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Betriebskosten in Dresden sind gestiegen

Das zeigen die neuen Zahlen des Dresdner Mietervereins. Welche Betriebskosten besonders angezogen haben und welche guten Neuigkeiten es auch gibt.

Die Dresdner müssen für die Betriebskosten tiefer in die Tasche greifen.
Die Dresdner müssen für die Betriebskosten tiefer in die Tasche greifen. © Sina Schuldt/dpa

Dresden. Im Durchschnitt muss jeder Dresdner Mieter 2,26 Euro an Betriebskosten pro Quadratmeter zahlen. Das besagen die Berechnungen des Dresdner Mietervereins im neuen Betriebskostenspiegel 2020.

In der Statistik wurden die Betriebskosten für insgesamt 3,722 Millionen Quadratmeter Mietwohnungsfläche erhoben, so die Sprecherin des Vereins, Katrin Kroupová. Die Zahlen, die aus den Abrechnungsdaten von 2018 hervorgehen, hat der Mieterverein auf insgesamt 15 Positionen aufgeschlüsselt.

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Dabei muss aber beachtet werden, dass nicht jeder Mieter auch alle Betriebskostenarten zahlen muss. Gleichzeitig werden bestimmte Leistungen separat abgerechnet, wie etwa Kosten für Gebäudereinigung, Gartenpflege oder den Winterdienst. Zieht man nur diese ab, so kommt der Dresdner Mieterverein auf Betriebskosten von durchschnittlich 2,62 Euro in der Stadt.

Trotzdem lässt sich mit dem Betriebskostenspiegel gut zeigen, in welchen Bereichen Dresdner Mieter mittlerweile mehr zahlen müssen - und wie es im Vergleich zu Deutschland und Gesamtsachsen aussieht.

Betriebskosten in Dresden besonders stark gestiegen

Rechnet man jeweils alle Positionen aus dem aktuellen Mietspiegel und dem Mietspiegel von 2019 zusammen - die realistischen Betriebskosten liegen im Schnitt deutlich niedriger - dann zeigt sich: Im Vergleich zum gesamten Bundesgebiet sind die Betriebskosten in Dresden besonders stark gestiegen.

In der Landeshauptstadt kommt man in der aktuellen Statistik auf einen Preis von 2,99 Euro pro Quadratmeter, separate Kosten einbezogen. Deutschlandweit liegen die Betriebskosten nach dieser Berechnungsmethode bei 3,18 Euro.

Der Betriebskostenspiegel von 2019 hingegen weist für Deutschland Betriebskosten von 3,10 Euro pro Quadratmeter pro Monat aus. In Dresden lagen die Gesamtkosten für alle Positionen bei 2,84 Euro. Gleichzeitig rechnet der Deutsche Mieterbund auch immer den realen Durchschnitt aller eingesendeten Abrechnungen aus. Hier liegt Dresden sogar über dem deutschlandweiten Schnitt von 2,17 Euro.

Betriebskosten für Dresdner Mieter auf Sachsen-Niveau

Im gesamtdeutschen Schnitt sind die Betriebskosten also nur um acht Cent gestiegen, während es in Dresden stolze 15 Cent sind. Auch im sächsischen Vergleich macht sich diese Steigerung deutlich bemerkbar.

Hier lag Dresden im vergangenen Betriebskostenspiegel noch bei 2,84 Euro und damit sechs Cent unter dem sachsenweiten Schnitt von 2,90 Euro. Im sächsischen Schnitt sind die Betriebskosten von 2017 auf 2018 nur um neun Cent gestiegen, auf 2,99 Euro. Weil die Preise in Dresden deutlich angezogen haben, sind die Betriebskosten hier mittlerweile auf dem sächsischen Durchschnittsniveau.

Für die Abrechnung 2017 hat der Deutsche Mieterbund auch die Betriebskosten in Ost- und Westdeutschland verglichen. Das Ergebnis: Im Osten lagen sie addiert im Schnitt bei 2,96 Euro pro Quadratmeter, in den alten Bundesländern bei 3,15 Euro.

Sowohl Sachsen als auch Dresden waren also auch im inner-ostdeutschen Vergleich günstig. Mittlerweile hat sich das geändert: In den neuen Bundesländern ergeben alle Positionen zusammen für 2018 2,95 Euro pro Quadratmeter pro Monat, vier Cent weniger als in Dresden.

"Diese Vergleiche sind aber schwierig", sagt Katrin Kroupová vom Dresdner Mieterverein. Der Grund: "Wir haben in Dresden viel mehr Menschen, die ihre Abrechnungen einreichen als in vielen anderen Teilen des Landes. Dadurch ändert sich die Datengrundlage und es kann Verzerrungen geben."

Woher kommen die höheren Betriebskosten?

Ein großer Faktor ist das Heizen. Hier mussten die Dresdner Mieter laut dem neuesten Mietspiegel im Schnitt acht Cent mehr zahlen als im Vorjahr.

Ein Ausreißer nach oben sei das aber im längerfristigen Vergleich nicht. "Es sind eher die Dienstleistungspreise, die Jahr für Jahr konsequent die Preise steigen lassen. Bei den Heizungskosten lag die Bandbreite der Kosten ähnlich wie 2017", erklärt Kroupová.

Auch werde die Höhe maßgeblich von klimatischen Einflüssen, sprich der Wetterlage und den Temperaturen, sowie davon bestimmt, ob und wie gut eine Wohnung energetisch saniert ist.

Wichtig auch: Zwischen Heizöl, Fernwärme und Gas gibt es deutliche Preisunterschiede. "Während zum Beispiel die Kosten für ölbeheizte Wohnungen spürbar angestiegen sind, sanken die Kosten für Gas und Fernwärme", heißt es in dem Bericht zur Statistik. Auf Heizung und Warmwasser entfielen in Dresden 2018 etwa die Hälfte aller Betriebskosten.

Wenn sich vermeintliche Cent-Beträge summieren

Bei den restlichen Posten sind die Teuerungen auf den ersten Blick eher geringfügig. So ist die Grundsteuer von 15 Cent pro Quadratmeter auf 16 Cent gestiegen, ebenfalls leicht teurer wurden Gebäudereinigung und Gartenpflege.

Rechnet man diese Kosten auf die Wohnungsgröße um, wird schnell klar, was geringe Preissteigerungen für den Mieter bedeuten. Die vom Mieterverein berechneten Heiz- und Warmwasserkosten in Dresden variieren etwa zwischen 0,48 bis 1,53 Euro pro Quadratmeter pro Monat.

"Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung ergeben sich somit durchschnittliche Heiz- und Warmwasserkosten in Höhe von 988,80 Euro im Jahr", erklärt der Verein. Schon eine Steigerung der Preise um fünf Cent macht sich am Jahresende bei dieser Wohnungsgröße mit 48 Euro weniger auf dem Konto bemerkbar.

Jede Betriebskostenabrechnung prüfen

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten aus dem Betriebskostenspiegel. So sind die Preise für Versicherungen, Kabel- und Antennenanschluss sowie den allgemeinen Strom, also etwa für das Licht im Hausflur, stabil geblieben. Die Kosten für Wasser und Abwasser sind sogar gesunken - von 36 Cent pro Quadratmeter auf 32 Cent.

Der Dresdner Mieterverein weist aber darauf hin, dass der Betriebskostenspiegel nur eine Orientierungshilfe sei. "Aufgrund erheblicher Unterschiede in der Ausstattung und Beschaffenheit der Grundstücke und Gebäude sowie im Verbrauchsverhalten der Nutzer können die individuellen Kosten mehr oder weniger von den Durchschnittswerten abweichen", heißt es.

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Allerdings gebe es immer wieder auch "Abrechnungsfehler, unzulässige bzw. unwirtschaftliche Kosten oder fehlerhafte Umlageschlüssel". Der deutsche Mieterbund geht davon aus, dass rund jede zweite Betriebskostenabrechnung falsch ist. Man solle sie deshalb unbedingt überprüfen - und sich bei Fragen an den Mieterverein wenden.

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