merken
PLUS Dresden

Tausende bei Harley-Treffen in Dresden

Biker aus ganz Deutschland trafen sich am Wochenende nach einem Jahr Pause wieder an der Messe. Neben viel Geknatter waren auch ernste Töne zu hören.

Die traditionelle Biker Parade zum Abschluss der Harley Days erlebten viele Schaulustige aus nächster Nähe.
Die traditionelle Biker Parade zum Abschluss der Harley Days erlebten viele Schaulustige aus nächster Nähe. © Sven Ellger

Dresden. Bisher saß er immer nur im Seitenwagen. Um ein richtiger Biker zu sein, braucht es jedoch mehr, zum Beispiel eine anständige Weste. Die bekam der siebenjährige David aus Dresden an diesem Wochenende bei den Harley Days in seiner Heimatstadt.

Bei den Harley Days in Dresden traf der siebenjährige David (vorn Mitte) mit der ganzen Großfamilie zusammen.
Bei den Harley Days in Dresden traf der siebenjährige David (vorn Mitte) mit der ganzen Großfamilie zusammen. © Sven Ellger

Von Freitag bis Sonntag trafen sich in der Rinne im Ostragehege Tausende Biker und andere Motorradliebhaber aus drei Generationen. Nach der kurzfristigen Genehmigung blieben den Veranstaltern diesmal nur wenige Wochen, um das Event auf die Beine zu stellen - und das ohne den bisherigen Chef-Organisator Klaus Dieter Lindeck, der vor wenigen Wochen verstarb, und an allen Ecken fehlte, wie immer wieder zu hören war.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

Mit vereinten Kräften und trotz der weiter bestehenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wurden die Harley Days zum Erfolg. Es galten Testpflicht für Ungeimpfte und Beschränkungen auf maximal 5.000 Gäste pro Tag. Insgesamt wurden am Wochenende rund 3.500 Motorräder und 8.500 Besucher gezählt. Im vergangenen Jahr hatten die Harley Days noch abgesagt werden müssen.

Gelegenheit zum Familientreffen

Bei der Neuauflage 2021 nutzte Davids Familie die Gelegenheit gleich für ein Treffen, zu dem neben seinem Opa auch Tanten und Cousinen zusammenkamen. Das persönliche Highlight für David war seine erste Fahrt auf einer richtigen Harley. Seine Tante Catharina Grahl, die sich eigens aus Nordrhein-Westfalen auf den Weg gemacht hatte, nahm ihn zur Ausfahrt auf ihrer Maschine mit. Seit 2014 ist sie stolze Harley-Besitzerin und genoss sichtlich die Stimmung in Dresden. "Endlich konnten wir mal für ein paar Tage die Krise vergessen", sagte die 45-Jährige.

Die verkürzte Ausfahrt führte diesmal am Elbufer entlang zum Großen Garten und durch die Innenstadt zurück zur Messe und nicht wie gewohnt über das Blaue Wunder. Grund war allerdings nicht die Pandemielage, sondern eine Baustelle auf der B6. Zahlreiche Schaulustige begleiteten die Parade an den Straßenrändern, winkten und tröteten. Obwohl viele Biker angesichts von drohenden Gewitterfronten bereits am Morgen die Heimfahrt angetreten hatten, machten die schiere Masse von 700 Bikes und der Sound auf den Straßen Eindruck. Das Dröhnen schallte noch bis in den Nachmittag hinein durch die ganze Stadt.

"Richtig cool" fand das nicht nur der siebenjährige David. Wen man auch fragte, das Resümee fiel bei Veranstaltern und Besuchern gleichermaßen positiv aus.

Die Europa-Premiere der neuen Harley Sportster S erregte viel Aufmerksamkeit.
Die Europa-Premiere der neuen Harley Sportster S erregte viel Aufmerksamkeit. © Sven Ellger

Das am meisten fotografierte Objekt dieses Festivals war vermutlich das neueste Harley-Model, die Sportster S, die in Dresden europaweit zum ersten Mal live präsentiert wurde. Zwar blieb das sportliche Gefährt geschützt hinter Bändern stehen, andere Maschinen konnten jedoch in einem aufgebauten Kreisverkehr ausprobiert werden.

Weiterführende Artikel

Harley Days Dresden: Hier verläuft die Biker-Parade

Harley Days Dresden: Hier verläuft die Biker-Parade

In Dresden findet in diesem Jahr das deutschlandweit einzige Treffen der Motorradmarke statt: die Harley Days. Und es wird ein besonderer Geburtstag gefeiert.

Neben viel Geknatter waren auch ernste Töne zu hören. Offiziell war die Fahrt als Demonstration angemeldet, was nach der Rückkehr von der Ausfahrt auch inhaltlich unterstrichen wurde. Auf einer Bühne sprachen sich die Biker gegen Sonntagsfahrverbote und Sperrungen aus, die unter anderem bereits in Teilen der Sächsischen Schweiz gelten. In diesem Zusammenhang bezeichneten sie sich selbst als Wirtschaftsfaktor, der oft unterschätzt werde.

Mehr zum Thema Dresden