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Frau in Dresdner Massagestudio vergewaltigt

Der Betreiber eines Dresdner Studios wurde verurteilt, weil er sich offenbar an einer Kundin mehrfach sexuell vergangen hat. Er tauchte zur Verhandlung nicht auf.

Ein Vergewaltiger wurde jetzt am Dresdner Amtsgericht in Abwesenheit verurteilt.
Ein Vergewaltiger wurde jetzt am Dresdner Amtsgericht in Abwesenheit verurteilt. © René Meinig

Dresden. Die jetzt 30-jährige Kundin soll laut Anklage einen Massagetermin in dem Dresdner Studio gehabt haben. Dieses bietet neben Massagen auch Wellness, Naturkosmetik, Waxing und einiges mehr an.

Der Chef, Gejar S., überschritt die sittlichen Grenzen nach Auffassung von Staatsanwaltschaft und Gericht aber deutlich.

Die Vergewaltigungen geschahen im Jahr 2018. Statt die Kundin nur zu massieren, wurde S. sexuell übergriffig, laut Anklage hat der 40-jährige Inder die Frau mehrfach vergewaltigt.

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Nun sollte S. sich am Donnerstag dafür vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Den genauen Tatablauf erfuhr die Öffentlichkeit aber nicht, weil S. und sein Anwalt, der umstrittene Dresdner Strafverteidiger und Stadtrat für die Freien Wähler Frank Hannig, nicht erschienen. In diesem Fall wird die Anklage, in der alle Details zur Tat stehen, nicht verlesen.

3.000 Euro an das Opfer als "Wiedergutmachung"

Offenbar ein Manöver Hannigs, um einen öffentlichen Strafprozess zu vermeiden. Richter Frank Ponsold schien dies geahnt zu haben und schlug Oberstaatsanwalt Kai Dömland vor, in ein Strafbefehlsverfahren zu gehen, wenn Anwalt und Angeklagter nicht innerhalb der vorgegebenen Wartefrist erscheinen. "Das haben wir so vorbesprochen", so Richter Ponsold. Ein Strafbefehl ist sozusagen ein Urteil ohne Verhandlung, gilt als vereinfachtes Verfahren und ist eigentlich nur zur Bewältigung der leichten Kriminalität vorgesehen.

Hannig und S. tauchten am Donnerstag nicht mehr auf. Also erfolgte der Beschluss des Richters, S. wegen Vergewaltigung zu einer Haftstrafe von einem Jahr, die zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt wird, zu verurteilen. Dem Opfer muss S. zudem 3.000 Euro als "Wiedergutmachung" zahlen.

Sobald das Urteil rechtskräftig ist - S. könnte gegen den Strafbefehl in Widerspruch gehen - muss dieser monatlich 100 Euro an das Opfer zahlen, bis die 3.000 Euro abgezahlt sind. Richter Ponsold erklärte, dass aufgrund der Corona-Verordnungen auch das Studio von S. geschlossen ist und er deswegen aktuell kein Geld verdienen kann. Deshalb sei das Abstottern der Summe vertretbar.

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Oberstaatsanwalt Dömland bestand noch darauf, schriftlich festzuhalten, dass die Bewährung verwirkt ist, wenn S. nicht jeden Monat zahlt. Dann müsste der Vergewaltiger ein Jahr ins Gefängnis.

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