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Am Dresdner Zwingerteich kreischen die Sägen

Der Schlösserbetrieb lässt die Bäume am Zwinger beschneiden. Eine Anwohnerin hält jedoch Neupflanzungen für nötiger.

Die Bäume am Zwingerteich werden derzeit ausgeästet. Bis Mitte kommender Woche sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden.
Die Bäume am Zwingerteich werden derzeit ausgeästet. Bis Mitte kommender Woche sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden. © Sven Ellger

Dresden. Am Zwingerteich stapeln sich derzeit morsche Äste von Bäumen, die Arbeiter vom Hubsteiger aus von Baumkronen entfernen. Mit ihren Motorsägen sind sie schon seit mehreren Tagen im Einsatz.

Das ist zur Verkehrssicherung nötig, damit Passanten nicht gefährdet werden, erläutert Uli Kretzschmar, Sprecher von Schlösserland Sachsen. Nächste Woche werden die Baumpfleger noch auf der anderen Seite des Zwingerteichs auf dem Wall aktiv, um beispielsweise Misteln aus Bäumen zu entfernen.

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Gloria Ziller verfolgt das Geschehen ganz genau. Schließlich wohnt sie direkt gegenüber im Neubau am Herzogin Garten und dreht hier fast täglich ihre Nordic-Walking-Runden bis zur Elbe und zurück.

Sie fragt, warum denn keine neuen Bäume angepflanzt werden. „Da keine Bäume gefällt werden, ist das nicht nötig“, erläutert Kretzschmar. Außerdem dürften Bäume nur in der kalten Jahreszeit bis Ende Februar gefällt werden. „Es sei denn, es wären Notfällungen“, erklärt er.

In der kommenden Woche sollen noch Misteln von den Bäumen auf dem Wall entfernt werden.
In der kommenden Woche sollen noch Misteln von den Bäumen auf dem Wall entfernt werden. © SZ/Peter Hilbert

Anwohnerin Ziller hält es dennoch für nötig, dass mit Blick auf eine längere Perspektive Baumarten gepflanzt werden, die mit den deutlich trockeneren Sommern besser zurechtkommen.

Wenn wieder mal ein starker Sturm über Dresden hinwegfegt, könnten marode Bäume im Zwingerpark fallen und dann müsste ohnehin gehandelt werden. „Also könnte man schon jetzt mit Ersatzpflanzungen anfangen“, rät sie.

Schlösserland-Sprecher Kretzschmar verweist aber erst einmal darauf, was seine Gärtner derzeit unternehmen. So werden rund 20.000 Blumenzwiebeln im Großen Garten und auf der Brühlschen Terrasse gepflanzt.

Auf die Beete vor die Sempergalerie des Zwingers kommen frische Stiefmütterchen. Auch an anderen Stellen des Zwingers wird die Sommersaison vorbereitet. So sollen im April die Zwingerbrunnen wieder in Betrieb genommen werden.

Mit dem Schlammsauger werden ab kommendem Monat die Zwingerbrunnen wieder regelmäßig gereinigt.
Mit dem Schlammsauger werden ab kommendem Monat die Zwingerbrunnen wieder regelmäßig gereinigt. © Foto: SZ/Peter Hilbert;

Seit vergangenem Jahr wird eine neue Technologie eingesetzt, um die großen Brunnen zu reinigen. Geschah dies früher mit dem Hochdruckreiniger, so werden seit vergangenem Jahr Schlammsauger eingesetzt.

Das bringe erhebliche Vorteile gegenüber der früheren Praxis. Denn das Hochdruckreinigen sei sehr aggressiv für den Sandstein gewesen. Nun werden die Brunnen monatlich sehr schonend mit Schlammsaugern gereinigt. Dabei müssen sie außerdem nicht abgelassen werden.

Im Mai sollen wieder die Orangenbäume im Zwinger aufgestellt werden. Allerdings werden es weniger, da der Hof vor dem Porzellanpavillon saniert wird.
Im Mai sollen wieder die Orangenbäume im Zwinger aufgestellt werden. Allerdings werden es weniger, da der Hof vor dem Porzellanpavillon saniert wird. © Foto: SZ/Peter Hilbert;

Die Schlösserland-Mitarbeiter kümmern sich im Zwinger aber noch um vieles andere, damit das weltberühmte Wahrzeichen gepflegt aussieht. So werden regelmäßig die Rasenflächen gemäht. Außerdem wird sich der Orangeur wieder um die Orangen im Zwinger kümmern.

Im Mai werden sie aus dem Winterquartier im Barockgarten Großsedlitz geholt und im Zwingerhof aufgestellt, kündigt Kretzschmar an. „Wir werden aber nicht alle 76 Bäume aufstellen können.“

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