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Drewag-Klage: "Können und wollen wir nicht hinnehmen"

Vor dem Prozess um den Rückkauf der Drewag-Anteile äußern sich nun die Dresdner Firmen-Bosse. Sie sollen etliche Millionen Euro nachzahlen.

Frank Brinkmann ist einer der Chefs des Energieverbunds Dresden, der verklagt wird.
Frank Brinkmann ist einer der Chefs des Energieverbunds Dresden, der verklagt wird. © Christian Juppe

Dresden. Auch wenn die Drewag längst mit der Enso zur Sachsenenergie fusioniert ist und die einst privaten Anteile an dem Dresdner Versorger zurückgekauft wurden, ist noch lange nicht alles geklärt: Die Dachorganisation der ehemaligen Drewag, der Energieverbund Dresden (EVD), soll mehr als 80 weitere Millionen Euro für zehn Prozent der Anteile an der Drewag nachzahlen, fordern die ehemaligen Eigentümer - sonst rücken sie die Anteile nicht heraus. Wie teuer der Deal Dresden noch zu stehen kommt, müssen nun Richter entscheiden.

Wie viel war die Drewag wert, als der Rückkauf von zehn Prozent der Anteile im vergangenen Jahr abgewickelt werden sollte? Das ist die zentrale Frage. Es gibt dazu zwei Gutachten, die in der Einschätzung des Unternehmenswertes zu 100 Prozent auseinanderliegen. Ein Gutachten kommt zu dem Schluss, die Drewag sei rund 800 Millionen Euro wert, ein weiteres besagt, dieser Wert liege bei 1,6 Milliarden Euro.

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Entsprechend des Wertes, der am Ende richtig ist, muss der Energieverbund schließlich zehn Prozent davon an den bisherigen Eigentümer, die Münchner Thüga zahlen. Deshalb ist ein Streit entbrannt, welches Gutachten gültig ist. Die Geschäftsführer des Dresdner Energieverbundes haben bereits gut 74 Millionen Euro, plus Zinsen an die Thüga überwiesen. Der Thüga reicht das nicht.

Gegenklage unumgänglich?

"Wir hätten diese Auseinandersetzung gern vermieden, denn es entspricht nicht unserer Linie Uneinigkeiten mit Partnern auf diese Weise zu klären", erklären die Dresdner Geschäftsführer Frank Brinkmann und Axel Cunow. "Aber wir sind von der Thüga AG verklagt worden und als Geschäftsführung der EVD Dresden verpflichtet, unser Unternehmen zu schützen und uns zur Wehr zu setzen."

Aus Sicht der beiden Chef gibt es "nur eine maßgebliche Bewertung", die gemäß der Satzung der Drewag einen Wert für das Unternehmen ausweist. Daraus resultiere, dass der EVD der Thüga für die zehn Prozent am Unternehmen eine Summe auszuzahlen habe. "Diese Summe in Höhe von 74,11 Millionen Euro haben wir ordnungsgemäß und fristgerecht überwiesen", sagen Brinkmann und Cunow. "Die Thüga weigert sich aber, die bereits bezahlten Anteile abzutreten und klagt stattdessen auf eine wesentlich höhere Summe" Es gehe genau um 79,78 Millionen Euro zuzüglich Zinsen.

"Das können und wollen wir nicht hinnehmen", so die EVD-Chefs. "Es ist die Pflicht der in der Geschäftsführung der Energieverbund Dresden GmbH handelnden Personen dafür Sorge zu tragen, dass in unserem Unternehmen möglichst sparsam und wirtschaftlich gehaushaltet wird und darüber hinaus die Vermögensgegenstände pfleglich und wirtschaftlich verwaltet werden." Diesen Pflichten würden sie mit der Gegenklage nachkommen, in der sie die Herausgabe der Anteile von der Thüga fordern.

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Dabei würden die auch vom Aufsichtsrat unterstützt, der die Chefs einstimmig unterstütze, sich "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten gegen diesen unzulässigen Zugriff auf kommunales Vermögen zu wehren". Am Ende werden Gerichte entscheiden. Am Mittwoch wird der Fall vor dem Dresdner Landgericht verhandelt. "Wir setzen darauf, dass diese unsere Rechtsauffassung nachvollziehen können und in unserem Sinne entscheiden", so die Dresdner Verbund-Chefs.

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