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Eigentumswohnungen in Dresden deutlich teuer

Corona hatte einen klaren Einfluss auf die Immobilienpreise in Dresden: Nicht nur die Verkaufspreise zogen 2020 an, auch die der Bestands- und Neubaumieten.

Wohnungsmieten sind leider auch 2020 in Dresden wieder gestiegen.
Wohnungsmieten sind leider auch 2020 in Dresden wieder gestiegen. © Marion Doering

Dresden. In der Corona-Krise wuchs bei den Dresdnern der Wunsch nach den eigenen vier Wänden noch stärker. Die Erfahrungen von Lockdowns und Homeoffice haben vor allem das Interesse am Eigenheim mit Garten gesteigert, auch mit dem Bedürfnis, das eigene Vermögen in einer selbst genutzten Wohnimmobilie anzulegen, wie eine Analyse des Immobiliendienstleisters Aengevelt ergeben hat.

In der Folge stiegen 2020 die Preise für Ein- und Zweifamiliehäuser um ein Prozent, die für Eigentumswohnungen sogar um 11 Prozent. Auch Wohnungsmieten haben im Coronajahr weiter angezogen: Die Bestandsmieten stiegen um 2,6 Prozent an, die Mieten für Neubauwohnungen sogar um 9,1 Prozent.

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Während die Lockdowns in westdeutschen Großstädten für Rückgänge bei den Investitionen in Mietwohnungen sorgten, hat die wachsende Wohnungsnachfrage in Dresden dazu geführt, dass Mietwohnungen zu einer immer attraktiveren Kapitalanlage wurden. Die Umsätze stiegen im Vergleich zu 2019 um 18 Prozent. Investoren würden immer stärker in sogenannten B- und C-Städten investieren, weil sie dort im Vergleich zu den A-Städten höhere Renditen erzielen könnten, schätzt Volker Eichener, Experte für Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft von der Hochschule Düsseldorf ein. Zu den B-Städten zählten insbesondere ostdeutsche Großstädte, allen voran die sächsischen Metropolen Leipzig und Dresden. A-Städte sind unter anderem Berlin oder München.

"Corona hat das Interesse an sicheren Kapitalanlagen gesteigert. Selbstgenutzte Wohnimmobilien gelten als eine der sichersten Anlageformen überhaupt, und das Eigenheim steht hier an der Spitze, weil es sich um eine Kapitalanlage handelt, die man selbst nutzen kann", sagt Eichener.

Das Virus hat auch den Anstieg der Mieten bundesweit nicht zu bremsen vermocht. So hat auch der Mietendeckel in Berlin, der damals noch in Kraft war, einen Anstieg der Bestandsmieten nicht verhindern können. Ebenso sei keine Auswirkung der Mietpreisbremse feststellbar, wie die Analysten von Aengevelt ermittelt haben.

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