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Dresden startet Experiment Universitätsschule

Der Schulversuch in städtischer Trägerschaft ist genehmigt. Stadträte fordern aber schnelle Klarheit für die Bestandsschulen.

© Symbolfoto: Marcel Kusch/dpa

Von Nora Domschke

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Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Universitätsschule Dresden ist getan: Das sächsische Kultusministerium hat die Genehmigung für einen Schulversuch erteilt, bei dem Wissenschaftler der TU Dresden an einer eigens dafür gegründeten Schule neue Unterrichtsmethoden und Zeitmodelle erforschen wollen. Die Universitätsschule startet im August ihren Unterricht im Schulgebäude der 101. Oberschule in der Johannstadt. Im Schuljahr 2032/33 endet dieser Schulversuch.

Weil noch ungeklärt ist, wie die Zusammenarbeit mit den bestehenden Schulen – der 101. Oberschule und der benachbarten 102. Grundschule – künftig aussehen soll, fordert das Kultusministerium bis Ende April ein entsprechendes Konzept vom Träger, der Landeshauptstadt. Das betont auch Grünen-Stadtrat Thomas Löser. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) müsse nun schnell das im Bildungsausschuss beschlossene Gespräch zwischen Universitätsschule, 101. Oberschule und 102. Grundschule initiieren, um alle Fragen rund um die Schulorganisation zu klären. „Wir sind den Lehrern, den Eltern und den Schülern am Standort verpflichtet, Bedingungen für eine weitere positive Entwicklung des gesamten Schulstandortes in Johannstadt zu schaffen.“ Das fordert auch Heike Ahnert, bildungspolitische Sprecherin der CDU im Dresdner Stadtrat. „Es muss so schnell wie möglich eine Leitung für die Universitätsschule gefunden werden, damit diese klärenden Gespräche stattfinden können.“ Wichtig sei es, den Schulalltag so zu organisieren, dass die Familien im Stadtteil, darunter viele Migranten, davon profitieren. Für diese Kinder würden in der Johannstadt auch in den kommenden Jahren ausreichend Schulplätze benötigt. Fast 60 Prozent der jetzigen Grund- und Oberschüler am Standort Pfotenhauerstraße stammen aus ausländischen Familien.

Umstrittene Aufnahmekriterien

Das spiegelt sich für Heike Ahnert aber nicht in den Aufnahmekriterien für die Universitätsschule wider. Ziel der Wissenschaftler ist es, Lerngruppen mit 28 Schülern nach einer festgelegten Zusammensetzung zu bilden: Das Konzept sieht vor, dass fünf dieser Kinder aus sozial schwachen Familien kommen, lediglich acht Schüler aus Familien mit Migrationshintergrund sowie bis zu drei Kinder, die aufgrund von geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen besondere Hilfe beim Lernen brauchen. Zu einer guten Mischung gehören nach Auffassung der Wissenschaftler außerdem sieben Kinder, deren Eltern einen akademischen Abschluss haben.

Die Aufnahmekriterien müssen bis Ende Februar allerdings noch einmal zwischen der TU Dresden und dem Landesamt für Schule und Bildung abgestimmt werden. Sie sind Voraussetzung für Anmeldung und Aufnahme der Schüler.