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Neuer Kaufpark Nickern soll Weihnachten 2024 fertig sein

Der Dresdner Bauausschuss gab am Mittwoch grünes Licht. Doch er gab Investor Kurt Krieger noch einiges mit auf den Weg.

Eine neue Visualisierung zeigt den Eingangsbereich des neuen Kaufparkes Nickern. Investor Krieger gab jedoch zu: Das Grün auf dem Dach wird nicht so hoch und von unten kaum sichtbar sein.
Eine neue Visualisierung zeigt den Eingangsbereich des neuen Kaufparkes Nickern. Investor Krieger gab jedoch zu: Das Grün auf dem Dach wird nicht so hoch und von unten kaum sichtbar sein. © Visualisierung: Krieger Liegenschaften

Dresden. So schnell kann ein Entwurf zu einem Bebauungsplan entstehen: In wenigen Monaten hat es die Verwaltung geschafft, einen solchen für den neuen Kaufpark Nickern nicht nur zu bearbeiten, sondern auch noch die öffentliche Beteiligung beschließen zu lassen. Mit großer Mehrheit von zwölf Ja-Stimmen, aber auch einer Ablehnung und drei Enthaltungen, hat der Bauausschuss am Mittwochabend zugestimmt, dass der erste Schritt für den Neubau an der Dohnaer Straße getan wird. Nun können alle betroffenen Behörden, Personen und Instittutionen ihre Einwände gegen das Vorhaben geltend machen. Entstehen sollen drei Stadthäuser mit 28.900 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Es wird ein Parkhaus mit 1.750 Stellplätzen geben. Krieger hat es entgegen den ersten Planungen verkleinert. „Ganz einfach, weil künftig weniger Kunden mit dem Auto zu uns kommen werden. Dafür haben wir die Anzahl der Radstellplätze von knapp 90 auf 330 erhöht“, sagt Kriegers rechte Hand in Dresden, Andreas Uhlig. Ganz einfach war es für Investor Kurt Krieger nicht, alle Bedenken der Stadträte zum Vorhaben zu zerstreuen. Immerhin müssen für den Bau von Anlieferungswegen 178 Bäume gefällt werden, ein großer Teil davon betrifft auch Straßenbäume. Immerhin: Krieger muss 271 neue pflanzen, aber nicht alle am Kaufpark, ein Teil der Kompensation wird auch am Koitzschgraben erfolgen.

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Dazu kommt Dach- und Fassadenbegrünung direkt im Kaufpark. Probleme hatten einige Stadträte wie Tilo Wirtz von den Linken auch mit möglichen Auswirkungen des Kaufparkes auf das Prohlis-Center. Für eine mögliche Entschädigungszahlung für künftige Verluste fand sich allerdings keine Mehrheit. Auch nicht für Wirtz‘ Idee, die teilweise recht flachen Kaufpark-Gebäude mit Wohnungen aufzustocken. Krieger selbst sagte, dass eine Kombination von beiden nicht funktioniert. Er hätte nicht mal eine Hausmeisterwohnung integrieren können. Dass der „Möbel-König“ aus Berlin aber wie versprochen in Holz-Hybridbauweise baut, wollten sich die Stadträte im folgenden städtebaulichen Vertrag festschreiben lassen.

Mario Schmidt von der CDU regte an, dass Krieger doch mehr Bäume vor den Eingangsbereich pflanzen solle. Dies war in einer ersten Visualisierung so eingezeichnet. „Ich bin aber mehr für einen großen Baum. Es wird eine 80-jährige Buche sein, die zwölf Meter hoch und zehn Tonnen schwer ist“, sagte Krieger und fand dafür sogar Lob vom sonst eher kritischen Johannes Lichdi von den Dissidenten. Trotzdem lehnt dieser den Neubau am Ende ab. Insgesamt wurde Krieger aber verpflichtet, dass er jeden Baum möglichst erhalten soll.

Enttäuscht von der Entscheidung des Bauausschusses zeigte sich Citymanagerin Friederike Wachtel, die für Interessen der Innenstadthändler kämpft. „Ich hätte mir eine verkleinerte Verkaufsfläche gewünscht, denn es gibt immerhin mehr als 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, auf denen innenstadtrelevantes Sortiment angeboten wird.“ Kriegers Zeitplan ist eng gestrickt.

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Am 22. November soll mit dem Abriss des alten Baumarktes begonnen werden, danach fällt auch der Sconto-Markt. Dessen Mitarbeiter werden in der Coswiger Filiale oder bei Höffner weiterarbeiten. Auch der Parkplatz wird bis April abgerissen. „Wenn wir Baurecht haben, geht es mit dem Neubau los“, sagt Uhlig. Laut Krieger soll alles zu Weihnachten 2024 fertig sein. Entstehen wird auch ein Penthouse für Veranstaltungen der Prohliser, das vom Centermanagement mitbetreut wird.

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