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Dresdner Dampfer: Volle Kraft aber kein volles Geschäft

Seit dem vergangenen Wochenende bietet die Weiße Flotte wieder das volle Programm an. Weshalb das Geschäft trotzdem noch nicht voll läuft.

Bei der Flottenparade am 10. Juli stand schon fest - ab Monatsende soll das volle Programm angeboten werden.
Bei der Flottenparade am 10. Juli stand schon fest - ab Monatsende soll das volle Programm angeboten werden. © Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa

Dresden. Darauf haben die Dresdner lange warten müssen. Mehr als ein Jahr lang fuhren die Ausflugsschiffe auf der Elbe gar nicht oder nur nach einem eingedampften Fahrplan. Erst bremste die Insolvenz das Geschäft, dann brachte es Corona vorübergehend ganz zum Stillstand. Auch jetzt läuft es noch lange nicht so wie in guten Jahren.

Mehr Angebote seit Monatsbeginn

Immerhin: Seit dem vergangenen Sonnabend fährt die Flotte wieder mit voller Kraft. Das heißt, der volle Fahrplan wird angeboten. So hatte es Geschäftsführer Stefan Bloch bereits Anfang Juli zur Dampferparade geplant. Doch damals war er noch vorsichtig, ganz langsam hat sich die Flotte deshalb an den Normalbetrieb herangetastet, immer mit Blick auf die Corona-Zahlen und die Ticketnachfrage.

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Nun sind alle Schiffe wieder im Einsatz. Bereits seit Anfang Juli fahren zwei Dampfer wieder im Elbsandsteingebirge, Touren Richtung Meißen stehen wieder im Fahrplan und seit dem Wochenende ist das komplette Programm im Angebot. Zuletzt kamen der sogenannte Wanderdampfer (täglich von Dresden nach Bad Schandau und zurück) und die lange Elbtallinie (von Pirna nach Bad Schandau, dann nach Dresden und schließlich zurück nach Pirna) dazu. Und seit dem vergangenen Wochenende werden planmäßig auch alle Schlösserfahrten (Dresden-Pillnitz-Dresden) angeboten, drei tagsüber und eine am Abend.

Schiffsreparatur nach Kollision

Stefan Bloch kann dabei auf alle Schiffe setzen. Nach den Reparaturen in Laubegast schon länger auf alle Dampfer und seit Ende Juli auch auf beide Salonschiffe. Eines davon, die "Gräfin Cosel", musste nach einer Kollision Ende Mai noch einmal in die Werft. Beim Anlegen am Terrassenufer hatte die "Cosel" das Schiff "August der Starke" gestreift, unter anderem waren Scheiben kaputtgegangen. Es kamen aber keine Personen zu Schaden.

Doch trotz der guten Nachrichten hat Geschäftsführer Bloch weiter zwei Sorgen-Themen. Eines davon kann er kaum beeinflussen, beim anderen versucht er, bewusst Einfluss zu nehmen. Das ist die Personalstärke der Flotte. 165 Mitarbeiter hat das Unternehmen aktuell. Dazu gehört das sogenannte nautische Personal, also die Schiffsbesatzungen, und die Mitarbeiter der Gastronomie. 20 sucht er noch für Service und Küche und wäre dann nach eigenen Angaben etwa wieder auf dem Stand, den die Flotte samt ihrer Gastro-Tochter Elbezeit vor der Insolvenz hatte. Potenzielle Mitarbeiter können eine Bewerbung an die Mailadresse [email protected].de schicken.

Schiffsauslastung ist noch eingeschränkt

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Beim Thema Fahrgäste ist dieses Niveau noch nicht erreicht. "Die Gästezahlen sind ab dem 1. Juli bis zum 1. August kontinuierlich gestiegen", berichtet Bloch. "Jedoch können wir keine Vollauslastung fahren." Dagegen spricht das Hygienekonzept der Flotte. Demnach dürfen maximal 70 Prozent aller Plätze belegt sein. Für den Juli 2021 gibt Bloch 58.700 Fahrgäste an. Zum Vergleich: Im Juli 2020, auch schon Corona-Zeit, aber noch vor der Insolvenz, sind rund 76.000 Passagiere mitgefahren. In den zwei Niedrigwasser-Jahren 2017 und 2018 waren es im Juli jeweils weniger als 40.000.

Ein richtig gutes Jahr war im Vergleich dazu 2016. Damals gingen etwa 80.000 Fahrgäste an Bord der Dresdner Ausflugsschiffe.

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