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Dresden

Corona: Mehr Dresdner haben Schulden

2020 ist die Zahl der Beratungsgespräche bei finanziellen Notsituationen in Dresden gestiegen. Jetzt gibt es auch eine Vorausschau auf das laufende Jahr.

Das Geld wird knapp wegen Corona, die Schuldnerberatungen melden steigenden Gesprächsbedarf.
Das Geld wird knapp wegen Corona, die Schuldnerberatungen melden steigenden Gesprächsbedarf. © dpa/Monika Skolimowska

Dresden. Corona bringt mehr Dresdner in finanzielle Bedrängnis. Das ist das Fazit der Schuldnerberatungen mit Blick auf den Beratungsaufwand im vergangenen Jahr. Er hat sich im Vergleich zu 2019 verdoppelt, teilt Andreas Borowicz mit, der Pressesprecher bei Cariatsverband für Dresden. Dabei bezieht er sich auf die Jahreszahlen der Caritas, der AWO und der Gemeinnützigen Gesellschaft Striesen Pentacon.

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Trotz Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln hätten im vergangenen Jahr mit insgesamt 4.046 Personen 76 mehr als 2019 persönlichen Rat in den Beratungsstellen geholt. Mit 3.126 habe sich die Zahl der Telefonberatungen verdoppelt. E-Mail-Beratungen hätten sich mit 1.282 Beratungen sogar verdreifacht.

Typische Situationen seien der drohende Wohnungsverlust wegen Mietschulden, eine Stromsperre beim Energieversorger sowie Strafgelder, die die Betroffenen aktuell nicht zahlen könnten. Ein knapp elf Prozent der Fälle sei es um Mietschulden gegangen, bei sechs Prozent um zu zahlende Stromrechnungen oder Buß- und Strafgelder.

Das war „die Ruhe vor dem Sturm“, schätzt Gerlinde Köhmstedt ein, die Leiterin der Caritas-Beratungsstelle. „Zum Glück ist der ganz große und sprunghafte Anstieg an Nachfragen bisher ausgeblieben." Das liege an staatlichen Maßnahmen wie etwa der "Corona-Soforthilfe", Kurzarbeitergeld oder dem Kindergeldbonus. Prognosen deuteten jedoch darauf hin, dass sich die Überschuldung privater Haushalte nur zeitlich verzögert und mit einem deutlichen Anstieg gerechnet werden müsse. Viele Haushalte kämpfen bereits mit Einkommenseinbußen. Ursachen dafür seien vor allem Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und der Ausfall von Einkommen durch Kita- und Schulschließungen.

Ein weiter aktuelles Problem bleiben in Dresden die steigenden Mieten und der angespannte Wohnungsmarkt, erklärt Pressesprecher Andreas Borowicz. Bezahlbarer Wohnraum werde immer rarer und der Anteil des Einkommens, der für Mietzahlungen eingesetzt werden muss, steige. "Auch das erhöht die Gefahr einer schleichenden Überschuldung." (SZ/csp)

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