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Kritik an Feuerwerken über Dresdner Elbwiesen

Am Sonnabend knallt und funkelt es wieder an der Dresdner Elbe. Doch nicht alle sind mit den Feuerwerken im Schutzgebiet einverstanden.

Von Luisa Zenker
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Ein Feuerwerk erhellt vor der Frauenkirche den Abendhimmel. Aber ist es noch zeitgemäß?
Ein Feuerwerk erhellt vor der Frauenkirche den Abendhimmel. Aber ist es noch zeitgemäß? © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Rote und grüne Lichter erleuchten die Sommernacht. Raketen sprühen weiße Funken und drängeln sich unter den Sternenhimmel. Nicht nur am Silvesterabend erhellen Feuerwerke die Nacht. Auch an anderen Tagen knallt es in Dresden. Doch nicht jeder ist damit zufrieden. So kritisieren Umweltschützer, dass gerade im Landschaftsschutzgebiet an der Elbe Feuerwerke stattfinden dürfen.

Wie viele Feuerwerke finden dieses Jahr in Dresden statt?

Die Stadt Dresden hat in diesem Jahr bisher 16 Großfeuerwerke aufgelistet. Vier davon finden an der Elbe statt. Das nächste soll bereits am Sonnabend um 22.45 Uhr am Biergarten Elbsegler in den Himmel starten. Für kleinere Feuerwerke habe man bisher 28 Anträge erhalten, so das Ordnungsamt, doch nicht jedes wurde genehmigt. Eines davon hat ein Veranstalter wegen des Ukraine-Kriegs zurückgezogen.

Wo dürfen keine Feuerwerke stattfinden?

In der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie an Flugplätzen sind Feuerwerke verboten. Wegen der Brandgefahr sind Höhenfeuerwerke im Wald verboten. Derzeit besteht in den Dresdner Wäldern Brandwarnstufe 4. Auch in "artenschutzrechtlichen Bereichen", wie an der Elbe, dürfen dem Umweltamt zufolge keine Feuerwerke stattfinden. Zudem darf in einem Stadtbezirk nur zweimal im Monat ein Großfeuerwerk den Nachthimmel erhellen und das zwischen Mai und Juli maximal bis 23 Uhr. Ausnahmen sind laut Ordnungsamt möglich.

Warum dürfen Feuerwerke im Schutzgebiet der Elbe durchgeführt werden?

Die Elbe ist an vielen Stellen geschützt, um die einmalige Pflanzen- und Tierwelt zu erhalten. In der Fachsprache heißen diese Kategorien dann: Landschaftsschutzgebiet, Flächennaturdenkmal und Flora-Fauna-Habitat (kurz FFH-Gebiet). Laut aktuellem Stand sollen dort vier Großfeuerwerke den Himmel im Mai und Juni funkeln lassen. Nach dem Umweltamt ist das in Ordnung. In bestimmten Bereichen des Landschaftsschutzgebietes dürfen Feuerwerke gezündet werden, dazu gehört auch das Areal zwischen Marienbrücke und Albertbrücke.

Was kritisieren die Umweltschützer?

"Viele Menschen sind sich der Auswirkungen von Feuerwerk nicht bewusst. Gerade im Frühling können Tiere aufgeschreckt werden, die ihre Jungen aufziehen – und diese dann verlassen", kritisiert Louise Hummel-Schröter von Parents For Future Dresden. Ein Feuerwerk sei nur einer von vielen Programmpunkten, die eine Festivität unvergesslich machen können. Die Dresdnerin setzt sich mit der Initiative "Dresden feiert fair" für ein Böllerverbot an Silvester ein. Die Silvesternacht sei jährlich eine Zumutung für die Umwelt. Insgesamt 45 Tonnen Silvesterabfälle kehrte die Stadtverwaltung am Neujahrstag 2020 zusammen, in diesem Jahr waren es wegen der Corona-Auflagen nur eine Tonne.

Auch vom Umweltverband BUND Dresden kommt Kritik. Viele Fledermaus- und Vogelarten ziehen im Frühjahr und Sommer ihren Nachwuchs an der Elbe auf, so der Verband: "Nicht nur zum Jahreswechsel, sondern auch in dieser Zeit können Feuerwerke die Tiere stören oder gar verletzen."

Kann jede Person, die möchte, ein Feuerwerk machen?

Feuerwerk ist nicht gleich Feuerwerk. Die Behörden unterscheiden je nach Gefährlichkeit und Größe. Und nein, nicht jeder darf immer und überall eines veranstalten. Wer sich nicht daran hält, muss ein Bußgeld zahlen. So dürfen Groß- und Mittelfeuerwerke nur von sachkundigen Personen durchgeführt werden und müssen zwei Wochen vorher angezeigt werden.

Kleinere Feuerwerke, zum Beispiel für eine Hochzeit oder einen runden Geburtstag, brauchen eine Genehmigung. Diese gibt es nur, wenn der Anlass auch ein richtiger Anlass ist, so das Ordnungsamt. Bisher gingen bei der Dresdner Verwaltung in diesem Jahr vier Beschwerden gegen die Feuerwerke in der Stadt ein.