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Doping im DDR-Fußball

Den Verdacht gibt es schon lange, aber bisher keine Beweise. Jetzt hat der Dopingopfer-Hilfeverein (DOH) eine „Schadensliste“ zum Doping im DDR-Fußball veröffentlicht.

Den Verdacht gibt es schon lange, aber bisher keine Beweise. Jetzt hat der Dopingopfer-Hilfeverein (DOH) eine „Schadensliste“ zum Doping im DDR-Fußball veröffentlicht. Darin aufgeführt sind zwölf Fälle, die Namen der Spieler werden jedoch nicht genannt. Sie sind zwischen 47 und 60 Jahre alt und haben für zehn unterschiedliche Vereine gespielt. Heute leiden sie unter teils erheblichen gesundheitlichen Schäden, die auf die Einnahme leistungssteigernder Mittel während ihrer aktiven Zeit zurückzuführen sein können.

Die Betroffenen haben in den Gesprächen mit dem DOH berichtet, dass sie Tabletten und als Vitamincocktail deklarierte Drinks zum Teil bereits als Junioren einnehmen sollten. Ein Spieler von Dynamo Dresden gibt an, dass ihm bereits mit 17 Jahren Oral-Turinabol, ein Steroid zum Aufbau von Muskelmasse, vom Trainer gegeben worden sei, um eine bessere Grundschnelligkeit und Athletik zu erreichen. Ein anderer Dresdner behauptet, die gesamte Mannschaft sei „auf Droge“, der Umgang mit Tabletten „salopp“ gewesen, oft deklariert als „Regenerationsmaßnahme“. Das berichtet unter anderem ein heute
54-Jähriger, der bei Stahl Riesa gespielt hat. Die Schmerzmittel hätten in den Spinden offen rumgelegen, bestätigt ein Spieler vom FC Vorwärts Frankfurt/Oder. Und einer des BFC Dynamo sagt aus, vor Höhepunkten Spritzen bekommen zu haben.

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Ein Aktiver des FC Carl Zeiss Jena bezeichnet die Doping-Praxis als „üblich im DDR-Fußball bis in die Kreisligen hinein“. Er leidet unter Lymphdrüsenkrebs und Depressionen. Dem Bericht zufolge leiden viele unter psychischen Problemen wie Angststörungen. „Mein Leben ist hin“, hat ein ehemaliger Oberliga-Spieler von Dynamo ausgesagt. Er sei schwer depressiv und alkoholkrank, wolle aber keinen Antrag auf Entschädigung stellen, sondern einfach nur mal reden. (SZ/-ler)