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Kommen die Dresdner trotz 2G in die Geschäfte zurück?

Die ersten Einkaufstage ohne ungeimpfte Kunden zeigten sich verhalten. Doch die Händler wollen nicht aufgeben - und sehen erste Lichtblicke.

Von Kay Haufe
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Auch die Altmarktgalerie leidet darunter, dass weniger Kunden kommen.
Auch die Altmarktgalerie leidet darunter, dass weniger Kunden kommen. © Marion Doering

Dresden. Seit Montag vergangener Woche haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu Einzelhandelsgeschäften, am Eingang der Läden werden die Nachweise kontrolliert. Lediglich in Lebensmittelmärkten, Drogerien, Apotheken, Getränkemärkten, Tankstellen, Zeitungskiosken, bei Optikern, in Sanitätshäusern, Tierbedarfshandlungen, Babyfachmärkten, Gewerbegroßhändlern und bei Orthopädieschuhtechnikern gelten diese Einschränkungen nicht.

Zu Beginn führte das dazu, dass es in den Einkaufzentren und in einzelnen Geschäften recht leer war. Sind die Kunden trotz der 2G-Regel inzwischen zurück in den Läden?

Gemeinsam mit der Absage der Weihnachtsmärkte sowie fehlenden Touristen und Geschäftsreisenden hätte die 2G-Regel einen enormen Einfluss auf Frequenzen und Umsätze in der Altmarktgalerie, sagt Centermanager Christian Polkow. "Im Vergleich zum Vorjahr, wo es im November bereits einen Lockdown für die Gastronomie gab, und auch im Vergleich zur Vorwoche, sind die Frequenzen nochmal um rund 20 Prozent zurückgegangen."

Beim Blick auf Vor-Corona-Frequenzen habe das Minus am Black Friday im Vergleich zu 2019 sogar bei über 65 Prozent gelegen. Polkow hat jedoch gemeinsam mit den Händlern im Einkaufszentrum beobachtet, dass die verbleibenden Kunden dafür gezielter kämen und in der Regel dann auch einen höheren Umsatz machten.

"Besonders im Modehandel und der Gastronomie sind aktuell aber auch die Umsatzrückgänge teilweise dramatisch bei über 50 Prozent Minus zum Vorjahr bzw. zu der Vorwoche, wo es im Einzelhandel noch keine 2G-Regelung gab", sagt Polkow. Und das, obwohl sich die Händler sehr schnell auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt hätten, was der fast ausschließlich reibungslose Ablauf der 2G-Kontrollen bewiesen habe. "Nichtsdestotrotz sieht ein großer Teil der Händler es als Vorteil, weiter im Betrieb zu sein und das Weihnachtsgeschäft nicht komplett dem Online-Wettbewerb zu überlassen."

Der Centermanager schätzt ganz klar ein, dass ein längerer Zeitraum unter 2G viele Einzelhändler, Gastronomen und körpernahe Dienstleister vor existenzielle Fragen stellen wird, sollten die staatlichen Hilfen über die Überbrückungshilfe III hinaus nicht erweitert werden.

Spürbar schlechtere Kundenfrequenzen verzeichnete in der Vorwoche auch die Schillergalerie. Von Montag bis Samstag habe es zeitweise zweistellige Einbrüche bei den Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr gegeben, sagt Centermanager Peter Glöckner.

Fast 40 Prozent weniger Kunden als an einem Samstag in den Vor-Corona-Jahren musste Elbepark-Centermanager Gordon Knabe am vergangenen Wochenende verzeichnen. Kamen selbst im Vorjahr an vergleichbaren Samstagen noch rund 41.000 Kunden, waren es jetzt nur noch 31.000. Dennoch seien nach Inkrafttreten der 2G-Regel von Tag zu Tag mehr Besucher im Einkaufszentrum gewesen. Auch Knabe schätzt ein, dass diese gezielter, aber zeitlich kürzer einkauften. "Wir sind dankbar über jeden, der den Weg zu uns gefunden hat." Völlig problemlos seien dagegen die Kontrollen der Impf- und Genesenen-Nachweise gelaufen.