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Erfolgreicher Test im Wasserwerk Hosterwitz

Das Werk kann jetzt noch besser Elbe-Wasser aufbereiten. Gleichzeitig musste ein anderes Dresdner Wasserwerk vom Netz genommen werden.

Das ist die Schlammbehandlungsanlage im Wasserwerk Hosterwitz. Vorn ist eines der beiden Becken zu sehen, in dem sich der Schlamm absetzt. Der wird in die außen begrünten Speicher gepumpt, von denen einer hinter dem Becken zu sehen ist.
Das ist die Schlammbehandlungsanlage im Wasserwerk Hosterwitz. Vorn ist eines der beiden Becken zu sehen, in dem sich der Schlamm absetzt. Der wird in die außen begrünten Speicher gepumpt, von denen einer hinter dem Becken zu sehen ist. © René Meinig

Dresden. Das Wasserwerk Hosterwitz hat jetzt mit neuen Anlagen seinen regulären Betrieb wieder aufgenommen. Das teilt Drewag-Sprecherin Claudia Kuba mit. Das Werk wurde weiter ausgebaut, damit es modernen Anforderungen entspricht. Schließlich wächst Dresden, was sich auch auf den Wasserverbrauch auswirkt. Wurden 2013 noch durchschnittlich 102.000 Kubikmeter täglich verbraucht, so waren es im vergangenen Jahr bereits 121.000 Kubikmeter.

In Hosterwitz gibt es eine Besonderheit, damit auf sprunghaft steigenden Bedarf reagiert werden kann. Dort wird in einem speziellen Verfahren Wasser aus der Elbe gepumpt, behandelt, gefiltert und über fünf Infiltrationsbecken wieder in den Grundwasserleiter versickert. Damit steigt die Kapazität des Werks und es wird wesentlich flexibler. Die Drewag hat investiert, damit der bei der Elbwasseraufbereitung anfallende Schlamm separat gespeichert werden kann.

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Diese Foto zeigt die Schlammbehandlungsanlage, als im vergangenen Jahr rechts daneben die Schlammspeicher gebaut wurden.
Diese Foto zeigt die Schlammbehandlungsanlage, als im vergangenen Jahr rechts daneben die Schlammspeicher gebaut wurden. © Archivfoto: Rene Meinig

2015 hatten die ersten Arbeiten begonnen, die insgesamt rund 6,4 Millionen Euro kosten. In den Becken setzt sich der Schlamm aus dem Uferfiltrat der Elbe ab. Zuerst wurde damit begonnen, die Becken neu abzudichten und danach neue, sogenannte Räumerbrücken einzubauen, über die der anfallende Schlamm mit Rohren abgepumpt wird. So kann er zwar von einem ins andere Becken gepumpt werden. Dort musste der Schlamm bisher aber bleiben, bis das Becken voll war.

Seit März vergangenen Jahres wurden ein großes Pumpwerk und drei Schlammbehälter gebaut, die jeweils 2.000 Kubikmeter fassen. Der Schlamm kann jetzt kontinuierlich aus den Becken in die Silos gepumpt werden. So muss die Vorreinigung des Uferfiltrats künftig nicht mehr zur Entsorgung des Schlamms unterbrochen werden.

Nach erfolgreichem Test sind die Speicher jetzt in Betrieb. Bis zu 2.000 Kubikmeter können in jedem Behälter gespeichert werden.
Nach erfolgreichem Test sind die Speicher jetzt in Betrieb. Bis zu 2.000 Kubikmeter können in jedem Behälter gespeichert werden. © René Meinig

Die Anlagen wurden seit Mai umfassend getestet. Seitdem wird den neuen Speichern Schlamm zugeführt. Kürzlich konnte die komplette Anlage in Betrieb genommen werden. „Kleinere Restarbeiten erfolgen im kommenden Jahr“, erklärt die Sprecherin.

Bei der neuen Anlage haben die Stadtwerke auch auf den Hochwasserschutz großen Wert gelegt. Schließlich liegt das Wasserwerk direkt an der Elbe. Auf eine Flut ist die neue Anlage vorbereitet, heißt es. Das Pumpwerk hat wasserdichte Türen, sodass es sogar vor einer Jahrhundertflut wie 2002 geschützt ist.

Im Seerental im Tharandter Wald wurde 2018 dieser Wasserstollen saniert. Da das Coschützer Werk deshalb außer Betrieb genommen werden musste, war Hosterwitz stärker gefragt. Jetzt werden drei weitere kleine Stollenabschnitte erneuert. Deshalb müssen die W
Im Seerental im Tharandter Wald wurde 2018 dieser Wasserstollen saniert. Da das Coschützer Werk deshalb außer Betrieb genommen werden musste, war Hosterwitz stärker gefragt. Jetzt werden drei weitere kleine Stollenabschnitte erneuert. Deshalb müssen die W © Sven Ellger

Die Arbeiten mussten rechtzeitig abgeschlossen werden, da Hosterwitz als zweitgrößtes Dresdner Werk noch diesen Monat wieder stärker gefragt ist. Seit 14. September ist die Wasserzufuhr zum Hauptversorger in Coschütz unterbrochen, sodass die anderen Wasserwerke in Hosterwitz und Tolkewitz ganz Dresden versorgen müssen. Denn im 20 Kilometer langen Leitungssystem von der Talsperre Klingenberg nach Coschütz werden noch drei kleinere Stollen-Abschnitte im Tharandter Wald saniert. Außerdem erneuert die Drewag eine 70 Meter lange Hangleitung in Freital-Coßmannsdorf. Die wesentlichen Arbeiten sollen bis Anfang Dezember geschafft sein, sodass das Coschützer Werk wieder in Betrieb genommen werden kann.

Eine Unterbrechung der Wasser-Zufuhr nach Coschütz war schon in den Jahren von 2012 bis 2018 jeweils im Herbst nötig, da der Stollen im Seerental im Tharandter Wald saniert wurde.

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