anhörung eines Sachverständigen der Gerichtsmedizin fortgesetzt werden.

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