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Döbeln

Drei Tage fliegende Pferde

Am Wochenende gibt es in Lüttewitz das 65. Reitturnier. Etwa 800 Startmeldungen sorgen für einen prall gefüllten Zeitplan.

So wie hier im Vorjahr Michael Fritsch vom Reitsportverein SC An der Leuba auf Charterfly G, werden Reiterinnen und Reiter beim 65. Turnier in Lüttewitz versuchen, fehlerfrei zu bleiben. © André Braun

Lüttewitz. Als 14 Männer 1954 den Reitverein Lüttewitz als SG Lüttewitz gründeten, war nicht daran zu denken, dass es 1965 das 65. Turnier geben würde. Geritten wurde damals auf Wiesen, gesprungen über Leitern und Fässer. Als Vereins- und Turnierplatz wurde eine Wiese in Leschen genutzt, wo im Gründungsjahr auch das erste Turnier ausgetragen wurde. Die Kinder, Enkel und Urenkel der damaligen Protagonisten sorgten dafür, dass sich der Reitsport in Lüttewitz weiterentwickelte und diesem derzeit etwa 40 Vereinsmitglieder nachgehen. Diese führen am Wochenende das größte Reit- und Springturnier der Region durch.

Nachdem 1964 schließlich die BSG Traktor Lüttewitz entstand, wurden die alljährlichen Turniere seit 1965 auf dem Gelände des heutigen Reitplatzes ausgetragen, auf dem 1985 der heutige Richterturm entstand. Der wird trotz Umbau- und Renovierungsarbeiten ab Freitag auch beim 65. Turnier in Betrieb sein, wenn es über drei Tage einen prall gefüllten Turnierplan gibt. I

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nsgesamt sind rund 800 Startmeldungen bei den Organisatoren eingegangen. Die versprechen jede Menge Pferdesport für groß und klein. Von Freitagmittag bis Sonntagabend werden 25 Prüfungen im Dressur- und Springreiten der Klassen E bis S* auf der Vereinsanlage ausgetragen. Während der Freitag dabei den Springreiterinnen und -reitern gehört, wird es an den beiden weiteren Tagen parallel auf Spring- und Dressurplatz Wertungsprüfungen geben. 

Höhepunkt wird am Sonntag der traditionelle Ritt um den „Großen Preis von Lüttewitz“, ein Springen der Klasse S* mit Siegerrunde, sein. In dieser Prüfung der schweren Klasse müssen etwa zehn Hindernisse mit einer Höhe von 1,35 m bis 1,45 m überwunden werden.

Aber nicht nur für die Pferdesportfans der Region, sondern auch für deren Kinder bieten die Lüttewitzer ein abwechslungsreiches Programm mit Hüpfburg, Ponyreiten (nur sonntags), Feuerwehrspritzwagen sowie einer kleinen Sandspielanlage reichlich Abwechslung von den sportlichen Highlights. (DA/ds)

„Vorbeikommen lohnt sich immer“

Daniela Smiletzki ist einer der vielen Helfer, die zum Gelingen des Turniers beitragen. Der DA sprach mit der Pressesprecherin.

Daniela Smiletzki, es sind nur noch knapp drei Tage bis zum 65. Lüttewitzer Reitturnier. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen?

Die groben Vorbereitungen sind durch. Was noch ansteht, ist die Herrichtung des Reitplatzes. Wir haben jetzt mit Mäh- und Baumschnittarbeiten begonnen. Der Richterturm wird schick gemacht, die Zelte müssen aufgestellt, die Versorgung abgesichert werden. Es wird jeden Tag bis Freitag ab 17 Uhr einen Arbeitseinsatz geben, damit wir alles schaffen.

Wie viele Organisatoren und Helfer sorgen insgesamt für einen reibungslosen Ablauf?

Das ist schwer zu sagen. Vielleicht 40 Vereinsmitglieder, dazu 20, 30 Leute für die Küche und Elternteile. Um die 80 Leute werden wir bestimmt sein, die mithelfen.

Im vergangenen Jahr hat es aufgrund der Verkettung unglücklicher Umstände im letzten Springen einen tragischen Unfall gegeben, infolgedessen die betroffene Reiterin später im Krankenhaus verstarb. Wird ihrer gedacht und in welcher Form?

Geplant ist da nichts. Wir waren damals zur Beerdigung und haben die verunglückte Sportlerin so gewürdigt. Als Verein müssen wir jetzt auch nach vorn schauen.

In den Vorjahren war zu vernehmen, dass das 65. Turnier größer aufgezogen wird, als die vergangenen Veranstaltungen. Ist das gelungen?

Es gibt eine S-Prüfung mehr, außerdem größere Prüfungen. Wir denken, es ist uns gelungen und wir werden sehen, was das Wochenende bringt.

Absoluter Höhepunkt ist sicher am Sonntag der Große Preis von Lüttewitz, ein Springen der Kategorie S* mit Siegerrunde. Lockt ein solcher Wettkampf mehr Spitzenreiter nach Lüttewitz als in den vergangenen Jahren?

Es ist in den beiden Springen der Klasse S eher gleich geblieben. Da reist ein gewisser Stamm an.

Wie viele einheimische Reiterinnen und Reiter werden mit ihren Pferden am Start sein?

Ich denke mal, sechs, sieben Starter haben wir bestimmt. Diese werden allerdings alle in der Klasse L antreten.

Besitzen die Lokalmatadoren Chancen auf die begehrten Siegerschleifen?

Sarah Schmidtgen mit Sirius in der Dressur bestimmt. Sie war nach längerer Verletzungspause ihres Pferdes am vergangenen Wochenende erfolgreich. Aber auch Christin Gräfe wird in der E- und A-Dressur auf Hidalgo sicher vorn mitreiten und auch Alina Schmidtgen auf Odette.

Welcher Besonderheiten erwarten die Besucher an den beiden Wettkampftagen?

Am Sonntag haben wir wieder ein Schaubild geplant, das dieses Jahr von der Döbelner Tanzwelt gestaltet wird. Ansonsten werden die Besucher über beide Tage guten Spring- und Dressursport geboten bekommen. Ich denke, da ist für jeden etwas Schönes zu sehen.

Und der Eintritt ist wie immer frei?

Ja natürlich. Am Anfang haben wir Eintritt genommen. Doch der Aufwand ist einfach zu hoch, da man noch dazu noch mehr Helfer benötigt, um das alles abzusichern. Da sollen die Leute lieber nicht durch die Hecken gehen, sondern so kommen, hier noch einen Kaffee trinken und einfach eine schöne Zeit bei uns verbringen.

Haben Sie einen Tipp, wann es sich für Pferdesportbegeisterte besonders lohnt, auf dem Lüttewitzer Reit- und Springplatz vorbeizuschauen?

Eigentlich immer. Auf jeden Fall aber am Sonntagnachmittag. Ansonsten den gesamten Sonntag und am Sonnabend ab 13 Uhr, wenn es auf dem Springplatz mit den M-Springen losgeht. Und wer möchte, kann bereits am Freitagnachmittag vorbeischauen. Da gibt es das erste M-Springen.

Was wünschen sich die Veranstalter für das Turnier 2019?

Einen reibungslosen Ablauf, viele Starter und Besucher, schönes Wetter mit einem kleinen Schauer zwischendrin und keine Unfälle.

Es fragte: Dirk Westphal

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