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Dresdens neue Super-Pipeline

Vor der Sanierung des Neustädter Hauptkanals in Dresden-Kaditz ist viel Aufwand nötig. Wie große Sperrungen verhindert werden.

2,6 Kilometer lang ist die Rohrleitung, die über einen langen Bogen vom Beginn der Scharfenberger Straße durch die Flutrinne zum Klärwerk führt.
2,6 Kilometer lang ist die Rohrleitung, die über einen langen Bogen vom Beginn der Scharfenberger Straße durch die Flutrinne zum Klärwerk führt. © Marion Doering

Dresden. Eine riesige Rohrleitung erstreckt sich jetzt vom Beginn der Scharfenberger Straße durch die Kaditzer Flutrinne und vorbei an den Faultürmen zum Klärwerk. Der Strang schlängelt sich auf 2,6 Kilometern Länge durchs Gelände. Das ist die wesentliche Voraussetzung dafür, dass das letzte Stück des rechtselbischen Neustädter Hauptkanals saniert werden kann.

Schon 110 Jahre fließt die braune Brühe durch die rechtselbische Abwasser-Hauptschlagader von der Prießnitzstraße bis zum Klärwerk Kaditz. Über drei Viertel des 6,6 Kilometer langen Neustädter Abfangkanals sind saniert. Dafür hat die Stadtentwässerung 18 Millionen Euro investiert. Zuletzt war der Abschnitt auf der Kötzschenbroder Straße ab dem Ballhaus Watzke instandgesetzt worden. Das rund einen Kilometer lange Stück konnte im April dieses Jahres freigegeben werden. Im Juni hatten die Vorbereitungen zur Sanierung des letzten Abschnitts begonnen. Dabei handelt es sich um das 1,5 Kilometer lange Stück vom Beginn der Scharfenberger Straße an der Flutrinne bis zum Klärwerk Kaditz.

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Auf der gesamten Länge sind die Rohre jetzt verschweißt.
Auf der gesamten Länge sind die Rohre jetzt verschweißt. © Marion Doering

Während der Arbeiten an dem Abfangkanal fließt das Abwasser durch die neue Super-Pipeline. Die Rohre sind komplett verlegt und verschweißt, teilt Projektleiter Heiko Nytsch von der Stadtentwässerung mit. Derzeit werden die Anschlüsse im Klärwerk hergestellt. Da mit einem besonderen Verfahren gearbeitet wird und die Ersatzleitung über eine andere Trasse führt, werden kaum größere Verkehrseinschränkungen nötig. Es müssen nur drei Baugruben ausgehoben werden, erklärt Nytsch. 

Die erste von ihnen ist bereits an der Ecke Scharfenberger/Kaditzer Straße fertig. Die tiefe Grube ist mit einem sogenannten Berliner Verbau aus Stahlträgern und Holzelementen gesichert. Derzeit wird die zweite Baugrube an der Ecke Scharfenberger/Washingtonstraße hergestellt. 

Ein Blick in eine der drei Baugruben, über die der Neustädter Hauptkanal mit einer speziellen Technologie saniert wird.
Ein Blick in eine der drei Baugruben, über die der Neustädter Hauptkanal mit einer speziellen Technologie saniert wird. © Marion Doering

Wenn das installierte Pumpwerk Mitte November in Betrieb genommen wird, kann die Kanalsanierung beginnen. Dabei werden per Kran glasfaserverstärkte Kunststoffrohre eingehoben, die meistens drei Meter lang sind. Motorgetriebene Wagen werden sie unterirdisch aus den Baugruben in den alten, bis zu 2,5 Meter hohen Kanal bugsieren, wo sie letztlich zusammengefügt werden. So entsteht bis Anfang 2022 ein neuer dichter Kanal in der alten Abwasserröhre. Insgesamt investiert die Stadtentwässerung für das Großprojekt rund 15 Millionen Euro. 

Würde der alte Kanal komplett auf herkömmliche Weise erneuert, müsste die gesamte Straße aufgerissen werden, um neue Betonröhren einzusetzen. Mit dem besonderen Verfahren war bereits der Neustädter Abfangkanal auf der Kötzschenbroder Straße saniert worden. Allerdings verlief dort die Abwasserleitung auf dem Geh- und Radweg direkt daneben, weshalb mehr Sperrungen nötig waren. 

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