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Zahl der Corona-Schnelltests in Dresden nimmt ab

Die Testzentren führen das auf das Ende der kostenfreien Bürgertests zurück. Für eine Reihe von Personen gelten jedoch weiterhin Ausnahmen.

In Dresden wird weiterhin getestet, allerdings nehmen weniger Menschen die Testzentren in Anspruch, seitdem dies Geld kostet.
In Dresden wird weiterhin getestet, allerdings nehmen weniger Menschen die Testzentren in Anspruch, seitdem dies Geld kostet. © Symbolfoto: dpa/Matthias Balk

Dresden. Die Zeit der kostenfreien Bürgertests ist vorbei. Seit Montag müssen Menschen, die sich auf das Coronavirus testen lassen wollen oder müssen, Geld dafür bezahlen. Im Schnitt sind es 15 bis 20 Euro. In einem Testcentrum an der Leipziger Straße hat es ein 43-Jähriger am Montagabend jedoch abgelehnt, zu bezahlen. Er wurde sogar handgreiflich.

Der Mann bestand auf einem kostenfreien Test. Als das Personal ihm erklärte, dass es diese nur noch für bestimmte Personen gibt, begann er zu diskutieren, teilte die Polizei am Dienstag mit. Als er aufgefordert wurde, zu gehen, schlug er einen Mitarbeiter. Schließlich mussten Polizisten alarmiert werden.

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Haben sich solche Szenen auch in anderen Testzentren der Stadt abgespielt? Lassen sich nach Wegfall der Bürgertests jetzt generell weniger Dresdner testen? Und wer ist von der Zahlung befreit? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Kommen jetzt weniger Dresdner zum Testen?

"Seit Einführung der kostenpflichtigen Tests spüren wir natürlich Einbrüche in den Besucherzahlen, aber gerade unsere Stammkunden, die die Tests weiterhin benötigen, kommen aus heutiger Sicht weiterhin regelmäßig testen", so Rocco Czinczoll von "Dein Testzentrum24". Der Anbieter betreibt laut Gesundheitsamt sieben Testcenter in Dresden, unter anderem vor den Schwimmhallen Bühlau, Freiberger Platz und Elbamare.

Die Johanniter testen im Dresdner Kulturpalast. Sprecher Danilo Schulz sagt, dass seit Montag weniger Kunden kämen. Genaue Zahlen nennt er allerdings nicht. Den Trend kann aber auch der Arbeiter-Samariter-Bund bestätigen. "Ja wir bemerken einen Unterschied. Es kamen deutlich weniger Menschen zum Testen", so Sprecherin Klaudia Deuchert. Das Zentrum wird ab Montag geschlossen sein.

Keinen großen Unterschied können bislang die Malteser erkennen, die im Alten Schlachthof testen. Laut Sprecherin Wiebke Waltemathe kamen in den vergangenen Wochen durchschnittlich 50 bis 60 Personen pro Tag. Das sei noch immer der Fall.

Wie oft kommt es zu Diskussionen wegen des Preises?

Im Großen und Ganzen laufe der Betrieb ruhig, berichten die Testzentren. "Es gibt einige wenige Kunden, die nachfragen und auch diskutieren, aber in einem normalen Rahmen", so Johanniter-Sprecher Danilo Schulz.

Die meisten Besucher seien über die geänderte Verordnung informiert und akzeptierten sie. Ähnlich nehmen "Dein Testzentrum24" und die Malteser die Lage wahr. Zu Diskussionen bezüglich der anfallenden Kosten komme es eher selten, sagt Rocco Czinczoll.

Wie viel kosten die Tests jetzt?

Genau 112 Testzentren haben laut Gesundheitsamt in Dresden noch geöffnet. Die Preise für Schnelltests variieren jedoch. Bei den Maltesern kostet ein Test aktuell 15 Euro. Die Johanniter verlangen für einen Schnelltest 25 Euro und für einen PCR-Test 75 Euro. "Dein Testzentrum24" wirbt mit Preisen von unter zehn Euro und verlangt 9,95 Euro pro Test. Beim ASB sind 15 Euro zu zahlen.

Warum lassen sich die Menschen jetzt testen?

"Die Gründe für einen Test werden offiziell nicht abgefragt. Aber gerade zum Wochenende sind häufig Familien bei uns, die sich für eine Freizeitveranstaltung wie einen Zoobesuch prüfen lassen", sagt Czinczoll.

"Aufgrund der 3G-Regelung benötigen einige einen Test für Veranstaltungen oder für Reisen, da die Herbstferienzeit begonnen hat", sagt auch Johanniter-Sprecher Schulz.

Wer muss weiterhin nichts bezahlen?

Für bestimmte Personengruppen bleiben die Bürgertests kostenfrei. Dazu gehören Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Dies muss jedoch mit einem ärztlichen Attest nachgewiesen werden. Auch für Kinder unter zwölf Jahren müssen Eltern nicht zahlen, denn für sie gibt es keine Impfempfehlung.

Für einen Übergangszeitraum bis voraussichtlich zum Jahresende sind auch Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren von den Kosten befreit. Dasselbe gilt für Schwangere.

Nichts zahlen müssen auch Personen, die zum Beenden ihrer Quarantäne einen Test benötigen. Wer Symptome hat, die auf eine Corona-Infektion hinweisen, hat ebenfalls Anspruch auf einen kostenlosen Test, jedoch bei seinem Arzt.

Was ist mit Studenten?

Prinzipiell müssen auch sie zahlen, wenn sie nicht zur Personengruppe gehören, für die Ausnahmen gelten. Inzwischen bieten einige Hochschulen in Deutschland ungeimpften Studierenden aber kostenlose Tests an. Das ist auch an der Technischen Universität Dresden der Fall. Im Hörsaalzentrum an der Bergstraße stellt die TU kostenfreie Selbsttests zur Verfügung, die dann unter Aufsicht von TU-Personal durchgeführt werden. Der ausgestellte Nachweis über ein negatives Ergebnis gilt dann für alle Veranstaltungen auf dem Campus, sagt Sprecherin Claudia Kallmeier. Für alle Vorlesungen und Prüfungen, die vor Ort - also nicht digital - stattfinden, gelte an der TU Dresden die 3G-Regel.

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Darüber hinaus ist die Universität bemüht, die Impfquote unter ihren Studierenden und Mitarbeitern zu erhöhen. So läuft noch bis zum Samstag im Hörsaalzentrum eine Impfaktion in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und den Johannitern. Zwischen 10 und 15.30 Uhr kann man dort ohne Termin vorbeikommen. Das Angebot richtet sich auch an alle Bürger. Die Aktion startete bereits am 4. Oktober.

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