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Dampfer, Drachen, Trödel: Goldener Herbst in Dresden

Das Wetter hat sich am Wochenende von seiner besten Seite gezeigt. So nutzten die Dresdner die vielleicht letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres.

Von Henry Berndt
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Zum Abschluss der Saison trafen sich die Dampfer am Sonntag zu einer kleinen Parade auf der Elbe.
Zum Abschluss der Saison trafen sich die Dampfer am Sonntag zu einer kleinen Parade auf der Elbe. © Marion Doering

Dresden. Selten wurde so viel über das Wetter geschimpft wie in diesem Jahr. Zu nass, zu kalt, zu unbeständig. Wie schön, wenn da noch ein spätes goldenes Oktoberwochenende daherkommt, das die Dresdner für einige Schmuddeltage entschädigt.

Wer sich dazu passend am Sonntag noch einmal eine Dampferfahrt auf der Elbe gönnen wollte - und das waren nicht wenige - der holte sich Tickets für das Abdampfen der Sächsischen Dampfschifffahrt. Immerhin fünf Raddampfer aus der historischen Flotte waren zwischen Terrassenufer und Rathen unterwegs, und beendeten am Nachmittag die Hauptsaison mit einer kleinen Parade. Viele Schaulustige winkten den Schiffen entgegen.

Die fünfjährige Kate aus Baden-Württemberg durfte sich ein Eis schmecken lassen.
Die fünfjährige Kate aus Baden-Württemberg durfte sich ein Eis schmecken lassen. © Marion Doering

Schon der recht stürmische Samstag hatte viele bunte Blätter von den Bäumen gewedelt, sodass einer ausgiebigen Raschel-Wanderung durch die Parks und Gärten nichts im Wege stand. Im Bienert-Park im Stadtteil Plauen hüpfte eine Gruppe Kinder jauchzend über einen Baum, der seit dem jüngsten Sturm quer über dem Weg liegt. Anschließend erfreuten sich die Kleinen an der Mühe, die ihre Eltern beim Überwinden des Hindernisses hatten.

Unzählige Dresdner nutzten die Chance auf ein paar warme Sonnenstrahlen, die spätsommerliche Gefühle weckten. Rasch bildeten sich Schlangen vor den Eiscafés, an der Dampferanlegestelle und vor der Frauenkirche. Die Stufen des Filmnächte-Areals an der Elbe wurden zur Sonnenbank und auf dem Neumarkt sang Straßenmusiker Vince zur Gitarre "What a Wonderful World".

Der Micky-Maus-Drachen war eigentlich für die Enkel gedacht. Am Ende hielt Opa Rudolf Schmidt die Leine allein.
Der Micky-Maus-Drachen war eigentlich für die Enkel gedacht. Am Ende hielt Opa Rudolf Schmidt die Leine allein. © Marion Doering

"Ich hätte gar nicht gedacht, dass es dieses Jahr noch mal so schön wird", sagte Rudolf Schmidt. Der 58-jährige Dresdner traf sich am Sonntagvormittag mit seiner Tochter und den ein- und vierjährigen Enkeln am Fährgarten in Johannstadt zum Drachensteigen. Immerhin ein paar Minuten schauten die beiden Enkel staunend dem flatternden Drachen hinterher, danach stand der Opa allerdings allein mit der Leine da. Der nahe Spielplatz war einfach zu verlockend.

Bernd und Anke aus Rostock nutzten das fabelhafte Wetter dagegen, um die Stadt auf einem Segway zu erkunden. Ihr Guide Torsten Klapper von Segcity lotste sie unter anderem über den Elberadweg. Nach einem wirtschaftlich harten Jahr mit großen Verlusten durch die ausgebliebenen Touristen ist das auch für ihn ein kleiner Trost.

Der Elbeflohmarkt
war an diesem Samstagmorgen besonders gut besucht.
Der Elbeflohmarkt war an diesem Samstagmorgen besonders gut besucht. © Archiv/Marion Doering
Auf dem Elberadweg tummelten sich am Wochenende viele Radfahrer und Spaziergänger.
Auf dem Elberadweg tummelten sich am Wochenende viele Radfahrer und Spaziergänger. © Marion Doering
Segway-Guide Torsten Klapper (l.) lotste Touristen aus Rostock über den Elberadweg.
Segway-Guide Torsten Klapper (l.) lotste Touristen aus Rostock über den Elberadweg. © Marion Doering
Herbstspaziergang auf der Hauptstraße.
Herbstspaziergang auf der Hauptstraße. © Marion Doering

Am Eisstand vor der Pizzeria Aposta auf der Seestraße nahe dem Altmarkt holten sich unterdessen Touristen und Einheimische den Sommer auf ihre Weise zurück. Die fünfjährige Kate durfte Miss-Pinky-Eis schlecken, eine Mischung aus Frucht- und Kaugummigeschmack. Zusammen mit ihrer Mutter Michelle ist sie aus Baden-Württemberg angereist, um in Dresden ihre Familie zu besuchen.

Besseres Wetter als an diesem Wochenende hätten sie sich nicht aussuchen können. Pünktlich mit dem Start der neuen Woche ist es allerdings vorbei mit der Herrlichkeit. Schon am Montag wird es kühler und unbeständiger. Nach einem etwas freundlicherem Dienstag zeigt sich dann auch der Rest der Woche äußerst wechselhaft. Über zwölf Grad Celsius steigt das Thermometer nicht mehr - und der Regenschirm sollte besser immer im Gepäck sein.