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Freizeitplätze an Dresdens "gefährlichstem Fluss"

In Löbtau hat die Stadt direkt neben der Weißeritz gebaut. Und es gibt weitere Pläne.

Dieses neue Klettergerüst an der Weißeritz ist vor allem etwas für Kraft- und Geschicklichkeitssportler wie den 46-jährigen Klaus Kühn.
Dieses neue Klettergerüst an der Weißeritz ist vor allem etwas für Kraft- und Geschicklichkeitssportler wie den 46-jährigen Klaus Kühn. © Christian Juppe

Dresden. Die Medienmeute war gerade angekommen, da kam Klaus Kühn. Wie bestellt. Thomas Pieper fand das ganz passend, hatte er doch kurz zuvor davon gesprochen, wie gut der neue Platz an der Tharandter Straße neben der Huschhalle angenommen wird. Die Fläche, auf der früher das Löbtauer Rathaus stand, ist jetzt Teil der sogenannten Weißeritzterrassen. Genau dort zog Klaus Kühn sein T-Shirt aus und begann mit seinen Übungen am Klettergerüst. Calisthenics ist der Fachbegriff für den Sport von Klaus Kühn, eine Mischung aus Kraftsport und Akrobatik. Der 46-Jährige vollführte eindrucksvolle Klimmzüge an einem Edelstahl-Klettergerüst, das Barren und Reckstangen nachempfunden ist. Derweil berichtete Thomas Pieper von der Entstehung der Weißeritzterrassen. Das sind mehrere Punkte an dem Fluss in Löbtau, die umgestaltet wurden und jetzt zum Erholen einladen sollen.

Ende von 25 Jahren Stadterneuerung in Löbtau

Einer davon ist der Rathauspark mit Sport- und Spielgeräten, Kunst, mehreren großen Bäumen und einer Wiese. Ein weiterer ist an der Weißeritzbrücke Würzburger Straße entstanden.

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Pieper führte mit Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) an der Weißeritz entlang, um die neu entstandenen Erholungsflächen zu erklären. "Damit enden fast 25 Jahre Stadterneuerung in Löbtau", sagt der Abteilungsleiter aus dem Stadtplanungsamt. Es sei dabei aber nicht nur um Erneuerung gegangen. Zunächst habe zwar die Sanierung von Wohngebäuden im Mittelpunkt gestanden, etwa ab dem Jahr 2000 aber auch die Entwicklung großer, zusammenhängender Grünflächen.

Die Weißeritz ist dort, wo ehemals das Löbtauer Rathaus stand, nun nicht mehr hinter Büschen und Bäumen versteckt. Im Rathaus kommt für die neue Erholungsfläche viel Lob an, sagen Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne, l.) und Thomas Pieper vom Stadtplanun
Die Weißeritz ist dort, wo ehemals das Löbtauer Rathaus stand, nun nicht mehr hinter Büschen und Bäumen versteckt. Im Rathaus kommt für die neue Erholungsfläche viel Lob an, sagen Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne, l.) und Thomas Pieper vom Stadtplanun © Christian Juppe

An der Weißeritz zwischen der Würzburger Straße und der Kreuzung Tharandter Straße/Kesselsdorfer Straße/Löbtauer Straße hängen sie nicht zusammen. Entstanden sind die zwei Terrassenteile und mittendrin ein Spielplatz. Dabei konnte die Stadt auf Fördergeld zurückgreifen, unter anderem von der Europäischen Union. 235.000 Euro hat die Anlage an der Würzburger Straße gekostet, rund 680.000 Euro die Umgestaltung des Rathausplatzes.

Und das ist noch nicht das Ende. An der Würzburger Straße soll noch die Ecke zur Reisewitzer Straße eingebunden werden, eine Fläche, auf der früher Gebrauchtwagen verkauft wurden. Noch streitet sich die Stadt mit dem Eigentümer um die Fläche, ein Gericht muss entscheiden. Doch Pieper und seine Kollegen sind sich sicher, dass sie wenigstens dort ihre Pläne umsetzen können.

Nichts wird dagegen aus der Verbindung dieser Fläche an der Weißeritz entlang bis zum Grundstück Tharandter Straße 47. Dort hat sich ein Privateigentümer quergestellt, der Stadt fehlt deshalb die Fläche für ein paar Meter Uferweg an der Flussmauer entlang.

Auf der Fläche, auf der früher das Löbtauer Rathaus stand, ist an der Weißeritz dieser Park entstanden.
Auf der Fläche, auf der früher das Löbtauer Rathaus stand, ist an der Weißeritz dieser Park entstanden. © Christian Juppe
Er ist Abschluss der sogenannten Weißeritzterrassen nahe der Nossener Brücke
Er ist Abschluss der sogenannten Weißeritzterrassen nahe der Nossener Brücke © Christian Juppe
Zur Reihe der Erholungsflächen zwischen Tharandter Straße und Weißeritz gehört auch dieser Spielplatz.
Zur Reihe der Erholungsflächen zwischen Tharandter Straße und Weißeritz gehört auch dieser Spielplatz. © Christian Juppe

Doch auch nach dem offiziellen Ende der Stadterneuerung in Löbtau und dem Bau der Weißeritzterrassen ohne diesen Weg haben die Verantwortlichen große Pläne. So große, dass Pieper von 15 bis 20 Jahren Dauer und 40 bis 60 Millionen Euro Kosten spricht. Auf der anderen Weißeritzseite, also der mit der Hofmühlenstraße und der Fabrikstraße, soll ein Rad- und Fußweg entstehen, bestenfalls direkt an dem Fluss.

An der Nossener Brücke soll er an den Weißeritzgrünzug Richtung Kraftwerk Mitte anschließen, von dort durch neue Parks und Grünanlagen an den bestehenden Gebäuden vorbei in Richtung Würzburger Straße führen. Auch eine Brücke ist geplant - für Fußgänger und Radfahrer und direkt neben dem Gebäude mit dem Kino in der Fabrik.

Weißeritz-Pläne für weitere 20 Jahre

Alles das ist zwar noch Zukunftsmusik, selbst Grundstücksverhandlungen stehen der Stadt dafür noch bevor. Doch erste - noch interne Pläne - haben die Verantwortlichen bereits gezeichnet. Und zugleich haben sie überlegt, wie dieser neue Weg dort eingerichtet werden könnte, wo tatsächlich Gebäude im Weg stehen, etwa gleich neben der Ecke Würzburger Straße/Hofmühlenstraße. Es könnte eine Art Balkonweg werden, der in hochwassersicherer Höhe über dem Fluss entlang führt, denken die Rathaus-Mitarbeiter. Vorausgesetzt die Landestalsperrenverwaltung, die für die Weißeritz zuständig ist, hat nichts dagegen. Schließlich sei die Weißeritz "Dresdens gefährlichster Fluss", sagt Frank Frenzel, Hochwasserfachmann aus dem städtischen Umweltamt.

Doch das ist ein Projekt für die Zukunft. Vorerst ist Pieper hochzufrieden mit den neuen Weißeritzterrassen und berichtet, dass die Stadt vor allem für den Park auf dem Rathausplatz schon viel Lob bekommen hat. Nachrichten, in denen steht, da habe die Stadt mal was richtig gut gemacht. Meistens sei es anders, meistens komme im Rathaus Kritik an, sagt Pieper. Baubürgermeister Stephan Kühn nickt.

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