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13 Fragen an den Schriftsteller Frank Goldammer

Ein Kartenspiel hilft so gut wie Kaffee, meint der Dresdner Bestsellerautor Frank Goldammer.

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Der Dresdner Bestsellerautor Frank Goldammer.
Der Dresdner Bestsellerautor Frank Goldammer. © Christine Fenzl

Mit einer neuen Krimireihe startet der Dresdner Bestsellerautor Frank Goldammer ins neue Jahr. Der Roman „Im Schatten der Wende“ erscheint im Februar bei dtv und führt einen ostdeutschen Kriminalisten mit einer Kollegin aus dem Westen zusammen. Sie ermitteln in Dresden nach dem Mauerfall wie vor ihnen der geradlinige Inspektor Max Heller in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Er war die charismatische Hauptfigur in einer siebenteiligen Reihe, die 2016 mit „Der Angstmann“ begann. Daneben schrieb Frank Goldammer weitere Regionalkrimis – und arbeitete tagsüber als Maler und Lackierer mit eigener Werkstatt in Dresden. „Wenn ich nicht schreiben kann, bin ich ungehalten“, sagt der 1975 geborene Autor.

1 Mit wem würden Sie gerne mal für ein Jahr tauschen?

Habe jetzt lange darüber nachgedacht, mir fällt niemand ein. Ich kenne keinen, dessen Leben ich führen möchte. Nicht, weil ich glaube, meines wäre perfekt, sondern erstens reizt mich kein anderes Leben besonders, und zweitens frage ich mich: Schreibt der andere dann meine Bücher? Kommt gar nicht infrage!

2 Welches Wort wollen Sie 2022 nicht mehr hören?

Abgesagt.

3 Welche Schlagzeile würden Sie gern über Sachsen lesen?

... können somit alle bisher geltenden Coronaregeln aufgehoben werden.

4 Wofür wollen Sie sich persönlich 2022 engagieren?

Für einen offenen, freundlichen, sachlichen, argumentativen, konstruktiven und weniger emotionalen Gedankenaustausch.

5 Auf welche Begegnung sind Sie besonders neugierig?

Wenn ich nur wüsste, wem ich begegne, dann könnte ich mich rechtzeitig verstecken. Im Ernst, ich hoffe, es wird wieder richtige Buchmessen geben, Lesungen, Kulturveranstaltungen, Konzerte, und ich freue mich auf jeden, den ich dort treffe.

6. Wovon wollen Sie sich ganz dringend trennen?

Alles, wovon ich mich trennen wollte, habe ich im Jahr 2021 getan. Ich konnte meinen erlernten Beruf an den Nagel hängen und darf mich jetzt auf das konzentrieren, was ich wirklich tun möchte. (Höchstens im Keller, da stehen noch ein paar alte Farbeimer, die müssten entsorgt werden.)

Eine Erinnerung an bessere Zeiten, als sich hinterm Goldenen Reiter in Dresden vor Weihnachten ein Riesenrad drehte. In diesem Jahr war es gerade aufgebaut, als alle Weihnachtsmärkte abgesagt wurden.
Eine Erinnerung an bessere Zeiten, als sich hinterm Goldenen Reiter in Dresden vor Weihnachten ein Riesenrad drehte. In diesem Jahr war es gerade aufgebaut, als alle Weihnachtsmärkte abgesagt wurden. © Agentur

7 Welches Ritual werden Sie auch 2022 nicht ändern?

Eigentliche Rituale habe ich nicht, ich spiele jedoch immer an meinem PC ein paar Kartenspiele, ehe ich mit dem Schreiben beginne. Ohne geht es auch, aber dann ist es wie ein Tag ohne Kaffee.

8 Wen würden Sie spontan umarmen wollen?

Uuuh, niemanden, ich bin nicht so eine Körperkontaktperson. Ich umarme nur ganz auserwählte Personen. Allenfalls würde ich die Hand schütteln, aber ich weiß gar nicht wem.

9 Welches Ministerium würden Sie neu einführen?

Ein richtiges Kulturministerium.

10 Welches Buch wollen Sie endlich lesen?

Oh Himmel, in meinem Buchregal stehen buchstäblich Dutzende Bücher, die noch gelesen werden müssen, wenn nicht gar Hunderte. Aber als nächstes Erich Kästner, „Der Gang vor die Hunde“, die rekonstruierte Urfassung des Romans „Fabian“.

11 Welches Gericht werden Sie kochen lernen?

Der war gut! Keines nämlich. Ich kann drei, damit kommen meine Kinder seit fast 14 Jahre klar. Kochen ist für mich nur ein notwendiges Übel. Es sei denn, jemand anderes kocht.

12 Was war Ihr (neuer) Lieblingszeitvertreib im Lockdown?

Der hat mir leider nicht mehr, sondern weniger Zeit beschafft. Da war kein Raum für neue Zeitvertreibe. Es sei denn, man zählt wütendes Türenknallen dazu.

13 Welches ist Ihr Bild des Jahres 2021?

Ich habe zwar kein Foto davon gemacht, und es ist auch kein besonders schönes Motiv. Es hat sich mir aber eingeprägt, als ich zufällig vorbeifuhr, weil es so symbolisch für das ganze Jahr 2021 steht. Es ist der Abbau des Riesenrads beim Goldenen Reiter, nachdem sämtliche Weihnachtsmärkte in Dresden kurzfristig abgesagt wurden.

Hörbuchtipp: Die große Max-Heller-Box, Fälle 1 bis 5, gelesen von Heikko Deutschmann. Der Audio Verlag