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Dresden: Anklage gegen Grabfigur-Räuber

Die Polizei hat die Täter gestellt. Jetzt wird bekannt, wie die Kriminellen eine 100 Kilo-Statue gestohlen haben.

Die Polizei untersuchte die Grabfigur, nachdem die Beamten sie sichergestellt hatten.
Die Polizei untersuchte die Grabfigur, nachdem die Beamten sie sichergestellt hatten. © Archiv/Tino Plunert

Dresden. Was fangen zwei 36 und 60 Jahre alte Deutsche mit einer Bronzefigur an? Wozu stehlen sie eine Plastik, mehrere Bronzeurnen und eine Blumenschale aus Bronze? Die Staatsanwaltschaft Dresden stellt in ihrer Anklage fest, die zwei Männer hätten über ihre Beute "wie Eigentümer" verfügen wollen. Details zu dem Raubzug Ende Januar hat die Staatsanwaltschaft an diesem Freitag veröffentlicht.

Demnach sind sie in der Nacht zum 31. Januar 2021 zuerst in den Urnenhain Tolkewitz eingebrochen. Eine halbe Stunde vor Mitternacht brachen sich mit Werkzeug das sogenannte Ankertor auf. Es befindet sich nach der Ankerstraße. so gelangten sie auch auf den angeschlossenen Johannisfriedhof.

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Im Urnenhain sind sie dann zur Grabstelle des Jagdfliegers Max Immelmann gegangen, das sich am Hauptweg nahe dem alten Krematorium befindet. Die rund 100 Kilo schwere Statue darauf haben sie dann von ihrem Sockel gerissen - mitsamt der Verschraubung und den Dübeln. Dabei wurde das Unterteil der Bronzefigur beschädigt. Sie heißt "Adler von Lille". Das war eine Bezeichnung für den Jagdflieger Max Immelmann. Ihr Wert sei "unschätzbar", so die Staatsanwaltschaft Dresden, betrage aber mindestens 50.000 Euro. Der Sachschaden: Etwa 2.800 Euro.

Nach dem Figurenraub gingen die Täter auf den Johannisfriedhof, den anderen Teil des Doppelfriedhofs an der Wehlener Straße. Dort erbeuteten sie von einer Grabanlage zwei fest verankerte Urnen aus Bronze im Wert von jeweils mindestens 5.000 Euro. Auch sie hebelten sie von ihrem Sockel. Dabei entstand an der Grabanlage ein Schaden von etwa 2.300 Euro. Außerdem sollen sie von einem Familiengrab auf dem Johannisfriedhof eine Blumenschale aus Bronze im Wert von mindestens 5.000 Euro herausgebrochen haben, wobei an dem Familiengrab ein Schaden von rund 1.500 Euro entstand.

Die Skulptur des "Adlers von Lille", die beiden Urnen aus Bronze und die Blumenschale aus Bronze sollen die Beschuldigten dann mit einem Handwagen zu dem auf der Tolkewitzer Straße stehenden Pkw des 60-Jährigen transportiert haben. Durch den Hinweis eines Zeugen konnte die Polizei die zwei Männer noch am Tatort stellen und die entwendeten Gegenstände beschlagnahmen.

Die Beschuldigten befinden sich nicht in Untersuchungshaft, da keine Haftgründe nach der Strafprozessordnung vorliegen. Das heißt, es besteht zum Beispiel keine Fluchtgefahr

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Das Amtsgericht Dresden wird nunmehr über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung wird ebenfalls vom Amtsgericht Dresden bestimmt.

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