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Dresden: Autobrände häufen sich

Die Zahl der geparkten Autos, die seit Anfang Oktober im Dresdner Westen in Flammen standen, ist zweistellig. Was die Polizei dazu sagt.

Diese drei Transporter des Großvermieters Vonovia haben Brandstifter angezündet, ist die Polizei überzeugt.
Diese drei Transporter des Großvermieters Vonovia haben Brandstifter angezündet, ist die Polizei überzeugt. © Archiv/Roland Halkasch

Dresden. Zuletzt ist es am Dienstagabend in Gittersee passiert. Auf einem Grundstück an der Karlsruher Straße brannte ein VW Passat. Es war ein altes Auto, nicht mehr farbereit. Zum Wert des Wagens konnte die Polizei keine Angaben machen. 

Trotzdem waren 21 Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Der Passat stand bereits komplett in Flammen, als sie kurz nach 19 Uhr eintrafen. 

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Und das Feuer drohte, auf Bäume, Büsche und eine benachbarte Halle überzugreifen. Das konnten die Brandschützer verhindern. Knapp drei Stunden hatten sie aber trotzdem mit dem Autobrand zu tun.

Elf Autos haben seit Anfang Oktober in Dresden gebrannt. Nicht immer nur ein Fahrzeug, manchmal auch drei auf einmal. Wie in der Nacht zum 29. Oktober auf einem Parkplatz nahe dem Bahnhof Mitte. 

Dort standen Transporter der Wohnungsvermietung Vonovia in Flammen. Es waren Brandstifter am Werk, teilte die Polizei tags darauf mit. 

Weil ein extremistischer Tathintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, übernahmen Beamte des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum im Landeskriminalamtes die Ermittlungen. Es war nicht der erste Brand von Vonovia-Autos in Dresden. 

Auch Stadtrat Max Aschenbach (Die Partei) hat ein Auto durch ein Feuer im Oktober verloren. In der Nacht zum 18. Oktober, einem Sonntag, stand sein Mini-Truck auf der Magazinstraße in Flammen. 

Das Auto war gut als Fahrzeug der Partei zu erkennen, schließlich stand der Schriftzug groß auf den Seiten des Kofferaufbaus. Aschenbach ist überzeugt davon, dass Brandstifter seinen Wagen angezündet haben. 

Dieser Ford-Transporter brannte in der Nacht zum 30. Oktober auf der Tonbergstraße in Dresden-Cotta.
Dieser Ford-Transporter brannte in der Nacht zum 30. Oktober auf der Tonbergstraße in Dresden-Cotta. © Archiv/Roland Halkasch

Besonders häufig musste die Polizei zuletzt aber Autobrände im Dresdner Westen melden, zum Beispiel in Cotta, Gohlis und den Passat-Brand in Gittersee. 

Außerdem gingen im Oktober in einer Halle in Niedersedlitz und einer Tiefgarage am Rand der Johannstadt Autos in Flammen auf. Und das war immer noch nicht alles. Zusätzlich brannten Ende Oktober in der Stadt noch ein Seat und ein Ford-Transporter.

In allen aufgezählten Fällen laufen die Ermittlungen noch, sagt Polizeisprecher Lukas Reumund. Was die Beamten bisher herausbekommen haben, sagt er nicht. "Einzelne Ermittlungsschritte werden wir nicht kommentieren." 

Aber er sagt auch einen Satz, der nahelegt, dass es einen Zusammenhang zwischen mehreren Bränden geben könnte. "Alle Erkenntnisse der Ermittler werden zusammengeführt", so Reumund, dann suchen die Beamten nach gemeinsamen Merkmalen. 

Dazu könnte gehören, ob es sich nur um bestimmte Fahrzeugtypen handelte, wo die Autos standen und wo sich die Brandherde befanden. Brandstifter haben in der Vergangenheit zum Beispiel Autos angezündet, indem sie ein Stück Stoff mit einer brennbaren Flüssigkeit tränkten, es dann auf einen Reifen legten und anzündeten.

Von einer Brandserie spricht die Polizei derzeit noch nicht. Dass Brandstifter am Werk waren, haben die Beamten bisher nur bestätigt, nachdem die Vonovia-Transporter in Flammen standen. 

In allen anderen Fällen ermitteln sie zwar auch wegen Brandstiftung, Ursache könnte dabei aber auch ein technischer Defekt gewesen sein. Dann wäre das Ermittlungsergebnis fahrlässige Brandstiftung - im Gegensatz zur vorsätzlichen Brandstiftung, bei dem die Täter ganz bewusst Gegenstände anzünden.

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