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Wo Dresdens Elbebrücken strahlen

Da die Fledermäuse schlafen, leuchtet die Albertbrücke nun wieder heller. An weiteren Brücken in Dresden wird sich nachts viel verändern.

Vor dem Panorama der Dresdner Altstadt wird jetzt die Albertbrücke nachts wieder heller angestrahlt.
Vor dem Panorama der Dresdner Altstadt wird jetzt die Albertbrücke nachts wieder heller angestrahlt. © René Meinig

Dresden. In den vergangenen Tagen strahlte die Sonne für den sonst trüben November ungewöhnlich hell. Viel heller strahlt es jetzt auch nachts im Elbtal. Zumindest an der Albertbrücke. 

Denn seit 1. November leuchten die Pfeiler und Bögen der Albertbrücke nachts wieder heller. An diesem Tage wurden die 62 Strahler auf die volle Leistung umgeschaltet, teilt das Straßenbauamt mit. Ab Einbruch der Dunkelheit beleuchten sie die Brückenfassade und betonen so die Sandsteine. Um 23.30 Uhr werden sie abgeschaltet. 

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Deutlich heller ist die Brückenfassade der Albertbrücke jetzt am Abend. Denn die Fledermäuse sind im Winterschlaf. Im Sommerhalbjahr ist das anders, wie am unteren Foto sichtbar wird.
Deutlich heller ist die Brückenfassade der Albertbrücke jetzt am Abend. Denn die Fledermäuse sind im Winterschlaf. Im Sommerhalbjahr ist das anders, wie am unteren Foto sichtbar wird. © SZ/Peter Hilbert

Im Sommerhalbjahr wird das wie in der vergangenen Saison wieder anders. Ab 15. März werden die LED-Strahler auf 40 Prozent ihrer Leuchtkraft umgestellt. Dann wird die Brückenfassade nachts viel dunkler. Steht man davor, wirken die jetzt stark leuchtenden Strahler nur wie normale Straßenlampen. Von der Carolabrücke aus ist gerade mal das Licht an der Schifffahrtsöffnung zu erkennen.

Im Sommerhalbjahr wird die Albertbrücke viel weniger angestrahlt. Dann fliegen Fledermäuse durchs Elbtal.
Im Sommerhalbjahr wird die Albertbrücke viel weniger angestrahlt. Dann fliegen Fledermäuse durchs Elbtal. © SZ/Peter Hilbert

Bei diesem Wechsel spielt die seltene Fledermausart Kleine Hufeisennase die Hauptrolle. Fachleute gehen davon aus, dass diese und zwölf weitere Fledermausarten das Dresdner Elbtal als Transferroute zwischen den Winter- und Sommerquartieren und als Lebensraum nutzen. Zu ihrem Schutz waren bereits an der Waldschlößchenbrücke viele Vorkehrungen umgesetzt worden, so das umstrittene, von Blitzern überwachte Tempo-30-Limit. 

Für die Albertbrücke musste mit dem Umweltamt ein Beleuchtungskompromiss gefunden werden. Schließlich meiden viele Fledermausarten Licht und hell beleuchtete Bereiche. Um die Barrierewirkung vor allem über der Elbe zu reduzieren, wird die Lichtstärke der Strahler im Sommer auf ein verträgliches Maß abgesenkt.

Die LED-Strahler mit ihrem dezenten, warmen Licht waren im Dezember 2016 installiert worden. Doch die Freude währte nicht lange. Nach wenigen Tagen erloschen sie wieder. Kälteempfindliche Steuerchips waren ausgefallen und hatten die Strahler lahmgelegt. Im November 2017 konnte die instandgesetzte Beleuchtungstechnik wieder in Betrieb genommen werden. 

An den instandgesetzten Strahlern sind bisher keine Ausfälle zu verzeichnen, erklärt das Straßenbauamt. Allerdings gibt es an den drei Bögen über der Elbe noch ausgefallene Strahler. Sie werden mit der Sanierung der Unterseiten 2021 repariert. Zudem gab es seit der Wiederinbetriebnahme 2017 Probleme mit der Steuerung von Strahlern, erklärt das Straßenbauamt.

Das Blaue Wunder: Bei Sanierung gehen Strahler aus

Bereits seit 2011 beleuchten 70 Strahler nach Einbruch der Dunkelheit die Stahlkonstruktion des Blauen Wunders. Seit dem 1. Oktober werden sie bereits 23 Uhr abgeschaltet, erläutert das Straßenbauamt. Im Sommerhalbjahr gehen erst nachts um eins die Lichter aus. 

Die Brückenillumination ist das Verdienst der FDP. Deren Stadtratsfraktion hatte den Antrag gestellt, dieses Dresdner Wahrzeichen dadurch noch attraktiver zu machen. Die Beleuchtung hat sich mittlerweile bewährt. Bisher gab es nur zwei Ausfälle, einen durch Vandalismus, einen weiteren durch einen technischen Defekt. 

Bereits seit 2011 bietet sich nachts dieses Bild am Blauen Wunder.
Bereits seit 2011 bietet sich nachts dieses Bild am Blauen Wunder. © SZ-Archiv

Allerdings werden die Strahler fünf Jahre lang erlöschen. Denn die Stadt plant die große Instandsetzung der 1893 übergebenen Brücke mit Stahlbau- und Rostschutzarbeiten, die so lange dauern sollen. Vor dem Start werden die Strahler abgebaut und während der gesamten Bauzeit eingelagert, erläutert das Straßenbauamt. Geplant ist, sie danach wieder anzubauen.

Die bereits verschobene Instandsetzung kann frühestens Anfang 2022 beginnen. Derzeit wird der Stahlbau und Korrosionsschutz geplant. Die Kosten dafür werden auf rund 40 Millionen Euro geschätzt, hatte Brückenabteilungsleiter Andreas Gruner der SZ erklärt. "Die wichtigste Voraussetzung ist aber, dass wir spätestens Mitte 2021 den Fördermittelbescheid vom Land haben", sagte er.

Die Augustusbrücke: Anstrahlung erst 2022

Bis zum Sommer kommenden Jahres soll die Augustusbrücke komplett saniert sein. Geplant ist, dort 68 LED-Strahler anzubringen. Als Hauptverbindung zwischen den historischen Kernen der Alt- und der Neustadt spielt die Brücke eine besondere Rolle. Deshalb steht im Lichtmasterplan für die Innenstadt, dass Dresdens traditionsreichste Brücke angestrahlt wird.

Noch ist die Fassade der Augustusbrücke nachts dunkel. Ab 2022 soll das anders werden.
Noch ist die Fassade der Augustusbrücke nachts dunkel. Ab 2022 soll das anders werden. © Marion Doering

Allerdings wird das noch nicht im nächsten Jahr geschehen. Die Anstrahlung kann erst in Betrieb genommen werden, wenn die Fassaden und Unterseiten der Brücke instandgesetzt sind, teilte das Straßenbauamt mit. Voraussetzung dafür ist, dass das über viele Jahrzehnte und während der Sanierung eingedrungene Wasser ausgetrocknet ist. Die Behörde geht davon aus, dass die Augustusbrücke erst 2022 nachts angestrahlt werden kann.

Seit 2014 wurde bei vier Anstrahlungsversuchen an einzelnen Bögen die Vorzugsvariante ermittelt. Durch Blenden an den Strahlern wird das Licht gesteuert und gedimmt. Zudem werden sie an speziellen Stellen montiert. Damit beleuchten die Strahler die Konsolsteine unter dem Fußweg und die Bogenstirnwände, aber nicht die Brückenunterseite. So werden Fledermäuse bei ihren nächtlichen Touren nicht gestört. Diese Technik ist so fortgeschritten, dass die Lichtstärke selbst zur Flugsaison der Hufeisennase im Sommer nicht reduziert werden muss.

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