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Die sanierten Dresdner Heiligen

Auf der Dresdner Hofkirche gab es Schäden an zwei Steinfiguren. Dadurch drohten Gefahren für Fußgänger. Nun stehen sie wieder sicher.

Die Gerüste sind gefallen. Die Schäden an diesen Heiligenfiguren auf der Hofkirche wurden in den vergangenen Wochen beseitigt.
Die Gerüste sind gefallen. Die Schäden an diesen Heiligenfiguren auf der Hofkirche wurden in den vergangenen Wochen beseitigt. © Sven Ellger

Dresden. Gut sichtbar sind jetzt wieder der heilige Wenzel und der heilige Florian, die auf der äußeren Balustrade am Dach der Hofkirche stehen. Die beiden 3,5 Meter hohen Sandsteinfiguren waren in den vergangenen Wochen hinter schützenden Planen verborgen, die an einem Gerüst hingen. Doch die sind jetzt verschwunden. Am Dienstag sind die letzten Gerüste abgebaut worden. 

Regelmäßig werden die 78 überlebensgroßen Figuren auf den Balustraden, am Turm und an der Fassade der Hofkirche überprüft, erklärt Dompfarrer Norbert Büchner. Kontrolliert werden unter anderem die Standfestigkeit und auch der Zustand der Sandstein-Kunstwerke. Schließlich stehen sie hoch über den benachbarten zentralen Straßen der Altstadt. Bei der diesjährigen Kontrolle waren sowohl an der Figur des böhmischen Nationalheiligen Wenzel als auch an der benachbarten Statue des Schutzpatrons der Feuerwehrleute Schäden festgestellt worden, so Büchner. 

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An beiden Figuren waren Teile abgeplatzt und weitere lose. So hätte im Winter die Gefahr bestanden, dass Wasser in die Risse eindringt und gefriert. Dadurch könnten sich Sandsteinteile lösen und herunter fallen. Also musste schnell gehandelt werden. Im August rückten Fachleute der Meißner Spezialfirma Steinrestaurierung Hain an, die bereits viele Figuren an der Hofkirche restauriert haben. In aufwendiger Kleinarbeit sind Wenzel und Florian saniert worden, sodass sie wieder sicher auf der Balustrade stehen, erläutert der Dompfarrer. 

Dompfarrer Norbert Büchner im Eingangsbereich der Kathedrale neben der beschädigten Figur des heiligen Laurentius. Eine Kopie steht jetzt auf der Hofkirche.
Dompfarrer Norbert Büchner im Eingangsbereich der Kathedrale neben der beschädigten Figur des heiligen Laurentius. Eine Kopie steht jetzt auf der Hofkirche. © Sven Ellger

Geschaffen wurden die 3,50 Meter hohen Skulpturen vor allem vom italienischen Bildhauer Lorenzo Mattielli in den Jahren 1738 bis zu seinem Tod 1748. Sein Sohn Francesco vollendete sein Werk bis 1752. Bei der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 wurden einige Skulpturen vollkommen zerstört und weitere schwer beschädigt. Letztere wurden später restauriert, die zerstörten durch Kopien ersetzt. Im Haupteingang stehen zwei beschädigte Heiligenskulpturen von Agnes und Laurentius, erklärt Büchner. Bei Laurentius fehlt ein Finger. Der Rost, den er in der Hand hält, ist bereits eine Nachbildung. Diese Figuren wurden durch Kopien ersetzt, die auf der Hofkirche zu sehen sind.

Die Meißner Spezialfirma Hain hatte auch die Figur Johannes Nepomuk auf der Hofkirche restauriert. Der böhmische Geistliche, der im 14. Jahrhundert lebte, wird vor allem in katholischen Gegenden als Märtyrer verehrt. Er gilt unter anderem als der Schutzpatron der Brücken und der Schiffer. Ginge es nach dem katholischen Bistum Dresden-Meißen, würde ein mannshohes Exemplar des böhmischen Schutzheiligen auch an der Waldschlößchenbrücke stehen. 

Der heilige Nepomuk sollte an der Waldschlößchenbrücke stehen. Hier ist ein Entwurf des Brückenheiligen zu sehen. Doch die Stadt lehnte den Vorschlag des katholischen Bistums Dresden-Meißen ab.
Der heilige Nepomuk sollte an der Waldschlößchenbrücke stehen. Hier ist ein Entwurf des Brückenheiligen zu sehen. Doch die Stadt lehnte den Vorschlag des katholischen Bistums Dresden-Meißen ab. © Archivfoto: SZ/Peter Hilbert

Die Kirche wollte der Stadt das Kunstwerk schenken. Der Dresdner Künstler Einhart Grotegut hatte 2012 bereits einen Entwurf der Skulptur gefertigt, die die Brücke zieren sollte. Vorbild dafür war der Ur-Nepomuk, der auf der Prager Karlsbrücke steht. Doch die städtische Kunstkommission hatte den Vorschlag aus künstlerischen und politischen Gründen abgelehnt. Das katholische Bistum akzeptierte die Entscheidung.

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